Pressemitteilung Nr. 17 | 1. Juni 2026

Europa-Preis: DFG zeichnet drei „Jugend forscht“-Sieger*innen aus

Mentorenpreis bereitet die Jungforscher*innen auf europäische Wettbewerbsrunde in Kiel vor 

Gruppenbild: DFG-Generalsekretärin Dr. Heide Ahrens (2.v.l.) verlieh den Europa-Preis beim „Jugend forscht“-Finale in Hamburg an Jamila-Cate Tran, Vincent Nack und Tim Kammel (v.l.n.r.).

DFG-Generalsekretärin Dr. Heide Ahrens (2.v.l.) verlieh den Europa-Preis beim „Jugend forscht“-Finale in Herzogenaurach an Jamila-Cate Tran, Vincent Nack und Tim Kammel (v.l.n.r.).

© Stiftung Jugend forscht e. V.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat drei Sieger*innen des Bundeswettbewerbs „Jugend forscht“ zusätzlich den Europa-Preis verliehen. Mit dem Preis will die DFG die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit und Vernetzung für eine erfolgreiche Karriere in der Wissenschaft unterstreichen. DFG-Generalsekretärin Dr. Heide Ahrens überreichte die Auszeichnung am 31. Mai beim „Jugend forscht“-Finale in Herzogenaurach, an dem auch Bundesbildungsministerin Karin Prien, Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche und Matthias Hauer, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), teilnahmen. Mit dem DFG-Europa-Preis sollen die drei Jungforscher*innen gezielt auf den European Union Contest for Young Scientists (EUCYS) vorbereitet werden, der im September an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel – und damit zum ersten Mal seit 1993 wieder in Deutschland – stattfindet. Die Sieger*innen erhalten ein Preisgeld von 1.000 Euro.

Zur fachlichen Vorbereitung auf den europäischen Wettbewerb werden Mentor*innen die „Jugend forscht“-Sieger*innen betreuen. Die DFG sucht diese unter den von ihr geförderten Wissenschaftler*innen in frühen Karrierephasen aus, beispielsweise aus dem Emmy Noether-Programm. Dies soll auch eine dauerhafte Vernetzung zwischen den verschiedenen Generationen von Wissenschaftler*innen ermöglichen.

Die mit dem Europa-Preis ausgezeichneten Jungforscher*innen

Jamila-Cate Tran (20) aus Niedersachsen erhielt im Fachgebiet Biologie mit einem Projekt zu SGLT-2-Hemmern den ersten Preis. Von ihnen ist bekannt, dass sie bei Diabetes den Blutzucker senken, nach einer Nierentransplantation aber auch Nieren und Herz schützen. Jamila-Cate Tran wollte wissen, ob die Medikamente auch Transplantierten helfen, die nicht an Diabetes erkrankt sind. Sie analysierte Behandlungsdaten von über 1.600 Personen aus der internationalen TriNetX-Datenbank und verglich Menschen, die einige Jahre nach der OP erstmals SGLT-2-Hemmer einnahmen, mit einer Gruppe von Patient*innen, die keine SGLT-2-Hemmer bekommen hatte. Die Auswertung mit statistischen Verfahren zeigte, dass SGLT-2-Hemmer auch bei Nichtdiabetikern positiv wirken können. Schwere Nierenprobleme verringerten sich um 36 Prozent, die Sterblichkeit war um 45 Prozent niedriger. 

Vincent Nack (19) aus Bayern erhielt für sein Projekt aus der Kategorie Arbeitswelt den fachgebietsübergreifenden Preis der Bundesforschungsministerin für die innovativste Arbeit, der in diesem Jahr erstmalig verliehen wurde. Er entwickelte ein KI-gestütztes und zum Patent angemeldetes System zum Schutz vor Telefonbetrug, das alle Formen von Täuschung in Echtzeit erkennt und Betrugsopfer schützt. Dabei werden die Rohdaten des Telefongesprächs durch eine selbst programmierte Software lokal verarbeitet und der Gesprächsinhalt anschließend in Textform umgewandelt. Eine sofortige Textanalyse prüft auf betrügerische Inhalte. Liegt eine Täuschung vor, warnt das System die Nutzer*innen akustisch und beendet das Telefonat umgehend. Anrufe mit harmlosem Gesprächsinhalt hingegen werden nicht unterbrochen. Die vollautomatische Funktionsweise soll speziell Senior*innen eine einfache Handhabung ermöglichen.

Tim Kammel (18) aus Nordrhein-Westfalen wurde für sein Physikprojekt mit dem fachgebietsübergreifenden Preis des Bundeskanzlers für die originellste Arbeit ausgezeichnet. Er untersuchte, was hinter der scheinbar simplen Technik von Sanduhren steckt, die früher beispielsweise zur Navigation auf See dienten. Hierfür konstruierte er aus einfachen Materialien einen Versuchsaufbau mit variablen Öffnungen und Trichtern. In zahlreichen Messungen zeigte sich, dass die Laufzeit von der Sandmenge, der Öffnungsgröße und der Trichterform abhängt. Zudem blieb die Fließgeschwindigkeit des Sands konstant – unabhängig davon, wie stark die Uhr noch gefüllt war. Ursache ist, dass sich die Sandkörner gegenseitig abstützen und so den Druck auf die Öffnung konstant halten. Ferner kam heraus, dass bereits minimale Änderungen des Lochdurchmessers die Laufzeit deutlich beeinflussen. Die Ergebnisse könnten dazu beitragen, technische Prozesse wie das Entleeren großer Getreidesilos besser zu verstehen.

Weiterführende Informationen

Informationen zu den Preisträger*innen 2026 finden Sie auf der Seite des Europa-Preises(interner Link) der DFG.

Informationen zu den diesjährigen Sieger*innen von „Jugend forscht“ finden Sie unter: www.jugend-forscht.de(externer Link).

Medienkontakt

Presse und Öffentlichkeitsarbeit der DFG
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