DFG nimmt an Einweihung eines neuen Teleskops in Chile teil

Am 9. April wurde das Fred-Young-Submillimeterteleskop (FYST) am Cerro Chajnantor Atacama Telescope Observatory (CCAT) in Chile feierlich eingeweiht. An der Festveranstaltung nahmen rund 100 Gäste teil, darunter auch eine Delegation der Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG).

Weiterer Blick auf das Fred-Young-Submillimeterteleskop auf einem Plateau inmitten von Bergen im Hintergrund.

© Nicolas Carl / Universität zu Köln

Das FYST ist das erste Submillimeterteleskop, das federführend von Universitäten betrieben wird. Dank seines neuartigen optischen Designs erlaubt das Teleskop eine besonders schnelle und effiziente Kartierung des Himmels. Durch diese Messungen sollen die „Dunkle Energie“ und die frühesten Phasen des Universums und der Galaxienentwicklung erforscht werden, aber auch die Dynamik und Verteilung der interstellaren Materie unserer Milchstraße.

Das Projekt ist das Ergebnis des internationalen CCAT-Konsortiums, an dem unter anderem die Universitäten Köln und Bonn, das Max-Planck-Institut für Astrophysik, die Cornell University sowie ein kanadisches Konsortium unter der Leitung der University of Waterloo beteiligt sind. Zudem wirken Astronom*innen von neun chilenischen Universitäten mit. Die Struktur des Teleskops sowie dessen Antriebs- und Steuerungssysteme hat das deutsche Unternehmen CPI Vertex Antennentechnik entwickelt und fabriziert.

Blick von schräg unten auf das Fred-Young-Submillimeterteleskop.

© Nicolas Carl / Universität zu Köln

Errichtet wurde das Teleskop in den chilenischen Anden auf einer Höhe von 5.640 Metern und befindet sich dadurch oberhalb eines Großteils der Erdatmosphäre. Dies reduziert atmosphärische Störungen erheblich, und die trockene Luft der Atacama-Wüste, die einen sehr niedrigen Wasserdampfgehalt aufweist, ermöglicht besonders klare und präzise Beobachtungsbedingungen im Submillimeterbereich.

Das FYST ist nach Fred Young benannt, dem Hauptförderer des Projekts und ehemaligen Studenten der Cornell University. Finanzielle Förderer des Baus waren die DFG, das Max-Planck-Institut für Astrophysik und die beteiligten Universitäten. Das Design des Teleskops musste aus technischen und finanziellen Gründen mehrfach geändert werden. Dr. Achim Tieftrunk, der das Projekt bei der DFG seit 15 Jahren begleitet, sagte bei der Einweihung: „Die 2011 getroffene Entscheidung zielte nicht auf ein konkretes Design. Sie war eine Wette auf eine Gemeinschaft, auf eine wissenschaftliche Ausrichtung und auf den langfristigen Wert der Erforschung des kalten Universums. Wenn ich mich heute umschaue, würde ich sagen: Diese Wette hat sich ausgezahlt.“

Das Fred-Young-Submillimeterteleskop steht auf einem Plateau inmitten von Bergen.

© Nicolas Carl / Universität zu Köln

Darüber hinaus fördert die DFG auch begleitende Forschungsaktivitäten, etwa im Rahmen des Sonderforschungsbereichs „Bedingungen und Auswirkungen der Sternentstehung – Astrophysik, Instrumentierung und Labor (SFB 956)(externer Link). Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse zu vertiefen, die interdisziplinäre Zusammenarbeit zu stärken und Forscher*innen in frühen Karrierephasen zu fördern. Auch der neue, im Rahmen der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder geförderte Exzellenzcluster „Dynaverse – Our Dynamic Universe(externer Link), eine Kooperation zwischen den Universitäten Köln und Bonn, dem Forschungszentrum Jülich, dem Max-Planck-Institut für Radioastronomie, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt sowie dem Heidelberg Institute for Theoretical Studies (HITS), wird das FYST intensiv für Forschungsprojekte nutzen und zu diesem Zweck auch weitere Instrumente für das Teleskop entwickeln.