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FAQ: Förderlinie Forschungsgruppen

Die Förderlinie Forschungsgruppen (FOR, KFO, KFG)

Welche Varianten von Forschungsgruppen gibt es?

Die DFG bietet das Programm Forschungsgruppen in den Varianten „Forschungsgruppe“ (FOR), „Klinische Forschungsgruppe“ (KFO) und „Kolleg-Forschungsgruppe“ (KFG) an. Allen ist gemeinsam, dass sie eine mittelfristig angelegte enge Zusammenarbeit herausragender Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen ermöglichen, um eine besondere Forschungsaufgabe zu bearbeiten, die über die Möglichkeiten der Einzelförderung hinausgeht.

Über KFO sollen Forschungsverbünde in der krankheits- oder patientenorientierten (translationalen) klinischen Forschung gefördert und wissenschaftliche Arbeitsgruppen in klinischen Einrichtungen dauerhaft implementiert werden.

KFG sind ein speziell auf die geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung zugeschnittenes Förderangebot.

Sind Forschungsgruppen ortsgebunden oder können sie auch ortsverteilt sein?

FOR können an einer Hochschule angesiedelt sein oder an verschiedenen Standorten, wobei die Mehrzahl der wissenschaftlichen Projekte an Hochschulen angesiedelt sein soll. Eine KFO wird primär von Universitätskliniken an einer Universität getragen, ist also ortsgebunden. Eine KFG ist ebenfalls nur an einem Ort angesiedelt.

Wie lange wird eine Forschungsgruppe gefördert?

Für Skizzen und Anträge von FOR und KFO, die auf Skizzen basieren, die ab dem 1. Oktober 2018 eingehen, gilt:

  • Die Gesamtförderdauer beträgt üblicherweise acht Jahre in zwei Förderperioden à vier Jahren.

Für Skizzen und Anträge von FOR und KFO, die vor dem Stichtag 1. Oktober 2018 eingegangen sind, und für Anträge, die auf Skizzen basieren, die vor dem 1. Oktober 2018 eingegangen sind, gilt:

  • Die Gesamtförderdauer beträgt grundsätzlich sechs Jahre, in begründeten Ausnahmefällen acht Jahre (7. und 8. Jahr). Die erste und zweite Förderperiode betragen üblicherweise je drei Jahre. Ein Wechsel von 2x3jähriger Förderung in die 2x4jährige Förderung ist für diese Gruppen nicht möglich.

Für Skizzen und Anträge von KFG, unabhängig von dem Zeitpunkt, zu dem sie eingereicht wurden, gilt:

  • Die Gesamtförderdauer beträgt üblicherweise acht Jahre in zwei Förderperioden à vier Jahren.

Antragstellung und Begutachtung

Wie stellt man einen Antrag für eine Forschungsgruppe?

Die Beantragung einer Forschungsgruppe setzt voraus, dass zunächst eine Antragsskizze eingereicht wurde. Auf der Grundlage der Skizze gibt die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) eine Empfehlung zur Einreichung eines vollständigen Antrages ab.

Die Skizze und der vollständige Antrag für eine FOR oder KFO können grundsätzlich jederzeit eingereicht werden. Einzelheiten zum Verfassen der Skizze und des Antrags finden sich im Leitfaden für die Antragstellung von Einrichtungs- und Fortsetzungsanträgen für Forschungsgruppen und Klinische Forschungsgruppen. Die Beantragung der einzelnen Teilprojekte erfolgt nach dem Leitfaden für die Einzelprojektförderung.

Eine Antragsskizze für eine KFG kann ausschließlich im Rahmen einer jährlichen Ausschreibung eingereicht werden. Einzelheiten zum Verfassen der Skizze und des Antrags finden sich im Leitfaden für die Antragstellung – Antragsskizze, Einrichtungs- und Fortsetzungsantrag Kolleg-Forschungsgruppe.

Wie laufen die Beantragung und das Begutachtungsverfahren ab?

Im ersten Schritt wird eine Antragsskizze für eine FOR oder KFO in einem schriftlichen Verfahren begutachtet. Auf der Basis der Antragsskizze und der Begutachtung formuliert das zuständige Fachkollegium einen Empfehlungsvorschlag für den Senat der DFG, der die abschließende positive oder negative Empfehlung zur Vorlage eines Einrichtungsantrages ausspricht. Im zweiten Schritt wird ein Einrichtungsantrag eingereicht und durch eine Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in einer Sitzung, in der Regel vor Ort, begutachtet. Die Begutachtungsergebnisse bilden die Grundlage für die Förderentscheidung, die der Senat der DFG vorbereitet und der Hauptausschuss dann abschließend trifft.

Die Antragsskizzen für eine KFG werden von einem Panel unter Beteiligung von Fachkollegiatinnen und Fachkollegiaten begutachtet. Auf Grundlage der Stellungnahme dieser Begutachtungsgruppe spricht der Senat der DFG eine abschließende positive oder negative Empfehlung zur Vorlage eines Einrichtungsantrages aus. Das weitere Verfahren entspricht dem von FOR und KFO.

Wie lange dauert es ungefähr von der Einreichung einer Skizze bis zur Entscheidung?

Von der Einreichung der Skizze bis zur Entscheidung über den Einrichtungsantrag sollten Sie mit einer Gesamtzeit von mindestens einem Jahr bis anderthalb Jahren rechnen. Dies beinhaltet die Begutachtung von Skizze und Einrichtungsantrag. Senat und Hauptausschuss tagen viermal im Jahr. Mit einer Entscheidung kann daher ca. drei Monate nach der Begutachtung gerechnet werden.

Wie viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler müssen mindestens und dürfen maximal an einem Antrag beteiligt sein? Gibt es eine Mindestzahl bzw. eine Höchstzahl von Teilprojekten?

Typischerweise haben eine FOR oder KFO eine einstellige Anzahl von Teilprojekten. Für die Zahl der beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gibt es keine Mindest- oder Höchstgrenze und sie kann auch fachspezifisch variieren. Die Gruppengröße sollte eine koordinierte und enge Zusammenarbeit aller Beteiligten ermöglichen.

Für die Kolleg-Forschungsgruppen (KFG) gilt, dass sie von nur 2-3 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern verantwortet werden, die in intensiver eigener forschender Tätigkeit eng mit einer Gruppe von Gästen (Fellows) kollegförmig zusammenarbeiten. Die KFG haben keine Teilprojekte.

Gibt es etwas zu beachten, wenn wir mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem Ausland kooperieren möchten?

Die Kooperation mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im Ausland ist in der Forschungsgruppe problemlos möglich. Hierzu können beispielsweise sowohl die Sachmittel aus dem Basismodul (Reisemittel und Mittel für Gäste) als auch das Mercator Fellow-Modul genutzt werden.

Eine Einbeziehung von Teilprojekten von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Österreich, Luxemburg und der Schweiz ist aufgrund besonderer Abkommen möglich. Dabei sind diese grundsätzlich von den jeweils beteiligten Partnerorganisationen zu finanzieren. Dies gilt allerdings nicht für Klinische Forschungsgruppen, da diese ortsgebunden sind.

Eine Finanzierung von Teilprojekten in anderen Ländern ist möglich, wenn diese für die gesamte Forschungsgruppe einen Mehrwert versprechen und den gleichen hohen wissenschaftlichen Standards genügen wie die inländischen. Dies gilt ebenfalls nicht für Klinische Forschungsgruppen.

Da Kolleg-Forschungsgruppen nicht teilprojektförmig arbeiten und zudem ortsgebunden sind, können keine Teilprojekte im Ausland einbezogen werden. Die Kooperation mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im Ausland erfolgt im Rahmen des Fellowprogramms.

Ist es möglich, innerhalb einer Forschungsgruppe Transferprojekte zu beantragen? Unser Forschungsthema ist auch für einen Anwendungspartner interessant – kann unsere Forschungsgruppe mit einem Unternehmen oder einer anderen Einrichtung (Museum, Schule, o.ä.) kooperieren?

Die Möglichkeiten der Transferprojektförderung können in Forschungsgruppen wie in vielen anderen Förderprogrammen genutzt werden, um Erkenntnisse des Forschungsverbundes gemeinsam mit nicht-wissenschaftlichen Partnern für die Praxis weiterzuentwickeln.

Was sind die Begutachtungskriterien für Forschungsgruppen?

Anträge auf Einrichtung oder Fortsetzung von Forschungsgruppen (FOR, KFO, KFG) werden in einer Sitzung von einer Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern hinsichtlich folgender Aspekte begutachtet:

  • Qualität des Vorhabens, vor allem hinsichtlich Originalität und erwartetem Erkenntnisgewinn
  • Ziele und Arbeitsprogramm
  • Für KFG: Konzept des Fellow-Programms und Angemessenheit der kollegförmigen Zusammenarbeit im Unterschied zu teilprojektförmiger Verbundarbeit
  • Für KFO: Konzept zur strukturierten Mediziner-Doktoranden-Einbindung, Clinician Scientist-Programme und Zusammenarbeit von Medizinerinnen und Medizinern sowie Grundlagenwissenschaftlerinnen und Grundlagenwissenschaftlern sowie weitere strukturfördernde Maßnahmen und Unterstützungen
  • Tragfähigkeit der Vorarbeiten, Qualität der Veröffentlichungen und Qualifikation der Antragstellenden und Eignung der Sprecherin/ des Sprechers zur Leitung der Gruppe
  • Arbeitsmöglichkeiten und das wissenschaftliche Umfeld
  • Maßnahmen zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses (trifft für KFG nur eingeschränkt zu)
  • Berücksichtigung von Vielfalt und Chancengleichheit im Wissenschaftssystem
  • Angemessenheit der beantragten Mittel

Wo wird die Begutachtung durchgeführt?

Die Begutachtung findet üblicherweise an der Hochschule der Sprecherin bzw. des Sprechers der Forschungsgruppe oder in der Geschäftsstelle der DFG statt.

Ist die Einreichung einer überarbeiteten Skizze möglich, wenn Sie nicht zur Antragstellung von der DFG aufgefordert wurden?

Die Einreichung einer überarbeiteten Antragsskizze ist einmalig möglich. Bitte beraten Sie sich dazu mit der / dem für Sie zuständigen Ansprechperson und beachten Sie die Ausschreibungsfristen für die Kolleg-Forschungsgruppenskizzen.

Ansprechpersonen

Fachliche Ansprechparterinnen und Ansprechpartner

Gerne informiert Sie der für Sie fachlich zuständige Bereich der DFG-Geschäftsstelle über Einzelheiten der Antragstellung.

Allgemeine Informationen zu den Programmen

Ansprechperson allgemeine Informationen zum Programm Forschungsgruppen

Ansprechperson allgemeine Informationen zum Programm Kolleg-Forschungsgruppen

Ansprechperson allgemeine Informationen zum Programm Klinische Forschungsgruppen