Grafik einer Daten-Wolke in einem Rechenzentrum

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Förderinitiative für die Sicherung gefährdeter Datenbestände und zur Datenresilienz 2025 bis 2027

Um die Resilienz von Dateninfrastrukturen auszubauen, gewährt das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) der DFG zusätzliche Mittel. Aus diesen Mitteln können bis Ende 2027 themenspezifische Projekte mit dem Ziel gefördert werden, Daten aus Repositorien im Ausland, die für die Forschung in Deutschland und Europa maßgeblich sind, zu erhalten bzw. erneut zugänglich zu machen, sofern die Verfügbarkeit oder Integrität dieser Datenbestände gefährdet ist.

Dazu werden Maßnahmen zur Beschaffung von Speicherkapazitäten, zur Bereitstellung personeller Ressourcen für das Erschließen, Kuratieren oder die fachliche Aggregierung von Daten, zur Einbindung gesicherter Datensätze in überregionale oder europäische Strukturen sowie rechtliche Prüfungen gefördert. Ebenso kann die Entwicklung von Rahmenbedingungen und Technologien zur Einbindung entsprechender Repositorien und Infrastrukturen in überregionale oder europäische Verbünde gefördert werden. 
 

Anträge auf Förderung in den Jahren 2026 und 2027 können jederzeit eingereicht werden.

Bewilligte Projekte im Rahmen der Förderinitiative für die Sicherung gefährdeter Datenbestände und zur Datenresilienz

Secure Endangered Earth Data – SEND Earth Data

Hinter dem Projekt Secure Endangered Earth Data  SEND Earth Data steht ein Verbund von herausragenden geowissenschaftlichen Institutionen Deutschlands, der es sich zum Ziel gesetzt hat, die Forschungsdateninfrastruktur in den Geowissenschaften resilienter zu machen. Dafür soll anhand von use cases ein nationales Nachhaltigkeitsnetzwerk und Resilienzkonzept für zukünftige Rettungseinsätze von bedrohten Datensätzen über alle Unterdisziplinen wie Klima-, Ozean- oder Biodiversitätsforschung geschaffen werden. Vorgesehen ist, grundsätzlich wichtige rechtliche Fragen zu klären sowie einen strategischen Fahrplan zur Unterstützung der langfristigen Datensouveränität und resilienter wissenschaftlicher Datendienste für die Geowissenschaften zu etablieren. Im Ganzen setzt der Verbund auf die etablierten Strukturen von NFDI4Earth in Anbindung an internationale Initiativen wie der European Open Science Cloud (EOSC), der Research Data Alliance (RDA) sowie der American and European Geoscience Union (AGU, EGU).

Building up EOSC Node Germany

Der Verein NFDI – Nationale Forschungsdateninfrastruktur engagiert sich in vielfältiger Weise beim Aufbau der European Open Science Cloud (EOSC) und trägt auch als mandatiertes Mitglied der EOSC Association maßgeblich zum Aufbau einer resilienten europäischen Forschungsdateninfrastruktur bei. Das Projekt Building up EOSC Node Germany hat zum Ziel, den deutschen EOSC-Knoten weiter auf- und auszubauen und schafft damit die Schnittstelle zwischen Forschungsdatenbeständen in den Repositorien der NFDI und den Datenbeständen aus dem Verbund der europäischen Forschungsinfrastrukturen. Damit wird der Integrationsprozess der nationalen in die europäische Forschungsinfrastruktur vorangetrieben und die wechselseitige Zugänglichkeit von Forschungsdaten und Diensten in Europa ermöglicht. EOSC Node Germany leistet einen Beitrag zu einem robusten und anpassungsfähigen System, das eine lokal koordinierte, aber von überall zugängliche europäische Forschungsdateninfrastruktur schafft.

A Landsat archive for the European research community (EUROLAND)

Seit 1972 sammelt das Landsat-Archiv der US-Weltraumbehörde NASA und des U.S. Geological Survey lückenlos hochauflösende Satellitenbilder der gesamten Erdoberfläche. Die standardisierten Bilddaten sind von enormer Bedeutung für eine Reihe von Disziplinen der Erdbeobachtung, beispielsweise für die Klimaforschung, die Ozeanographie, die Forstwissenschaft oder die Geoökologie. Mithilfe der Aufnahmen können Veränderungen festgestellt und untersucht werden. Seit 2008 sind die Daten des Landsat-Archivs frei zugänglich. Aufgrund von aktuellen wissenschaftspolitischen Entwicklungen in den USA fürchten Fachcommunitys jedoch, dass dieser Zugang, wie vereinzelt bereits geschehen, in Zukunft gesperrt werden könnte. Das Projekt A Landsat archive for the European research community (EUROLAND) will diese einzigartige Datenressource sichern, indem es die weltweiten Landsat-Daten im Deutschen Luft- und Raumfahrt-Zentrum in Oberpfaffenhofen spiegelt und nachnutzbare Datensets für den europäischen Forschungsraum zur Verfügung stellt. 

CMIP7-ark

Klimaforschungszentren führen weltweit Daten für Klimasimulationen zusammen, die im Rahmen des Coupled Model Intercomparison Project (CMIP7) des Weltklimaforschungsprogramms standardisiert und systematisch ausgewertet werden. Die Auswertungen bilden die wissenschaftliche Grundlage für die internationalen Klimaberichte des Weltklimarats (IPCC). Aufgrund struktureller Unsicherheiten und Haushaltseinschränkungen gelten die Datenflüsse wichtiger US-Knotenpunkte der Klimaforschung als gefährdet. Das Projekt CMIP7-ark des Deutschen Klimarechenzentrums will diese potenziell verzerrende Datenlücke in der globalen Klimaforschung schließen, indem es Klimadaten aus den USA im Moment ihrer Veröffentlichung spiegelt und für Cloud-Anwendungen kuratiert. Zum Projekt in GEPRIS(externer Link)

Integrating RegulonDB into the DSMZ Digital Diversity Initiative

Der Begriff RegulonDB bezieht sich auf die international anerkannte Referenzdatenbank für die Genregulation und die Organisation von Genen des Kolibakteriums Escherichia coli K-12. Die in Mexiko gehostete Datenbank ist von herausragender Bedeutung, da sie den derzeit größten und detailliertesten Datensatz der genetischen Steuerungsnetzwerke für einen frei lebenden Organismus bereitstellt und als grundlegendes Modell zum Verständnis biologischer Prozesse dient. Allerdings sind die größtenteils manuell kuratierten Daten nicht so aufgearbeitet worden, dass sie maschinenlesbar sind. Ferner gibt es keine Kopie auf einem Zweitserver – im Fall eines Ausfalls stünden die Daten nicht zur Verfügung. Daher will das Vorhaben Integrating RegulonDB into the DSMZ Digital Diversity Initiative die Daten gemäß der FAIR-Prinzipien aufarbeiten und in die DSMZ Digital Diversity Initiative des Leibniz Institute DSMZ-German Collection of Microorganisms and Cell Cultures integrieren. In Zukunft könnten dann fachübergreifende Fragen zur Genregulierung durch KI- und computergestützte Datenauswertungen unter Einbezug von Regulon DB beantwortet werden. Zum Projekt in GEPRIS(externer Link)

Global data archives: BMRBe

Durch Kernspinresonanz-Spektroskopie (NMR) kann die 3D-Struktur von Proteinen, aber auch von RNA und DNA, in atomarer Auflösung analysiert werden. Das ist in der Biomedizin von großer Bedeutung für die Wirkstoffentwicklung sowie für das Verständnis von Stoffwechselvorgängen auf Zellebene. Obwohl Deutschland über eine hervorragende NMR-Infrastruktur verfügt und dementsprechend große Datenmengen produziert, werden NMR-Daten bislang in der globalen Biological Magnetic Resonance Data Bank in den USA aufbewahrt, kuratiert und gepflegt. Das Projekt Global data archives: BMRBe wird eine europäische Datenbank für Biologische Magnetresonanzdaten (BMREBe) etablieren, die diese wertvollen biomedizinischen Daten absichert und damit die digitale Souveränität Europas in der Strukturbiologie stärkt. Das Projekt sieht vor, dass BMRBe in die weltweite Proteindatenbank –PDB integriert wird. Dies soll mithilfe von KI völlig neue Forschungsmöglichkeiten im Hinblick auf RNA und DNA ermöglichen. Zum Projekt in GEPRIS(externer Link)

PANGAEA past and future efforts in rescuing data and creating resilience(externer Link)

Das Projekt PANGAEA past and future efforts in rescuing data and creating resilience(externer Link) will die vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) bereits durchgeführten Maßnahmen zum Sichern gefährdeter Datenbestände systematisch weiterführen. Dazu soll eine Struktur geschaffen werden, mit der Gefährdungen von bestehenden Datenbeständen über eine Art Scouting identifiziert und relevante Datensätze aus dem Bereich der Umweltforschung und der Geowissenschaften bei Bedarf in PANGAEA gesichert werden sollen. Das Scouting erfolgt in enger Absprache mit der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) in den USA, die bislang viele der Datensätze hält. Die NOAA hatte explizit auf die Gefährdungen der Datensätze hingewiesen. Mit dem Scouting soll zudem die Koordination von Aktivitäten zum Sichern gefährdeter Datenbestände in Europa einhergehen. Zur Website des Projekts(externer Link) I  Zum Projekt in GEPRIS(externer Link)

Establishing a fully independent mirror of the UCSC Genome Browser in Germany

Im Rahmen des Projekts Establishing a fully independent mirror of the UCSC Genome Browser in Germany soll der UCSC Genome Browser gespiegelt werden. Das heißt, alle Daten, die im UCSC Genome Browser vorliegen, werden zukünftig zusätzlich auch auf deutschen Servern liegen und in die deutsche Bioinformatik-Infrastruktur integriert. Die Partner*innen aus Freiburg und den USA können dabei auf eine langjährige Kooperation aufbauen. So ist auch die technische Unterstützung bei der Spiegelung der Daten und der Anwendung selbst sichergestellt. Der UCSC Genome Browser ermöglicht seinen Nutzer*innen, über eine interaktive Webplattform verschiedene Aspekte menschlicher Genetik- und Genomdaten darzustellen und zu erkunden und ist damit ein unverzichtbares Werkzeug für Forscher*innen auf diesem Gebiet weltweit. Zum Projekt in GEPRIS(externer Link)

Project SHIELD: Science & Heritage Infrastructure for Enduring Long-term Data

In engem Zusammenwirken mit Safeguarding Research and Culture (SRC) und dem Data Rescue Project (DRP) will die Technische Informationsbibliothek (TIB) Hannover ein dezentrales, föderiertes System für die Langzeitarchivierung gefährdeter Datensätze entwickeln. Perspektivisch sollen in dem Project SHIELD: Science & Heritage Infrastructure for Enduring Long-term Data(externer Link) hochvolumige Datensätze von US-Agencys gesichert werden, die für die Ingenieur- und Technik-, aber auch für die Umweltwissenschaften relevant sind. Die einzelnen Agencys müssen derzeit mit massiven Budgetkürzungen umgehen. Zur Website des Projekts(externer Link) I  Zum Projekt in GEPRIS(externer Link)

Securing and Preserving Energy Data from the Harvard Dataverse(externer Link)

Das Projekt Securing and Preserving Energy Data from the Harvard Dataverse(externer Link) zielt auf das Sichern von Datensätzen zur Energieforschung, die im Zusammenwirken mit dem NFDI-Konsortium NFDI4Energy über die Open Energy Platform erneut zugänglich gemacht werden sollen. Bislang liegen die Daten im Havard Dataverse, dessen Nutzungsbedingungen jedoch besagen, dass der Zugang jederzeit ohne weitere Begründung unterbrochen werden kann. Daher wurde ein Metadatenschema entwickelt, mit dem die Übernahme der Daten in die Open Energy Platform bewerkstelligt werden soll. Zur Website des Projekts(externer Link)

Kontakt

Administrative/technische Fragen
Inhaltliche Fragen
Inhaltliche Fragen
Administrative/technische Fragen
Katja Fleischer
E-Mail: foerderung-datensicherung@dfg.de
Telefon: +49 (228) 885 3114
Inhaltliche Fragen
Dr. Kathrin Winkler
E-Mail: foerderung-datensicherung@dfg.de
Telefon: +49 (228) 885 2201
Inhaltliche Fragen
Dr. Alexandra Panzert
E-Mail: foerderung-datensicherung@dfg.de
Telefon: +49 (228) 885 2238