Grafik einer Daten-Wolke in einem Rechenzentrum

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Datenresilienz stärken – durch internationale Partnerschaften, gemeinsame Verantwortung und intensivere internationale Koordination

Wie lassen sich Forschungsdaten und die zugehörigen Infrastrukturen langfristig sichern? Aktuelle internationale Diskussionen verdeutlichen: Datenresilienz erfordert mehr als die Sicherung gefährdeter Datenbestände. Entscheidend sind nachhaltige Infrastrukturen, verlässliche Partnerschaften und eine stärkere internationale Koordination.

Mit ihrer Förderinitiative für die Sicherung gefährdeter Datenbestände und zur Datenresilienz(interner Link) unterstützt die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) mittels eines vom Ministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) bereitgestellten Budgets sowohl die Sicherung akut gefährdeter Forschungsdaten als auch Maßnahmen zur Stärkung ihrer langfristigen Verfügbarkeit und Nutzbarkeit. Die bislang 14 geförderten Projekte verdeutlichen die fachliche Breite der Herausforderungen und die Bedeutung einer Einbindung in überregionale und europäische Infrastrukturen. Wie die DFG in ihrer aktuellen Information für die Wissenschaft(interner Link) mitteilt, können auch 2027 Förderanträge eingereicht werden.

Die Notwendigkeit, über kurzfristige Sicherungsmaßnahmen hinauszudenken, war auch Gegenstand des 27. Plenary Meetings der Research Data Alliance (RDA)(externer Link), das vom 6. bis 8. Oktober 2026 in London unter dem Leitthema Shaping a Global Open Research Commons stattfand. In einem Panel zur Datenresilienz am 8. Oktober(externer Link) brachte die DFG ihre Perspektive als Förderorganisation ein. Im Mittelpunkt stand der Übergang von reaktiven Maßnahmen zur Datenrettung hin zum langfristigen Aufbau resilienter Forschungsdateninfrastrukturen. Hierfür bedarf es neben technischen Redundanzen und interoperablen Systemen auch nachhaltiger Finanzierungs- und Governance-Strukturen. Eine zentrale Rolle spielt dabei die gemeinsame Gestaltung (Co-Creation) durch Wissenschaft, Infrastruktureinrichtungen und Förderorganisationen über nationale Grenzen hinweg. Die Diskussion verdeutlichte zudem, dass Vertrauen, ethische Verantwortung und faire Beteiligungsmöglichkeiten wesentliche Voraussetzungen für tragfähige internationale Kooperationen und damit für strukturelle Resilienz sind.

Ein fachlich ausgerichtetes Beispiel für die internationale Zusammenarbeit bietet die Global Biodata Coalition (GBC)(externer Link), deren Global Biodata Conference(externer Link) am 7. und 8. Oktober 2026 in Cambridge stattfand. Die GBC verfolgt mit ihrer Strategie 2026–2030 das Ziel, die langfristige Nachhaltigkeit global bedeutender Datenressourcen in den Lebenswissenschaften und der Gesundheitsforschung zu stärken. Hierzu will sie ihre internationale und sektorübergreifende Zusammenarbeit mit Förderorganisationen ausbauen, zentrale Biodatenressourcen im Zusammenspiel mit dem breiteren Datenökosystem stärken und innovative Nachhaltigkeitsmodelle praktisch erproben. Die Konferenz griff diese Ziele auf und die Teilnehmer*innen diskutierten unter anderem neue kooperative Finanzierungsansätze und Partnerschaftsmodelle. Damit verdeutlicht die GBC exemplarisch, wie internationale Abstimmung und gemeinsame Verantwortung zur strukturellen Resilienz von Forschungsdateninfrastrukturen beitragen können.

Eine zentrale Schlussfolgerung aus diesen Diskussionen ist, dass strukturelle Resilienz eine engere Verzahnung nationaler, europäischer und internationaler Aktivitäten erfordert. Dazu gehören die Weiterentwicklung und Vernetzung bestehender Infrastrukturen, etwa im Rahmen der NFDI und der European Open Science Cloud (EOSC), aber auch übergreifende Koordinierungsmechanismen. Der RDA könnte hierbei aufgrund ihrer internationalen und fachübergreifenden Vernetzung eine wichtige Rolle zukommen, beispielsweise bei der Identifizierung kritischer Abhängigkeiten, dem Austausch von Erfahrungen und bewährten Verfahren sowie der Entwicklung gemeinsamer Standards und Lösungsansätze.

Diese Feststellungen entsprechen vollauf den im März 2026 veröffentlichten Empfehlungen der DFG zur Resilienz von Forschungsdateninfrastrukturen(interner Link). Sie unterstreichen, dass Resilienz nicht durch nationale Abschottung entsteht, sondern durch vernetzte, anpassungsfähige und langfristig tragfähige Forschungsdateninfrastrukturen. Internationale Kooperation ist damit nicht nur Voraussetzung für die gemeinsame Nutzung von Forschungsdaten, sondern selbst ein wesentlicher Bestandteil ihrer Resilienz.