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Pressemitteilung Nr. 37 | 18. September 2026

DFG legt aktuelles Papier zu Grundlagen ihrer wissenschaftlichen Politikberatung vor

Zusätzliche Orientierung für beratende Gremien und Personen sowie größere Transparenz gegenüber Politik und Gesellschaft / Weitere Maßnahme zur Stärkung von Resilienz

Zu den satzungsgemäßen Aufgaben der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gehört die Beratung von Parlamenten, Gremien und Ausschüssen sowie anderen staatlichen und im öffentlichen Interesse tätigen Einrichtungen. Dabei stellt die DFG auf Grundlage der Expertise ihrer Gremienmitglieder wissenschaftliche Erkenntnisse, fachliche Einschätzungen und Handlungsoptionen für politische und gesellschaftliche Entscheidungsprozesse zur Verfügung und trägt so zu informierten Debatten in Politik und Gesellschaft bei. Die Beratung erfolgt unter anderem durch den Senat und die von ihm hierfür eingesetzten Kommissionen.

Als weitere Maßnahme in der aktuellen Diskussion um die Stärkung der Resilienz von Wissenschaft hat die DFG jetzt ein Papier zu den Grundlagen dieser Beratungsarbeit veröffentlicht. Die darin formulierten sieben Grundsätze beschreiben, unter welchen Voraussetzungen die DFG wissenschaftliche Politikberatung betreibt, welche Rolle wissenschaftliche Evidenz dabei spielt und wo die Grenzen zwischen wissenschaftlicher Expertise und politischen Wertentscheidungen verlaufen. 

Die Grundsätze wurden nun vom Senat der größten Forschungsförderorganisation und zentralen Einrichtung für die Selbstverwaltung der Wissenschaft in Deutschland auf seiner jüngsten Sitzung in Bonn beschlossen. Sie sollen der zusätzlichen Orientierung aller im Namen der DFG beratend tätigen Gremien und Personen dienen und zugleich eine größere Transparenz über die Maßstäbe ihres Handelns schaffen. 

„Mit den Grundsätzen stärken wir das gemeinsame Verständnis und die Nachvollziehbarkeit der Politikberatung der DFG, durch die wir der Verantwortung der Wissenschaft nachkommen, der Öffentlichkeit jenes Wissen zur Verfügung zu stellen, das für die Bewältigung von politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen benötigt wird“, so DFG-Präsidentin Professorin Dr. Katja Becker. „Dabei muss immer wieder betont werden, dass die Politikberatung zu keinem Zeitpunkt den demokratischen Diskurs und das Abwägen im politischen Entscheidungsprozess ersetzt. Die Verantwortung für politische Entscheidungen liegt allein bei den gewählten Politiker*innen“, betonte Becker. 

Im Einzelnen betonen die Grundsätze der Politikberatung die Unabhängigkeit der beteiligten Personen, die Grenzen der Belastbarkeit der zugrunde gelegten Evidenz, die Vorläufigkeit des Wissens, die Pluralität der eingeholten Expertise und die Notwendigkeit, Methoden, Datenquellen und Interessenkonflikte offenzulegen. Die Beratung soll zudem in einer adressatengerechten, verständlichen Sprache erfolgen. 

„Die so formulierten Grundsätze erlauben es nicht zuletzt, wissenschaftliche Erkenntnisse klar von anderen Erkenntnisformen abzugrenzen“, unterstrich Becker. „Auch das ist ein Beitrag, um verzerrender Darstellung, politischer oder medialer Vereinnahmung entgegenzuwirken und das Vertrauen in die Wissenschaft zu stärken.“

Weiterführende Informationen

Grundsätze der wissenschaftlichen Politikberatung(Download)

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