FAQ: Publikationsplattform „Open Research Europe“ (ORE)
Voraussetzung für die Publikation auf ORE ist, dass mindestens ein*e Autor*in eines Artikels mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt:
- Zugehörigkeit zu einer Einrichtung mit Sitz in einem Land, das von einem ORE-Förderer abgedeckt wird, ODER
- Zugehörigkeit zu einer ORE-Fördereinrichtung ODER
- Anstellung bei der Europäischen Kommission oder einer der Agenturen der Europäischen Union, wobei der Artikel aus der dienstlichen Tätigkeit hervorgegangen sein muss, ODER
- Mitwirkung an einem laufenden oder abgeschlossenen Forschungsprojekt der Europäischen Kommission, aus dem der Artikel als Ergebnis hervorgegangen sein muss.
Der*die Autor*in muss über ein aktives und verifizierbares institutionelles E-Mail-Konto verfügen.
Der Artikel muss eine Originalarbeit sein.
Publikationen auf ORE sind für berechtigte Autor*innen kostenfrei.
Berechtigte Wissenschaftler*innen können auf ORE publizieren, ohne Artikelverarbeitungsgebühren (APCs) oder sonstige Autorengebühren zahlen zu müssen.
Die Publikationskosten werden gemeinsam von den Forschungs- und Förderorganisationen getragen, die ORE als Mitglieder unterstützen. Dies ermöglicht ein offenes, nachhaltiges und für Wissenschaftler*innen leicht zugängliches Publikationssystem.
ORE steht für ein breites Spektrum an wissenschaftlichen Beiträgen offen.
ORE publiziert Forschungsergebnisse verschiedenster Art, von wissenschaftlichen Artikeln und Methodenpapieren bis hin zu Software-Tools, Data Papers, Übersichtsarbeiten und anderen wissenschaftlichen Beiträgen.
Die Plattform nimmt wissenschaftliche Beiträge unabhängig vom Forschungsergebnis an, unter anderem positive, negative und Nullergebnisse sowie Replikations- und Widerlegungsstudien. Der Fokus liegt auf wissenschaftlicher Qualität, Transparenz und Beitrag zum Erkenntnisgewinn.
Die Begutachtung von Artikeln erfolgt im Anschluss an die Veröffentlichung. Wenn ein Artikel die Vorveröffentlichungsprüfung durchlaufen hat und veröffentlicht wurde, werden fachkundige Gutachter*innen formell eingeladen, den Artikel mithilfe eines offenen Peer-Review-Modells zu bewerten.
Dieses Verfahren ist besonders transparent: Alle Identitäten werden offengelegt; Gutachter*innen stehen im Austausch mit der Redaktion, anderen Gutachter*innen und Autor*innen; die Gutachten werden zusammen mit dem Artikel veröffentlicht und nach der Veröffentlichung können alle, auch Leser*innen, den Beitrag kommentieren.
Dieser Ansatz stellt ein sichtbares, verantwortungsvolles Bewertungsverfahren sicher, das selbst Teil der wissenschaftlichen Dokumentation wird.
ORE zeichnet sich durch zuverlässige Publikationsverfahren, ein offenes Bewertungsverfahren und von der wissenschaftlichen Community getragene Innovativität aus.
ORE unterstützt Wissenschaftler*innen dabei, ihre Arbeiten offen, schnell und verantwortungsvoll zu publizieren. Die partnerschaftliche Zusammenarbeit von nationalen Forschungsförderorganisationen, Forschungseinrichtungen, der Europäischen Kommission und der Europäischen Organisation für Kernforschung (CERN) ermöglicht es ORE, eine zuverlässige Publikationsumgebung anzubieten, die der Wissenschaft dient.
Wissenschaftler*innen, die auf ORE publizieren, profitieren von folgenden Vorteilen:
- Zuverlässige, von der Community getragene Plattform, die von führenden öffentlichen Wissenschaftsorganisationen in ganz Europa unterstützt wird
- Keine Autorengebühren und damit kostenloser Zugang zu einer hochwertigen Open-Access-Publikationsmöglichkeit für berechtigte Autor*innen
- Strenge Vorveröffentlichungsprüfung (pre-publication check) zur Sicherstellung hochwertiger Publikationen
- Schnelle Verbreitung neuer Forschungsergebnisse ohne unnötige Verzögerung
- Transparentes Peer-Review-Verfahren, bei dem Gutachten und die Identitäten der Gutachter*innen zusammen mit dem Artikel veröffentlicht werden, um einen konstruktiven Dialog und Nachvollziehbarkeit zu fördern
- Freiheit, relevante Forschungsergebnisse zu veröffentlichen, wobei nicht redaktionelle Prioritäten, sondern Autor*innen entscheiden, was veröffentlicht wird
- Unterstützung eines breiten Spektrums an Forschungsergebnissen, darunter wissenschaftliche Artikel, Methodenpapiere, Software, Data Notes, Replikationsstudien sowie negative und konfirmatorische Ergebnisse
- Größere Sichtbarkeit und Glaubwürdigkeit dank offener Peer-Review-Verfahren, umfangreicher Metadaten und einer zuverlässigen technischen Infrastruktur
- Versionierung und Zitierbarkeit, wobei jede Artikelversion dauerhaft verlinkt und eigenständig zitierbar ist
- Unterstützung der FAIR-Prinzipien, die die Auffindbarkeit, Zugänglichkeit, Interoperabilität und Nachnutzbarkeit von Forschungsdaten fördern
ORE ist eine Publikationsplattform mit Peer-Review. Im Gegensatz zu Preprint-Servern oder Repositorien bietet ORE redaktionelle Services, einschließlich strenger Vorveröffentlichungsprüfungen und Begutachtung durch Expert*innen.
ORE nutzt das PRC-Modell (Publish, Review, Curate), das eine schnelle Veröffentlichung wissenschaftlicher Beiträge ermöglicht und zugleich eine strenge Bewertung in einem offenen Peer-Review-Verfahren sicherstellt. Nach einer Reihe vorgelagerter Prüfungen werden Artikel zeitnah veröffentlicht. Anschließend werden automatisch Gutachter*innen zu einer offenen Begutachtung eingeladen.
Das PRC-Modell sorgt für ein hohes Maß an Transparenz, beschleunigt die Verbreitung von Wissen und trennt den Veröffentlichungs- vom Bewertungsprozess, sodass Publikationen im Laufe der Zeit mehrere Bewertungsebenen durchlaufen können. Es kombiniert schnelles Publizieren mit strukturierter Begutachtung und Kuratierung durch Expert*innen und ermöglicht so eine dynamischere, vollständigere Darstellung der Genese einer Publikation.
Für ORE zählt der Wert der Forschung, nicht die Reputation des Publikationsorts.
Open Research Europe hat keinen Impact Factor und strebt dies auch nicht an. Die Europäische Kommission und eine wachsende Zahl an Förderagenturen, ‑einrichtungen und -organisationen befürworten eine umfassendere Perspektive auf Forschungsleistungen. Im Mittelpunkt steht dabei der Eigenwert der veröffentlichten, verbreiteten und nachgenutzten Inhalte, nicht der Ort der Veröffentlichung, die Zeitschrift oder die Plattform.
Open Research Europe unterstützt die verantwortungsvolle Nutzung von Forschungsmetriken und deren Anwendung bei der wissenschaftlichen Bewertung. Grundlagen bilden dabei unter anderem das Leiden Manifesto und die (externer Link). Für jeden auf ORE veröffentlichten Artikel gibt es eine Seite mit zugehörigen Metriken, die Aufschluss über die Reichweite und „Qualität“ des Artikels und das Interesse daran geben. Dazu gehören neben herkömmlichen Indikatoren (z. B. artikelspezifische Zitationsdaten) auch eher qualitative Indikatoren wie Aufrufe, Downloads, Erwähnungen in sozialen Medien und sonstige Interaktionen.
Es gibt zahlreiche Gründe, warum Autor*innen ORE vertrauen können:
- Hinter ORE steht ein breites Bündnis aus nationalen Forschungsförderorganisationen, Wissenschaftsorganisationen und der Europäischen Kommission. Gehostet und betrieben wird ORE vom CERN. Diese Partnerschaft aus etablierten Einrichtungen gewährleistet eine zuverlässige, nachhaltige und verantwortungsvoll geführte Plattform.
- ORE verfügt über eine hochwertige technische Infrastruktur und wendet ein strenges, vollständig transparentes Peer-Review-Verfahren an, das dazu beiträgt, die Glaubwürdigkeit und Sichtbarkeit veröffentlichter Forschungsergebnisse sicherzustellen. Der gesamte Prozess von der Einreichung bis zur Begutachtung ist offen, was das Vertrauen in das System stärkt.
- Jeder eingereichte Artikel durchläuft strenge Vorveröffentlichungsprüfungen, die dazu beitragen, dass alle veröffentlichten Inhalte den von der wissenschaftlichen Community erwarteten Standards genügen.
- ORE fördert die Entwicklung themenbezogener wissenschaftlicher Communitys und damit die Schaffung sinnvoller Räume für Kooperation und Austausch.
- Ein unabhängiges Scientific Advisory Board (SAB), das sich aus etablierten Wissenschaftler*innen sowie Wissenschaftler*innen in frühen Karrierephasen aus allen Fachdisziplinen zusammensetzt, berät ORE in strategischen Fragen und stellt die Einhaltung hoher wissenschaftlicher und publikationsethischer Standards sicher.
ORE steht im Einklang mit nahezu allen Grundsätzen des Diamond-Open-Access-Publikationsmodells (DOA) und erfüllt (externer Link), die der European Diamond Capacity Hub (EDCH) für DOA-Zeitschriften festgelegt hat. Die neueste Entwicklungsstufe von ORE wird zwar nicht allen Autor*innen offenstehen, aber davon abgesehen erfüllt ORE alle operativen Kriterien des Diamond-OA-Modells nach Definition des Diamond Discovery Hub (DDH). ORE ist eine wissenschaftliche Publikationsplattform, die Inhalte unter einer Open-Access-Lizenz und mit persistenten Identifikatoren bereitstellt. Da sie von der Europäischen Organisation für Kernforschung (CERN), einer internationalen Wissenschaftsorganisation, gehostet und betrieben wird, gilt sie als Gemeinschaftsbesitz (community-owned) im Sinne der DDH-Kriterien. Ihre Verwaltung liegt in den Händen eines aus 17 Forschungs- und Förderorganisationen bestehenden Konsortiums, das künftig noch erweitert werden soll. Alle Publikationskosten werden vollständig von den teilnehmenden Organisationen übernommen, sodass keine finanziellen Hürden für Autor*innen und Leser*innen bestehen.
Die Erweiterung von ORE ist nicht als Konkurrenz zu bestehenden Diamond-Open-Access-Zeitschriften oder -Plattformen zu verstehen, sondern als Ergänzung im Rahmen der sich entwickelnden wissenschaftlichen Kommunikationsinfrastruktur in Europa. Die Sichtbarkeit von ORE kann dazu beitragen, Wissenschaftler*innen mit innovativen Publikationsmodellen vertraut zu machen. ORE ist zudem ein Beleg dafür, dass hochwertige Publikationsdienste auch außerhalb kommerzieller Strukturen organisiert werden können.