Deutsch-polnischer Austausch zu Wissenschaftsdiplomatie
DFG und Partnerorganisationen FNP und NCN organisieren fünftes Polish-German Science Meeting in Berlin / Science Diplomacy zur Stärkung europäischer Resilienz im Fokus
Im Mittelpunkt der Diskussionen des fünften Polish-German Science Meetings stand der neue EU-Rahmen für Wissenschaftsdiplomatie, der im Mai vom Rat der Europäischen Union angenommen worden war. Dazu trafen sich am 8. und 9. Oktober in Berlin 15 deutsche und polnische Wissenschaftsorganisationen und Forschungseinrichtungen mit Vertreter*innen aus den Wissenschaftsministerien beider Länder und der EU-Kommission. Organisiert wurde das hochrangig besetzte Treffen von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) sowie ihren beiden polnischen Partnerorganisationen Foundation for Polish Science (FNP) und National Science Centre (NCN).
In der Botschaft der Republik Polen in Berlin gab es zum Auftakt des zweitägigen Treffens zunächst einen Austausch zwischen Wissenschaft und Politik. Hieran knüpften die beteiligten Wissenschaftsinstitutionen in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften am Folgetag an. Dabei betonten sie die Bedeutung eines fortwährenden deutsch-polnischen Dialogs für den Zusammenhalt und die Resilienz in Europa. Beraten wurde zum einen die Stärkung wissenschaftlicher Exzellenz: Hervorgehoben wurde hier besonders das Dioscuri-Programm – das von der Max-Planck-Gesellschaft in Zusammenarbeit mit dem NCN koordiniert wird – mit dem Ziel, in Polen innovative Exzellenzzentren für herausragende Wissenschaftler*innen zu etablieren.
Auch das von DFG, Hochschulrektorenkonferenz und Wissenschaftsrat im März in die FP10-Verhandlungen eingebrachte Bottom-Up-Förderinstrument „Nexus“ für Exzellenznetzwerke der Forschung auf EU-Ebene wurde nochmals eingehender diskutiert. Zum anderen waren der Umgang mit sicherheitsrelevanter Forschung sowie Wissenschaftskooperationen unter schwierigen politischen Bedingungen Gegenstand der Gespräche. Dabei ging es auch um die kürzlich von der FNP veröffentlichte Ausschreibung zur Förderung von Forschungsteams, die sich mit Dual-Use-Technologien befassen, und weitere Förderprogramme zur Unterstützung ukrainischer Wissenschaftler*innen.
Deutsche und polnische Vertreter*innen der beteiligten Wissenschaftsinstitutionen diskutierten insbesondere, inwieweit sie bereits jetzt im Sinne des neuen EU-Rahmens für Wissenschaftsdiplomatie agieren und wie sich eine Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Politik in Bezug auf eine gemeinsame wissenschaftsdiplomatische Linie weiter optimieren lasse. „Schon seit geraumer Zeit nehmen wir wahr, dass die Wissenschaft im Spannungsfeld globaler Chancen, geopolitischer Risiken und gesellschaftlicher Resilienz steht. Daher ist es wichtig, dass wir Wissenschaftsfreiheit und gemeinsame Werte schützen und uns gleichzeitig der Gefahren bewusst sind, die mit der grenzüberschreitenden wissenschaftlichen und technologischen Zusammenarbeit verbunden sind“, sagte DFG-Präsidentin Professorin Dr. Katja Becker.
Auch die Spitzen von NCN und FNP hoben die zentrale Bedeutung Polens und Deutschlands für Europa hervor: „Als Nachbarländer im Herzen Europas spielen beide eine Schlüsselrolle bei der Förderung des Zusammenhalts innerhalb der Europäischen Union. Gemeinsam mit weiteren Partnern in Europa können sie durch Dialog und Zusammenarbeit wesentlich zur Wahrung der Stabilität Europas beitragen“, so Professor Dr. Krzysztof Jóźwiak, Direktor des NCN.
Alle drei Organisationen betonten überdies, dass sie auch weiterhin eng an der Seite ihrer ukrainischen Partner stehen: „Wir sind entschlossen, unsere Unterstützung des Wissenschaftssystems in der Ukraine weiter fortzusetzen, um sicherzustellen, dass ukrainische Forscher*innen fest mit der europäischen und internationalen Wissenschaftsgemeinschaft verbunden bleiben“, erklärte FNP-Präsident Professor Dr. Krzysztof Pyrć.
Das Polish-German Science Meeting wird von der DFG mit ihren polnischen Partnerorganisationen FNP und NCN gemeinsam organisiert. Es findet seit 2017 regelmäßig rund alle zwei Jahre als Gesprächsplattform der wesentlichen öffentlichen Wissenschaftsorganisationen beider Länder abwechselnd in Polen und Deutschland statt. Ziel der Reihe ist der Austausch zu Themen von aktuellem Interesse, um die bilateralen Beziehungen zu festigen und ein gemeinsames Handeln in Europa zu stärken. Das nächste Polish-German Science Meeting soll im Jahr 2028 stattfinden.
Am fünften Polish-German Science Meeting nahmen diese Institutionen aus Deutschland und Polen teil: Alexander von Humboldt-Stiftung, Deutscher Akademischer Austauschdienst, Deutsche Forschungsgemeinschaft, Deutsch-Polnische Wissenschaftsstiftung, Fraunhofer-Gesellschaft, Hochschulrektorenkonferenz, Leibniz-Gemeinschaft, Max-Planck-Gesellschaft, Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina, Conference of Rectors of Academic Schools in Poland, Foundation for Polish Science, National Science Centre Poland, Polish National Agency for Academic Exchange, Polish Academy of Sciences, Rada Głowna, Bundesministerium für Forschung Technologie und Raumfahrt, Ministry of Science and Higher Education Poland, Europäische Kommission (online).
Weiterführende Informationen:
Ein Bericht zum fünften Polish-German Science Meeting findet sich demnächst (interner Link).
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