DFG und CAPES erneuern Partnerschaft zur Stärkung der deutsch-brasilianischen Wissenschaftskooperation

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die brasilianische Förderorganisation CAPES (Coordenação de Aperfeiçoamento de Pessoal de Nível Superior) haben ihr Kooperationsabkommen im Rahmen der Jahrestagung der Brazilian-German Collaborative Research Initiative on Smart Connected Manufacturing (CRI-SCMfg) erneuert. Die Veranstaltung fand am 28. und 29. Mai im Innovation Center der Universität von São Paulo (InovaUSP) statt.

Zwei Vertreter*innen der DFG und CAPES halten jeweils ein Exemplar des Abkommens hoch.

© CAPES DFG CRI-SCMFg

An der Tagung nahmen rund 35 Personen teil, darunter Dr. Sebastian Heidrich, Programmdirektor Ingenieurwissenschaften bei der DFG, Priscilla Abreu, stellvertretende Programmkoordinatorin bei CAPES, sowie die Koordinatoren der SCMfg-Initiative seit 2019, Professor Dr.-Ing. Michael Freitag von der Universität Bremen und Professor Dr. Enzo Morosini Frazzon von der Universidade Federal de Santa Catarina (UFSC).

Seit mehr als 30 Jahren arbeiten DFG und CAPES gemeinsam daran, die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Brasilien zu stärken. Ein zentrales Element dieser Kooperation ist die CRI-SCMfg-Initiative, die sich den Bereichen Produktionstechnik und Fertigungstechnologie widmet. Seit 2009 wurden im Rahmen des Netzwerks rund 60 gemeinsame Forschungsprojekte mit etwa 400 Wissenschaftler*innen aus beiden Ländern gefördert. Die Jahrestagungen dienen dem wissenschaftlichen Austausch der Fachgemeinschaft über Projektgrenzen hinweg und bieten eine Plattform für die Diskussion mit Industriepartnern aus Deutschland und Brasilien.

„Die Erneuerung der Partnerschaft zwischen DFG und CAPES bestätigt den großen Erfolg und die Relevanz unserer langjährigen Kooperation“, betont Michael Freitag, wissenschaftlicher Koordinator der Initiative auf deutscher Seite. „In einer Zeit, in der sich die Produktion global und digital rasant verändert, ist der direkte Austausch zwischen exzellenten Forschungsteams und starken Industriepartnern unerlässlich. Unsere gemeinsamen Projekte im Bereich der intelligent vernetzten Produktion zeigen eindrucksvoll, wie transatlantische Spitzenforschung konkrete Innovationen für die Praxis hervorbringt. Die Fortführung des Abkommens sichert das Fundament für den nachhaltigen Ausbau dieser wertvollen Netzwerke und die gemeinsame Lösung neuer technologischer Herausforderungen.“

Gruppenbild außen

© CAPES DFG CRI-SCMFg

Enzo Frazzon, wissenschaftlicher Koordinator der Initiative auf brasilianischer Seite ergänzt: „Die enge Verbindung zwischen brasilianischer und deutscher Industrie und Wissenschaft hat tiefe kulturelle und historische Wurzeln. Das Forschungsnetzwerk CRI-SCMfg (ehemals BRAGECRIM), das nun auf 21 Jahre erfolgreiche Arbeit zurückblickt, wurde ins Leben gerufen, um die bilateralen Beziehungen, die zuvor auf vielen verschiedenen Einzelinitiativen beruhten, zu strukturieren und zu skalieren. Durch die Förderung kollaborativer Forschung und der Mobilität von Wissenschaftler*innen bietet diese langfristige Partnerschaft beiden Nationen einen doppelten Mehrwert: zum einen treibt sie hochkarätige Forschung voran, die industrielle Innovationen ankurbelt; zum anderen fördert sie eine neue Generation hoch qualifizierter Ingenieur*innen, die an der Spitze des aktuellen industriellen Wandels stehen. Mit Blick auf die Zukunft verspricht das jüngst erneuerte akademische Abkommen zusammen mit den starken institutionellen und wirtschaftlichen Verbindungen zwischen Brasilien und Deutschland noch größere Chancen für die wissenschaftliche Zusammenarbeit und die industrielle Wettbewerbsfähigkeit unserer Länder.“

Die Verlängerung des Abkommens unterstreicht das weiterhin große Potenzial der deutsch-brasilianischen Zusammenarbeit im Bereich der modernen Produktionssysteme und Fertigungstechnologien – einem strategisch wichtigen Feld für beide Länder. Die engen Verbindungen zwischen dem deutschen und brasilianischen Wirtschaftssektor, die unter anderem durch die Rolle Brasiliens als Partnerland der Hannover Messe 2026 sowie durch das Mercosur-EU-Abkommens gestärkt werden, bieten hervorragende Voraussetzungen für den weiteren Ausbau gemeinsamer Forschungs- und Innovationsaktivitäten.

Einblicke in das Forschungs- und Innovationsökosystem von São Paulo

Die Jahrestagung der CRI-SCMfg bot der DFG-Delegation zudem die Gelegenheit, zentrale Akteure aus den Bereichen Forschung, Innovation und Industrie in São Paulo kennenzulernen.

Gruppenbild innen

© CAPES DFG CRI-SCMFg

In den Tagen vor der Jahresversammlung der SCMfg besuchten Dr. Sebastian Heidrich und Dr. Christina Peters, Leiterin des DFG-Büros Lateinamerika, die Forschungsförderorganisation FAPESP. Im Mittelpunkt der Gespräche standen Wissenstransfer sowie das Innovationsökosystem des Bundesstaates São Paulo. Die Diskussionen wurden im Deutschen Wissenschafts- und Innovationshaus São Paulo (DWIH São Paulo) fortgesetzt, wo Vertreter*innen wissenschaftlicher Einrichtungen, von Förderorganisationen und Unternehmen über den aktuellen Stand und die Zukunftsperspektiven der deutsch-brasilianischen Forschungs- und Innovationskooperation diskutierten.

Darüber hinaus traf die Delegation Vertreter von VDI Brasil und besuchte führende Einrichtungen im Bereich Fertigung und Innovation, darunter das Technisches Institut für Luftfahrt (ITA), den Technologie- und Innovationspark von Embraer, B. GROB do Brasil sowie Festo Brasil.

Die Gespräche verdeutlichten die Stärke des Innovationsökosystems von São Paulo, das von einer engen Zusammenarbeit zwischen Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Unternehmen, Verbänden und Förderorganisationen geprägt ist. Gleichzeitig wurde deutlich, dass offene Kommunikation, belastbare institutionelle und persönliche Netzwerke sowie gegenseitiges Vertrauen entscheidende Voraussetzungen für erfolgreiche Kooperationen sind.

Für DFG und CAPES zeigen sowohl die Erneuerung des Kooperationsabkommens als auch die zahlreichen Gespräche der Woche, dass die deutsch-brasilianische Zusammenarbeit im Bereich der Fertigungstechnologien belastbar und äußerst wertvoll ist. Sie bietet großes Potenzial, gemeinsame Herausforderungen zu bewältigen und innovative Lösungen mit nachhaltigem Nutzen für beide Länder zu entwickeln. Die Verlängerung der Vereinbarung kommt auch Wissenschaftler*innen aus dem Bereich Rechtswissenschaften zugute, da das Programm „DFG-CAPES Collaborative Research Initiative“ nicht nur den Bereich Produktionstechnik, sondern auch den Bereich Rechtswissenschaften abdeckt.