Alle Europa-Preisträger*innen der DFG auch beim European Union Contest for Young Scientists in Kiel erfolgreich
Ein zweiter Platz und drei Sonderpreise für Jungforscher*innen / Anlässlich der Ausrichtung von EUCYS in Deutschland nach mehr als drei Jahrzehnten DFG-Sonderpreis vergeben
Alle drei Gewinner*innen des Europa-Preises 2026 der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) sind jetzt im Rahmen des European Union Contest for Young Scientists (EUCYS) 2026 in Kiel auch auf internationaler Ebene ausgezeichnet worden. Den Europa-Preis verleiht die DFG seit 2010 jährlich an drei Sieger*innen des Bundeswettbewerbs „Jugend forscht“. Der diesjährige europäische Wettbewerb EUCYS fand vom 22. bis 27. September statt; rund 150 Jungforscher*innen zwischen 14 und 20 Jahren aus fast 40 Ländern nahmen daran teil. Da EUCYS nach 33 Jahren zum ersten Mal wieder in Deutschland stattfand, lobte die DFG beim diesjährigen Wettbewerb zudem einen der „Local Prizes“ aus, der an ein Jungforscherinnen-Tandem aus Ägypten ging.
DFG-Generalsekretärin Dr. Heide Ahrens (2.v.l.) mit den Europa-Preisträger*innen und DFG-Sonderpreisträgerinnen Jamila Cate-Tran, Hana Mohamed Abd El Halim Saied Mousa, Mariam Ahmed Fayez Abdelazeem Khafaga, Vincent Nack und Tim Kammel (v.l.n.r.)
© DFG
European Union Contest for Young Scientists in Kiel
DFG-Generalsekretärin Dr. Heide Ahrens (2.v.l.) mit den Europa-Preisträger*innen und DFG-Sonderpreisträgerinnen Jamila Cate-Tran, Hana Mohamed Abd El Halim Saied Mousa, Mariam Ahmed Fayez Abdelazeem Khafaga, Vincent Nack und Tim Kammel (v.l.n.r.)
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In der Kategorie „Hauptpreise“ erhielt die Jungforscherin Jamila-Cate Tran (20) in Kiel einen mit 5.000 Euro dotierten zweiten Platz sowie den Ehrenpreis des „Stockholm International Youth Science Seminar“ (SIYSS); sie wird EUCYS nun im Dezember bei der renommierten internationalen Wissenschaftsveranstaltung rund um die Vergabe der Nobelpreise in Stockholm vertreten. Vincent Nack (19) erhielt den mit 750 Euro dotierten „Prof. Dr. Werner Petersen Award for Outstanding Computer Science Innovation“, der „Originalität, technische Exzellenz und innovative Ansätze zur Lösung komplexer informationstechnischer Fragestellungen“ würdigt.
Als drittem erfolgreichen Teilnehmer wurde Tim Kammel (18) der EIROforum Prize des „European Consortium for the Development of Fusion Energy“ (EUROfusion) zugesprochen; damit verbunden ist ein einwöchiger Aufenthalt an einer Forschungseinrichtung eines EUROfusion-Mitglieds. Neben einem Preisgeld von 1.000 Euro hatten die drei Europa-Preisträger*innen von der DFG Unterstützung erhalten, um sich gezielt auf den EUCYS vorzubereiten. Hierzu hatte die DFG den Ausgezeichneten wissenschaftliche Mentor*innen zur Seite gestellt und ihnen ein Coaching zur Vorbereitung der Vorträge in englischer Sprache finanziert.
Jamila-Cate Tran überzeugte mit einem Projekt zu SGLT-2-Hemmern. Von diesen ist bekannt, dass sie bei Diabetes den Blutzucker senken, nach einer Nierentransplantation aber auch Nieren und Herz schützen. Jamila-Cate Tran wollte wissen, ob die Medikamente auch Transplantierten helfen, die nicht an Diabetes erkrankt sind. Die Auswertung mit statistischen Verfahren zeigte, dass SGLT-2-Hemmer auch bei Nichtdiabetikern positiv wirken können.
Vincent Nack entwickelte ein KI-gestütztes und zum Patent angemeldetes System zum Schutz vor Telefonbetrug, das alle Formen von Täuschung in Echtzeit erkennt und Betrugsopfer dadurch schützt. Dabei werden die Rohdaten des Telefongesprächs durch eine selbst programmierte Software lokal verarbeitet und der Gesprächsinhalt anschließend in Textform umgewandelt. Eine sofortige Textanalyse prüft auf betrügerische Inhalte.
Tim Kammel untersuchte, was hinter der scheinbar simplen Technik von Sanduhren steckt, die früher beispielsweise zur Navigation auf hoher See dienten. Hierfür konstruierte er aus einfachen Materialien einen Versuchsaufbau mit variablen Öffnungen und Trichtern. Seine Ergebnisse könnten dazu beitragen, technische Prozesse wie das Entleeren großer Getreidesilos besser zu verstehen.
Sonderpreis der DFG
Der anlässlich der Ausrichtung von EUCYS in Deutschland vergebene DFG-Sonderpreis richtete sich an das gesamte EUCYS-Teilnehmerfeld und zielte auf ein herausragendes Forschungsprojekt, das der Grundlagenforschung zuzuordnen ist. DFG-Generalsekretärin Dr. Heide Ahrens überreichte den Sonderpreis in Kiel an die beiden Jungforscherinnen Hana Mohamed Abd El Halim Saied Mousa (17) und Mariam Ahmed Fayez Abdelazeem Khafaga (17) aus Ägypten. Der Preis umfasst je 1.000 Euro Preisgeld sowie ein digitales Mentoring und damit die Möglichkeit zur Vernetzung mit Spitzenforscher*innen in Deutschland.
Die beiden Jungforscherinnen wurden für ein von ihnen entwickeltes Hilfsmittel ausgezeichnet, NeuroShield genannt, das Menschen mit einer sogenannten fotosensitiven Reflexepilepsie schützt. Bei dieser Erkrankung können flackernde Bildschirme Anfälle auslösen. NeuroShield kombiniert ein tragbares Gerät zur Überwachung physiologischer Stressreaktionen mit einem Computermodell, das auf den von den Patient*innen genutzten Bildschirmen potenziell gefährliches Flackern rechtzeitig erkennt und gegebenenfalls Videoinhalte aus Webangeboten herausfiltert.
Der nächste EUCYS-Wettbewerb findet im September 2027 in Genua statt.
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