DFG-Nachwuchsakademie „Gefäßchirurgie – von der Bench bis zur klinischen Forschung“
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert im Rahmen ihrer Nachwuchsakademien die Qualifizierung besonders engagierter Wissenschaftler*innen in frühen Karrierephasen. Mit der neu eingerichteten Nachwuchsakademie „Gefäßchirurgie – von der Bench bis zur klinischen Forschung“ erhalten bis zu 20 Teilnehmer*innen die Möglichkeit, eigene Forschungsideen zu qualitativ hochwertigen Drittmittelanträgen weiterzuentwickeln und sich gezielt auf eine eigenständige wissenschaftliche Karriere vorzubereiten.
Die Nachwuchsakademie wird unter der Leitung von Professor Dr. Nikolaos Tsilimparis (LMU München) in Kooperation mit Professor Dr. E. Sebastian Debus (UKE Hamburg) und Professor Dr. Hubert Schelzig (Universitätsklinikum Düsseldorf) durchgeführt.
Hintergrund
Die Gefäßchirurgie hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem hochspezialisierten Fachgebiet entwickelt. Während die Entwicklung neuer operativer und endovaskulärer Verfahren lange Zeit im Mittelpunkt stand, werden heute zunehmend hochwertige klinische Studien, translational orientierte Forschungsansätze sowie innovative Technologien benötigt, um bestehende Therapien weiterzuentwickeln und neue Behandlungsstrategien zu etablieren.
Gleichzeitig besteht in Deutschland weiterhin ein erheblicher Bedarf an wissenschaftlicher Nachwuchsförderung innerhalb der Gefäßchirurgie. Die Anzahl eigenständiger universitätsmedizinischer Strukturen und erfolgreicher Drittmitteleinwerbungen ist im Vergleich zu anderen chirurgischen Fachgebieten weiterhin begrenzt. Die Nachwuchsakademie soll dazu beitragen, eine neue Generation wissenschaftlich aktiver Gefäßchirurg*innen auszubilden, nationale Forschungsnetzwerke zu stärken und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Gefäßchirurgie in der öffentlichen Forschungsförderung nachhaltig zu verbessern.
Zielsetzung
Die Nachwuchsakademie richtet sich an Wissenschaftler*innen in einem frühen Stadium ihrer Karriere. Die Teilnehmer*innen erhalten die Möglichkeit,
- eigenständige wissenschaftliche Projekte zu entwickeln,
- Kenntnisse zur erfolgreichen Drittmitteleinwerbung zu erwerben,
- sich für die Beantragung öffentlicher Fördermittel, insbesondere bei der DFG, zu qualifizieren,
- translationale und klinische Forschungsansätze weiterzuentwickeln,
- nationale Forschungsnetzwerke aufzubauen sowie
- langfristige Mentoring- und Alumni-Strukturen zu etablieren.
Thematischer Fokus
Thematisch sind Projekte aus dem gesamten Spektrum der Gefäßchirurgie willkommen, insbesondere:
- Explorative klinische Forschung und Pilotstudien (insbesondere zur Generierung von Vorarbeiten sowie zur Untersuchung von Krankheits- und Wirkmechanismen)
- Translationale Forschung
- Experimentelle Gefäßchirurgie
- Gefäßbiologie
- Register- und Versorgungsforschung
- Künstliche Intelligenz in der Gefäßmedizin
- Virtual Reality und digitale Technologien
- Interdisziplinäre Forschungsansätze an Schnittstellen zu Kardiologie, Radiologie, Angiologie, Immunologie oder Bioinformatik
Ausgenommen sind Studien, die dem DFG-Programm „Klinische Studien“ zuzuordnen sind, d.h. interventionelle klinische Studien, einschließlich klinischer Machbarkeitsstudien (Phase II) und klinischer Interventionsstudien (Phase III), deren Ziel der Wirksamkeitsnachweis eines therapeutischen, diagnostischen oder prognostischen Verfahrens ist.
Ablauf der Nachwuchsakademie
Die Nachwuchsakademie umfasst vier aufeinander aufbauende Phasen:
Phase 1 – Planungsworkshop:
Voraussichtlich am 15. April 2027 treffen sich die ausgewählten Teilnehmer*innen in Hamburg erstmals mit ihren Projektpat*innen. Die eingereichten Projektideen werden hinsichtlich ihrer wissenschaftlichen Qualität, Methodik und Umsetzbarkeit diskutiert. Im Rahmen des Planungsworkshops erhalten die Teilnehmer*innen eine individuelle Projektberatung, identifizieren notwendige Vorarbeiten, vernetzen sich mit den anderen Teilnehmer*innen und werden in die DFG-Antragsstrukturen eingeführt. Darüber hinaus finden Mock Reviews durch erfahrene Gutachter*innen statt. Im Anschluss an den Workshop arbeiten die Teilnehmer*innen einen ersten Projektentwurf aus.
Phase 2 – Akademiewoche:
Das Zentrum der Nachwuchsakademie bildet die mehrtägige Akademiewoche, die voraussichtlich vom 28. Juni bis 2. Juli 2027 in München stattfindet. Die Teilnehmer*innen präsentieren ihre eigenen Projektideen und nehmen an Workshops zur Antragstellung teil. Weitere Programmpunkte sind eine Einführung in Studienplanung und Statistik, Good Clinical Practice (GCP), Publikationsstrategien, wissenschaftliches Schreiben sowie die Karriereentwicklung in der akademischen Gefäßchirurgie. Ergänzend erhalten die Teilnehmer*innen ein Einzelmentoring durch ihre Projektpat*innen. Internationale Expert*innen berichten über aktuelle Entwicklungen in der Gefäßforschung und Drittmittelförderung.
Phase 3 – Ausarbeitung und Einreichung der Forschungsanträge:
Nach Abschluss der Akademiewoche finalisieren die Teilnehmer*innen ihre Projektanträge mit Unterstützung ihrer Mentor*innen. Die Anträge sind bis zum 30. September 2027 einzureichen. Die Antragstellung erfolgt gemäß den Vorgaben der DFG.
Phase 4 – Revisions- und Alumni-Workshop:
Im Frühjahr 2028 findet in Düsseldorf ein Revisions- und Alumni-Workshop statt. Die Teilnehmer*innen präsentieren den Stand ihrer Projekte und diskutieren ihre Erfahrungen aus Antragstellung und Projektumsetzung. Im Mittelpunkt stehen die Vertiefung des wissenschaftlichen Netzwerks, der Austausch mit Alumni, die Diskussion von Gutachterkommentaren sowie die Unterstützung bei Folgeanträgen.
Kriterien für die Bewerbung
Bewerben können sich Wissenschaftler*innen, die
- in der Gefäßchirurgie tätig sind oder Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie (DGG) sind,
- sich in einer frühen Phase ihrer wissenschaftlichen oder klinisch-wissenschaftlichen Karriere befinden,
- promoviert sind (in der Regel nicht länger als sechs Jahre zurückliegend) oder kurz vor Abschluss der Promotion stehen bzw. eine vergleichbare wissenschaftliche Qualifikation nachweisen,
- noch keine Habilitation abgeschlossen haben,
- in eine wissenschaftlich aktive Arbeitsgruppe eingebunden sind und
- Interesse an einer eigenständigen akademischen Karriere haben.
Bewerbung
Bitte senden Sie Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen als ein zusammenhängendes PDF-Dokument per E-Mail bis spätestens 20. Januar 2027 an: (externer Link) oder (externer Link).
Der Eingang der Bewerbung gilt erst nach Erteilung einer Eingangsbestätigung als bestätigt.
Bitte fügen Sie Ihrer Bewerbung folgende Unterlagen bei:
- Motivationsschreiben (max. 1 Seite; Darstellung der wissenschaftlichen Motivation, Karriereplanung und des Interesses an der Nachwuchsakademie)
- Projektskizze für das Forschungsvorhaben (max. 3 Seiten, Arial 10 pt, einfacher Zeilenabstand; mit Titel, Hintergrund und Fragestellung, Hypothese, Materialien und Methoden, erwarteten Ergebnissen, Bedeutung für die Gefäßchirurgie, Literatur sowie Beschreibung der projektbezogen vorhandenen Forschungsinfrastruktur)
- Lebenslauf (max. 2 Seiten; siehe (interner Link))
- Kopie der Promotionsurkunde bzw. Nachweis über den eingereichten Promotionsantrag einschließlich einer Stellungnahme der betreuenden Person oder Nachweis einer vergleichbaren wissenschaftlichen Leistung
- Optional: Unterstützungsschreiben der Klinik- oder Institutsleitung
Kriterien für die Auswahl
Die Auswahl erfolgt durch ein wissenschaftliches Expertengremium anhand folgender Kriterien:
- Wissenschaftliche Qualität der Projektidee
- Innovationsgehalt
- Durchführbarkeit
- Vorarbeiten
- Publikationsleistungen
- Potenzial für zukünftige Drittmitteleinwerbung
- Einbindung in geeignete Forschungsstrukturen
Bis zu 20 Bewerber*innen werden zur Teilnahme eingeladen.
Termine im Überblick
- Bewerbungsfrist: 1. September 2026 bis 20. Januar 2027
- Information über die Auswahlentscheidung: 1. März 2027
- Planungsworkshop: voraussichtlich 15. April 2027 (Hamburg)
- Akademiewoche: voraussichtlich 28. Juni bis 2. Juli 2027 (München)
- Einreichung der Anträge: 30. September 2027
- Revisions- und Alumni-Workshop: Frühjahr 2028 (Düsseldorf)
Kosten
Die Kosten für die Teilnahme an der Nachwuchsakademie einschließlich Unterkunft, Verpflegung und Reisekosten werden übernommen. Der Eigenanteil beträgt 150 Euro pro Person.
Gleichstellung und Diversität
Die DFG begrüßt ausdrücklich Antragstellungen von Forscher*innen aller Geschlechter und sexueller Identitäten, mit verschiedenen ethnischen, kulturellen, religiösen, weltanschaulichen oder sozialen Hintergründen, verschiedener Karrierestufen, Hochschultypen und Forschungseinrichtungen sowie mit Behinderung oder chronischer Erkrankung. Im Hinblick auf den fachlichen Schwerpunkt dieser Ausschreibung fordert die DFG insbesondere Wissenschaftlerinnen explizit auf, Anträge zu stellen.
Weiterführende Informationen
Detaillierte Informationen zu Nachwuchsakademien finden Sie (interner Link).
Weiterführende Informationen zu Sachbeihilfen:
(interner Link) zum Lebenslauf
(interner Link) zur Antragstellung für Sachbeihilfen
Hilfreich können auch die (interner Link) sein.
Leitung, Koordination und Organisation der Nachwuchsakademie
Sprecher der Nachwuchsakademie:
Professor Dr. Nikolaos Tsilimparis (LMU München) in Kooperation mit Professor Dr. E. Sebastian Debus (UKE Hamburg)
Professor Dr. Hubert Schelzig (Universitätsklinikum Düsseldorf)
Ansprechperson in der DFG-Geschäftsstelle
| E-Mail: | sigrid.hanke@dfg.de |
| Telefon: | +49 (228) 885-2676 |
Datenschutz
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft e. V. (DFG) nimmt den Schutz personenbezogener Daten und deren vertrauliche Behandlung sehr ernst. Bitte beachten Sie daher die (interner Link). Bitte denken Sie daran, dass Sie Daten Dritter nur übermitteln sollten, wenn die dafür erforderliche datenschutzrechtliche Legitimation besteht. Bevor Sie Daten Dritter an uns weiterleiten, denken Sie bitte auch daran, die Datenschutzhinweise der DFG vorher an die betroffenen Personen weiterzuleiten. Besteht ein berechtigtes Interesse, Personen nicht vorab zu informieren (z. B. aus Gründen der Geheimhaltung, der Nominierung oder eines Wahlvorschlags), dann sollte eine Information spätestens mit der Veröffentlichung erfolgen.