Johannes Mast – Bernd Rendel-Preisträger 2026

Bernd Rendel-Preisträger 2026: Johannes Mast

Johannes Mast

© Johannes Mast

Johannes Mast forscht im Bereich der Mensch-Umwelt-Beziehungen, wobei er einen neuartigen Ansatz verfolgt. Er ergänzt über Satelliten gewonnene Fernerkundungsdaten um alternative Geodatentypen. Dies ist wichtig, da zentrale Prozesse des Globalen Wandels wie Urbanisierung, Landnutzungsänderungen und Klimawandel maßgeblich durch soziale Aspekte menschlichen Handelns geprägt sind. 

Um diese zu verstehen, untersucht Mast, wie soziale Faktoren von Migration mittels öffentlicher Textdaten aus sozialen Medien und Nachrichtenartikeln erfasst werden können. Dabei setzt er Orts- und Mobilitätsinformationen der Autor*innen mit den Inhalten ihrer Textbeiträge in Beziehung. Durch diese Verknüpfung gelingt es ihm, physische Veränderungen der Landoberfläche in einen sozioökonomischen Kontext zu stellen. 

Ein Beispiel: In vielen afrikanischen Städten ist die Tweet-Dichte in neu entstandenen Stadtteilen deutlich geringer als in den etablierten Zentren. Dies deutet Mast zufolge darauf hin, dass die digitale Präsenz in Städten oft hinter deren physischer Ausbreitung zurückbleibt – ein Hinweis auf digitale Ungleichheiten in urbanen Transformationsprozessen. Mit seinem interdisziplinären Ansatz schlägt Mast eine Brücke zwischen geowissenschaftlichen Big Data aus Erdbeobachtung und sozioökonomischen Big Data aus Webdaten. Das mit dem Rendel-Preis einhergehende Preisgeld möchte er daher für den Besuch wissenschaftlicher Tagungen einsetzen, um seine Arbeiten über die geowissenschaftliche Community hinaus zu vermitteln.

Preisträger*innen und Programm