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Orientierung für eine Karriere in der Wissenschaft

Wissenschaftliche Karrierewege sind vielfältig und unterscheiden sich in den einzelnen Fachgebieten. Die folgenden Hinweise sind daher Anregungen, von denen je nach Fach, Karrierephase und individuellem Ziel unterschiedliche Aspekte relevant sind. In allen Fachgebieten ist es jedoch sinnvoll, eine wissenschaftliche Laufbahn planvoll anzugehen, denn allein sehr gute wissenschaftliche Leistungen garantieren angesichts der begrenzten Zahl dauerhafter wissenschaftlicher Stellen und Professuren keine dauerhafte Karriere in der Wissenschaft.

Früh planen

Eine Stelle als studentische Hilfskraft (beispielsweise in einem DFG-geförderten Projekt(interner Link)) ermöglicht schon während des Studiums Einblicke in wissenschaftliche Arbeit und hilft, erste Kontakte in die Wissenschaft zu knüpfen.

Informieren Sie sich bereits während des Studiums über die Möglichkeiten einer Promotion, beispielsweise bei Informationsveranstaltungen, im Gespräch mit Lehrenden und Promovierenden oder im Freundes- / Kommiliton*innenkreis. 

Besprechen Sie mit möglichen Promotionsbetreuer*innen Ihre Ideen und Möglichkeiten oder entwickeln Sie gemeinsam ein geeignetes Forschungsvorhaben. Je nach Promotionsumfeld kann Sie zusätzlich ein Thesis Advisory Committee, bestehend aus zwei oder mehr Wissenschaftler*innen, während der Promotion begleiten. 

Klären Sie die folgenden Punkte: 

  • Finanzierung - in der Regel über eine Promotionsstelle (interner Link)oder ein Stipendium eines Begabtenförderwerks
  • Arbeitsort
  • Rahmenbedingungen. Dazu gehören beispielsweise Promotionsvoraussetzungen, schriftliche Betreuungsvereinbarung, Zugang zu Graduiertenschulen und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Auf dem Weg zur Professur

Der Weg zu einer Professur oder zu anderen dauerhaften Positionen in der Wissenschaft beginnt in der Regel mit der Promotion und den daran anschließenden Postdoc-Phasen(interner Link). In dieser Zeit erwerben Sie weitere Qualifikationen, die zu einer wissenschaftlichen Stelle als Lehr- und/oder Forschungspersonal oder zur Berufbarkeit, also der Eignung für eine Professur führen können. Dazu gehören: 

  • die Leitung einer eigenen Arbeitsgruppe, zum Beispiel im Emmy Noether-Programm
  • eine Juniorprofessur mit oder ohne Tenure Track (= Möglichkeit nach erfolgreicher Bewährung eine dauerhafte Professur anzutreten).
  • eine Habilitation, also der Nachweis besonderer Forschungs- und Lehrbefähigung, oder habilitationsäquivalente Leistungen. Hierbei handelt es sich um alternative wissenschaftliche Leistungen in Forschung und Lehre, die laut jeweils geltender Habilitationsordnung ebenfalls eine Eignung für eine Professur begründen. 

Qualifikationen erwerben

Die Bewertung der Qualifikation von Wissenschaftler*innen für eine Stelle, einen Ruf auf eine Professur oder ein Forschungsprojekt berücksichtigt unterschiedliche wissenschaftliche Leistungen und Erfahrungen. Diese können umfassen: 

  • Veröffentlichungen wissenschaftlicher Ergebnisse (Artikel, Bücher, Daten, Software, Patente etc.)
  • Erfolge in der Einwerbung und Leitung von Forschungsprojekten
  • internationale Forschungserfahrung
  • Engagement in der Lehre und Betreuung Forschender früher Karrierephasen
  • Tätigkeit in der akademischen Selbstverwaltung, der Öffentlichkeitsarbeit oder dem Wissens- und Technologietransfer etc. 

Je nach angestrebter Stelle oder Förderung sind unterschiedliche Leistungen und Erfahrungen wichtig. Planen Sie Ihre jeweils nächsten Karriereschritte frühzeitig und informieren Sie sich, welche wissenschaftlichen Leistungen, Qualifikationen, Erfahrungen und Fördermöglichkeiten dafür wichtig sind. Richten Sie Ihre weitere Qualifizierung entsprechend aus.

Vernetzung und Profil

Finden Sie Forschungseinrichtungen und Wissenschaftler*innen, die für Ihren Forschungsbereich relevant sind, vernetzen Sie sich international und gewinnen sie, wenn möglich, vielfältige Forschungserfahrungen. Dies kann beispielsweise durch Forschungsaufenthalte im Ausland, länderübergreifende Forschungskooperationen oder die Arbeit in einem international geprägten Umfeld geschehen. Auch die internationale Sichtbarkeit Ihrer Forschung und die Teilnahme an einschlägigen Fachtagungen können für Ihre wissenschaftliche Karriere von Bedeutung sein. Internationale Vernetzung und der Austausch können zudem neue Perspektiven eröffnen und zur Qualität Ihrer Forschung beitragen.

Beginnen Sie während der Promotion und frühen Postdoc-Phase, Ihr eigenständiges Forschungsprofil zu entwickeln. Dazu gehören beispielsweise eigene wissenschaftliche Fragestellungen (zunächst anknüpfend oder zusätzlich zu Ihrem Promotionsvorhaben), deren Bearbeitung in verschiedenen wissenschaftlichen Projekten oder Arbeitsgruppen und entsprechende Veröffentlichungen. Dabei können Sie den Austausch mit Ihren Promotionsbetreuer*innen, Mentor*innen und erfahreneren Wissenschaftler*innen suchen.

Erfahrungen sammeln

Veröffentlichen und kommunizieren Sie Ihre wissenschaftlichen Ergebnisse und machen Sie bei gemeinsamen Veröffentlichungen Ihren eigenen Beitrag kenntlich.

Sammeln Sie, wenn möglich, Erfahrungen in der Lehre, als Tutor*in und in der Betreuung von Abschlussarbeiten oder Hilfskräften. 

Bauen Sie ein eigenes Netzwerk aus Kolleg*innen, Peers, Mentor*innen, Expert*innen und anderen Unterstützer*innen auf. Diese können wertvolle Gesprächspartnerinnen bei der Diskussion Ihrer Forschungsfragen und nächsten Karriereschritte sein. 

Sammeln Sie Erfahrungen mit der Einwerbung von Drittmitteln – das sind zusätzliche Mittel für Forschung, die bei externen Förderorganisationen beantragt werden – und werben Sie, je nach Karrierephase und Fördermöglichkeiten, eigene Mittel für Ihre Forschungsvorhaben ein. Neben der DFG kommen beispielsweise das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), die Europäische Kommission und verschiedene Stiftungen als Drittmittelgeber in Frage. 

Werden Sie in der akademischen Selbstverwaltung tätig; so können Sie an Entscheidungen und Aufgaben der Hochschule oder Forschungseinrichtung mitwirken. Insbesondere die Mitarbeit in Gremien, Kommissionen und ähnlichen Strukturen sowie Begutachtungstätigkeiten für Forschungsförderorganisationen, Fachgesellschaften oder wissenschaftliche Publikationen können Ihnen wertvolle Erfahrungen bieten. Achten Sie darauf, dass Ihr Engagement nicht zulasten Ihrer Qualifikation und Forschung geht – insbesondere in frühen Karrierephasen sollten Sie dies im Blick behalten. 

Forschungskultur

Für gute Arbeitsbedingungen, verlässliche Betreuung, Schutz vor Machtmissbrauch und eine konstruktive Forschungskultur sind Betreuungspersonen und Institutionen verantwortlich. Vergegenwärtigen Sie sich, was zu einer guten Forschungskultur gehört und wo Grenzen beispielsweise hinsichtlich Machtmissbrauchs zu ziehen sind. Behalten Sie Ihre (mentale) Gesundheit und Ihr Wohlbefinden im Blick und holen Sie sich bei Bedarf Unterstützung. Nutzen Sie dafür Informationsangebote und Beratungsstellen. An Ihrer (zukünftigen) Hochschule oder Forschungseinrichtung können dies Personal-, Drittmittel- und Gleichstellungsstellen, sowie das International Office und andere mehr sein. Im Wissenschaftssystem können Sie sich an internationale und nationale Fördereinrichtungen, den Scicomm-Support, den Deutschen Hochschulverband, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und andere mehr wenden. 

Weitere Informationen

Gute wissenschaftliche Praxis | DFG(interner Link)

Familienzeit | DFG(interner Link)