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Transatlantic Tandem Talk: Excellenzcluster CECAD forscht zum langen Leben

Transatlantic Tandem Talk Logo

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© Universität Köln

(24.02.22) Gemeinsam mit dem Nordamerika-Büro der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Deutschen Wissenschafts- und Innovationshaus (DWIH) New York veranstaltete das New Yorker Verbindungsbüro der Universität zu Köln am 16. Februar bereits die sechste Folge der Serie von „Transatlantic Tandem Talks“. Durch wissenschaftliche Podiumsgespräche beleuchtet die Reihe Lösungsansätze aus der Forschung zu wichtigen gesellschaftlichen Problemen auf beiden Seiten des Atlantiks.

Dieses Mal stand die Arbeit des von der DFG geförderten Exzellenzclusters Cellular Stress Responses in Aging-Associated Diseases (CECAD) der Universität zu Köln und des Max-Planck-Instituts für die Biologie des Alterns im Mittelpunkt der mit „Healthy Aging: Brain Control of Longevity and Metabolism“ überschriebenen Veranstaltung. Es ging unter anderem darum, welche Zellen für den Verfall des Körpers verantwortlich sind und wie der Kontrollverlust innerhalb des Zellsystems kommuniziert wird, wie das zentrale Nervensystem die Nahrungsaufnahme reguliert und wie es die Energieverfügbarkeit im Körper beeinflusst. Der demographische Wandel rückt diese Fragen immer weiter in den Mittelpunkt des Intresses, weil altersbedingte und neurodegenerative Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson und Diabetes mellitus die Gesundheitssysteme zunehmend belasten.

Dr. Jens Brüning, Direktor des Max-Planck-Instituts für Stoffwechselforschung in Köln und Direktor an der Poliklinik für Endokrinologie, Diabetes und Präventivmedizin an der Uniklinik in Köln arbeitet daran, den Antworten auf diese Fragen näher zu kommen. Der Leibniz-Preisträger und Forschungsgruppenleiter an CECAD-Cluster forscht zu der vom Zentralnervensystem abhängigen Regulierung des Energie- und Glukosestoffwechsels. Im Transatlantic Tandem Talk stellte er unter anderem seine Forschungsergebnisse zur Insulinwirkung im Zentralnervensystem vor, welche eine bisher nicht erkannte Rolle bei der Steuerung der Blutzuckerregulation und der Insulinsensitivität des Organismus spiele. Seinem Forschungsteam gelang es, bestimmte Neuronen im Hypothalamus als bedeutende Vermittler der metabolischen Wirkung von Insulin zu identifizieren und die Veränderungen der molekularen Mechanismen in diesen Neuronen bei Fettleibigkeit aufzuzeigen. Dies könnte zu bedeutsamen Fortschritten bei der Prävention und Behandlung von Diabetes mellitus führen.

Als transatlantischer Tandem Partner war Dr. Andrew Dillin, Professor für Genetik, Genomik und Entwicklung und Forscher am Howard Hughes Medical Institute der University of California, Berkeley eingeladen. Bereits seit 15 Jahren arbeiten die beiden Wissenschaftler an der Schnittstelle ihrer Disziplinen zusammen. Dr. Dillin untersucht, warum ein alternder Organismus beginnt, die Kontrolle über den Proteinhaushalt zu verlieren, und wie dieser Verlust in den verschiedenen Geweben weitergegeben wird. In Modellsystemen hat sein Team die Auswirkungen einzelner Störungen von Signalwegen oder Proteinen auf die Physiologie eines ganzen Organismus beobachten können. So entdeckten sie beispielsweise, dass Mäuse trotz einer durch fettreiche Ernährung erheblich erhöhten Kalorienzufuhr nicht zunahmen, sobald ihr Geruchssinn ausgeschaltet wurde. Dr. Dillins preisgekrönte Forschung ist ein weiterer Schritt auf dem Weg, wichtige neue Erkenntnisse über Entwicklungsprozesse neurodegenerativer Krankheiten wie Alzheimer, Huntington und Parkinson zu gewinnen.

Die rund 300 Gäste aus verschiedensten akademischen, kulturellen und wirtschaftlichen Institutionen erhielten durch die beiden Vorträge spannende Einblicke in ein erfolgreiches Beispiel internationaler Kooperation in der Spitzenforschung. Die anschließende Diskussion unterstrich die Aktualität der Forschung rund um das lange Leben, sowie den besonderen Mehrwert der Kombination vielfältiger Ansätze in der biologischen Alternswissenschaft. Auch wenn Übersetzung der Ergebnisse in therapeutische Anwendungen noch Zeit brauche, so der Tenor der Veranstaltung, könne das zunehmende Verständnis molekularer Mechanismen des Alterungsprozesses langfristig dazu beitragen, neue Vorsorge- und Behandlungsmöglichkeiten zu entwickeln, die zu einer gesünderen Lebensweise für ältere und kranke Menschen und schließlich für uns alle führen.

Eine Aufnahme der Veranstaltung steht auf dem YouTube Kanal des University of Cologne New York Office der Universität zu Köln zur Verfügung.