Dr. Luke Dimitrios Spieker - Heinz Maier-Leibnitz Preisträger 2026
Verfassungs- und Europarecht, HU Berlin
Als die nationalkonservative PiS-Regierung in Polen die Gerichtsbarkeit einschränkte, reagierte der Europäischen Gerichtshof 2015 mit einer Reihe harter Urteile, einstweiliger Anordnungen und der Verhängung von Rekord-Zwangsgeldern. Wiederholt stellte das oberste Rechtsprechungsorgan Europas fest, dass die Justizreformen Polens, insbesondere die Disziplinierung von Richtern, gegen EU-Recht verstoßen. Doch reicht der europäische Rechtekatalog aus, damit die europäische Rechtsprechung europäische Werte, wie die Unabhängigkeit der Justiz, durchsetzen kann? Dieser Frage hat sich Luke Dimitrios Spieker in seiner Dissertation gewidmet, die mittlerweile als einschlägiges Standardwerk gilt. Mit einer großen methodischen Breite verfolgt Spieker dort und in weiteren Arbeiten eine kohärente Idee des Europarechts. Daneben arbeitet er unter anderem zu Themen wie den LGBTQ*-Rechten in Europa. Sein derzeitiges Forschungsprojekt zum Zusammenspiel von Staatsangehörigkeitsrecht und europäischer Integration behandelt ein rechtlich wie politisch hoch relevantes Themenfeld. In kürzester Zeit hat er eine herausragende Expertise in europarechtlichen Grundfragen erworben, die ihn zu einem gefragten Ratgeber bei öffentlichen Institutionen wie dem Auswärtigen Amt oder der Europaministerkonferenz der Länder gemacht hat.