Dr. Isabel Mira Oldengott - Heinz Maier-Leibnitz Preisträgerin 2026
Teilchenphysik und Kosmologie, Universität Bielefeld
Isabel Mira Oldengott hat sich an der Schnittstelle zwischen Kosmologie und Teilchenphysik mit ihren Beiträgen zur Untersuchung der Eigenschaften von Neutrinos in ihrer Laufbahn früh international einen Namen gemacht. Es ist ihr als erste gelungen, die kosmologischen Auswirkungen von hypothetischen Neutrino-Selbstwechselwirkungen mit Methoden der statistischen kinetischen Theorie korrekt zu beschreiben. In nachfolgenden Arbeiten hat sie sich auch mit den Implikationen von möglichen Neutrinozerfällen und Wechselwirkungen mit anderen Teilchen befasst. Ihren Arbeiten ist zu verdanken, dass aus Beobachtungen der Struktur des Universums Rückschlüsse auf die Eigenschaften der oft als „Geisterteilchen“ beschriebenen Neutrinos gezogen werden können. Weitere herausragende Arbeiten von Isabel Mira Oldengott beschäftigen sich mit der Dominanz von Materie über Antimaterie im Universum. Hier ist es ihr mit modernsten Methoden gelungen, eine Verknüpfung zwischen Phasenübergängen in der starken Wechselwirkung mit Asymmetrien zwischen Teilchen und Antiteilchen herzustellen. Diese könnte Einfluss auf zukünftige Beobachtungen von Gravitationswellen aus einer sehr frühen Epoche des Universums haben.