Jun.-Prof. Dr. Alex Plajer - Heinz Maier-Leibnitz Preisträger 2026

Polymerchemie, Universität Bayreuth

Kunststoffe sind chemisch robust gebaut. Sie zersetzen sich sehr langsam und sind schwer zu recyclen. In der Umwelt stellen sie eine Gefahr für verschiedenste Organismen und Ökosysteme dar. Alex Plajer arbeitet an nachhaltigen, aber vielseitig einsetzbaren Polymeren, deren anorganische Bestandteile sich leichter herauslösen und bestenfalls auch recyclen lassen. So ist es ihm und seinem Forschungsteam bereits gelungen, eine neue Klasse von fluorierten Polyestern herzustellen, die sich leichter abbauen lassen als gewöhnliche Polyester. Ferner hat Plajer Baupläne für nachhaltige Kunststoffe mit Schwefelanteilen erarbeitet, die es so bisher nicht gab. Hierbei handelt es sich um dynamische Disulfidbrücken, die als eine Art molekulare Sollbruchstelle fungieren. Die Schwefel-Schwefel-Bindungen lassen sich unter Druck und Hitze öffnen und wieder schließen, was das Recyceln der Duroplasten erleichtert. Mit der innovativen Integration von anorganischer Synthese in die Makromolekülchemie hat Plajer die Grundlage für eine neue Unterdisziplin der Polymerwissenschaften gelegt.