Zwei neue Vizepräsidenten für die DFG
Mitgliederversammlung wählt Verfahrenstechniker Lutz Mädler und Völkerrechtler Christian Walter in Leitungsgremium
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat zwei neue Vizepräsidenten: Die Mitgliederversammlung der DFG wählte am Mittwoch, den 1. Juli 2026, in ihrer Sitzung im Rahmen der Jahresversammlung in Bonn den Verfahrenstechniker Professor Dr.-Ing. Lutz Mädler von der Universität Bremen und den Völkerrechtler Professor Dr. Christian Walter von der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München für vier Jahre in das Präsidium der größten Forschungsförderorganisation und zentralen Selbstverwaltungseinrichtung für die Wissenschaft in Deutschland. Der Amtsbeginn ist am 1. Januar 2027. Aus dem Präsidium scheiden Ende des Jahres die Juristin Professorin Dr. Marietta Auer und der Ingenieurwissenschaftler Professor Dr.-Ing. Hans Hasse aus.
Der neu gewählte Vizepräsident Lutz Mädler ist Professor für Mechanische Verfahrenstechnik an der Universität Bremen sowie Direktor des Bereichs Verfahrenstechnik im Leibniz-Institut für Werkstofforientierte Technologien – IWT in Bremen. Seine Forschung umfasst die Herstellung, Handhabung und Formulierung von Partikeln sowie die Gestaltung und Untersuchung von Partikelgrenzflächen. Für diese wurde Mädler vielfach ausgezeichnet, zuvorderst 2017 mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der DFG. Er war von 2016 bis 2021 Sprecher des Sonderforschungsbereichs „Farbige Zustände“ und ist seit 2020 Sprecher des DFG-Schwerpunktprogramms „HeteroAggregates“. Zudem gehört er seit 2026 dem Steering Board des Exzellenzclusters „The Martian Mindset: A Scarcity-Driven Engineering Paradigm“ der Universität Bremen an. Mädler engagiert sich bereits seit längerer Zeit in der wissenschaftlichen Selbstverwaltung: Seit 2020 ist er Mitglied und seit zwei Jahren Vorsitzender des DFG-Fachkollegiums „Verfahrenstechnik, Technische Chemie“, aus dem er nach seiner Wahl zum Vizepräsidenten zum Ablauf des Jahres ausscheidet.
Der ebenfalls neu gewählte Vizepräsident Christian Walter hat seit 2011 den Lehrstuhl für Völkerrecht und Öffentliches Recht an der LMU München inne. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören etwa der deutsche und europäische Grundrechtsschutz, das Religionsverfassungsrecht, das Verfassungsprozessrecht und das Recht internationaler Organisationen. Walter wurde mit der Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft und dem Ruprecht-Karls-Preis, verliehen von der Stiftung Universität Heidelberg, ausgezeichnet. Er ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Mitglied des Rates der Deutschen Gesellschaft für Internationales Recht sowie derzeit dessen stellvertretender Vorsitzender. Zudem war er von 2007 bis 2011 Teilprojektleiter im Exzellenzcluster „Religion und Politik in den Kulturen der Moderne und Vormoderne“ an der Universität Münster. Auch Walter ist seit Langem in der wissenschaftlichen Selbstverwaltung tätig: Von 2016 bis 2024 wirkte er als Mitglied im Fachkollegium „Rechtswissenschaften“. Seit 2025 ist er darüber hinaus Mitglied des Senats der LMU München.
Nach den Wahlen verabschiedete DFG-Präsidentin Professorin Dr. Katja Becker die scheidenden Vizepräsident*innen Marietta Auer und Hans Hasse.
Hasse stellt zum Ende des Jahres 2026 nach zwei Jahren in der zweiten Amtsperiode sein Amt auf eigenen Wunsch zur Verfügung. Er engagierte sich von Beginn seiner Amtszeit an beim Thema der DFG-Förderung von Hochschulen für Angewandte Wissenschaften und Fachhochschulen. Als Vorsitzender der Ad-hoc-AG des Senats hat er das Förderprogramm „Forschungsimpulse“ (FIP) maßgeblich mitgestaltet, die Sitzungen für die Skizzenauswahl geleitet und überdies mehrere FIP-Begutachtungen als Berichterstatter begleitet. Zudem hat Hasse im vergangenen Jahr gemeinsam mit Axel Brakhage die Leitung der Senats-AG „Finanzsituation und Förderportfolio“ übernommen. Im Rahmen der Ad-hoc-AG des Senats zu Themen des Digitalen Wandels hat Hasse sich außerdem an der Vorbereitung zentraler DFG-Positionen beteiligt, zuletzt an der „Leitlinie zur Nutzung von KI in der Begutachtung“.
Auch Marietta Auer, deren erste Amtszeit am 31. Dezember 2026 endet, stand auf eigenen Wunsch nicht erneut zur Wahl. Die Expertin für Privatrecht sowie internationale und interdisziplinäre Grundlagen des Rechts von der Justus-Liebig-Universität Gießen leitete in ihrer Amtszeit die AG „Forschungsorientierte Gleichstellungs- und Diversitätsstandards“ der DFG und trieb die Umsetzung dieser Standards unter anderem in öffentlichen Workshops und auf Podien voran. Auer engagierte sich zudem in der Präsidialkommission „Nachhaltigkeit“ und im Austausch mit den Fachkollegien für die Verankerung des Nachhaltigkeitsgedankens im DFG-Förderhandeln. Nicht zuletzt floss ihre juristische Expertise in die Überarbeitung des Mitgliedschaftsverfahrens und die Satzungsänderung zur Neuregelung der DFG-Mitgliedschaft ein.
Neben DFG-Präsidentin Katja Becker und den beiden neu gewählten Vizepräsidenten Lutz Mädler und Christian Walter gehören dem Präsidium der DFG der Molekularbiologe Professor Dr. Axel A. Brakhage, der Kunsthistoriker Professor Dr. Johannes Grave, die Physikerin Professorin Dr. Karin Jacobs, die Informatikerin Professorin Dr. Kerstin Schill, der Chemiker Professor Dr. Peter H. Seeberger, die Medizinerin Professorin Dr. Britta Siegmund sowie die Wirtschaftswissenschaftlerin Professorin Dr. Caren Sureth-Sloane an. Der Präsident des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft gehört kraft Amtes dem Präsidium mit beratender Stimme an. Ebenfalls in beratender Rolle nimmt DFG-Generalsekretärin Dr. Heide Ahrens an den Sitzungen des Präsidiums teil.
Die Vizepräsident*innen werden von der Mitgliederversammlung für maximal zwei Amtszeiten von jeweils vier Jahren gewählt.
Weiterführende Informationen
Weitere Informationen zu den Mitgliedern des DFG-Präsidiums unter: (interner Link)
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| E-Mail: | katharina.stade-hezel@dfg.de |
| Telefon: | +49 (228) 885-2200 |