Angriffe auf die Sicherheit eines Landes sind heute vielschichtig. Sie betreffen Bereiche, die für eine funktionierende Gesellschaft zentral sind: Energieversorgung, Verkehrswege, digitale Netze, Verwaltung, Kommunikation und öffentliche Meinungsbildung. Von „hybriden Bedrohungen“ ist die Rede. Was zeichnet diese aus? Welche Risiken entstehen daraus für den Staat und Bürger*innen?
Wenn hybride Bedrohungen Vertrauen untergraben und ein Land destabilisieren können, müssen wir unsere Verteidigungsfähigkeit neu aufstellen. Wie kann Deutschland in dieser Situation komplexer Gefahren wehrhaft werden – zivil, militärisch und politisch? Während der Staat für kritische Infrastrukturen, belastbare Versorgungssysteme und stabile Institutionen sorgen muss, geht es auf gesellschaftlicher Ebene um Mitverantwortung: im Alltag, im Bevölkerungsschutz, in sozialen Diensten und im Umgang mit Information und Desinformation.
Welche Rolle spielen Bildung und sicherheitspolitisches Wissen? Braucht es wieder Wehrdienst und Zivildienst? Wenn ja, für wen? Ist ein Gesellschaftsjahr für alle eine Lösung, um das Verantwortungsbewusstsein für das Gemeinwohl zu stärken? Was dürfen wir dem Staat zumuten – und wo sind wir selbst gefragt? Enter: Science diskutiert, ob es ein neues Mindset braucht: ein Verständnis von Sicherheit, das Freiheit und Verantwortung zusammendenkt und Wehrhaftigkeit als gemeinsame demokratische Aufgabe begreift.
Ursula Schröder ist seit 2017 Wissenschaftliche Direktorin des Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH) und Professorin für Politikwissenschaft. Zuvor lehrte sie als Professorin für Internationale Sicherheitspolitik an der Freien Universität Berlin. Sie erforscht, wie demokratische Gesellschaften in einer Zeit multipler Krisen Frieden sichern, Schutz gewährleisten und politisch handlungsfähig bleiben können. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen momentan Forschungsprojekte zur Zukunft der europäischen Sicherheitsordnung, zu den sicherheitspolitischen Folgen gesellschaftlicher Anpassungsstrategien an den Klimawandel, zum Sicherheitsversprechen demokratischer Staaten und zu Fragen gesellschaftlicher Vorsorge, Katastrophen- und Zivilschutz in Deutschland.
Ihr Ziel ist es, tragfähige Antworten auf neue und miteinander verflochtene Sicherheitsherausforderungen zu entwickeln. Sie bringt aktuelle Erkenntnisse der Friedens- und Sicherheitsforschung regelmäßig in öffentliche und politische Debatten ein.
Lisa Seemann ist freiberufliche Journalistin und beschäftigt sich mit gesellschaftlichen und politischen Fragen. Zur Person
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