DFG intensiviert institutionellen Austausch mit Bulgarien

Im Juni 2026 nahm eine DFG-Delegation auf Einladung des Bulgarian National Science Fund (BNSF) an einem Humboldt-Kolleg in Sofia teil, führte Gespräche im Präsidium der Akademie der Wissenschaften und besuchte ein Exzellenzzentrum sowie die führende Hochschule des Landes.

Gruppenbild in der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften

Besuch in der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften und Austausch mit dem Vizepräsidenten Prof. Dr. Moutafov, Juni 2026.

© Bulgarian Academy of Sciences

Der Gegenbesuch der DFG folgte auf ein erstes Treffen mit dem Bulgarian National Science Fund im Frühjahr in Bonn. Die beiden Förderorganisationen nutzten das diesjährige Humboldt-Kolleg in Sofia, um die institutionellen Kontakte zu vertiefen. Das Kolleg mit dem Thema „Excellence in Science and Global Challenges Today“ wurde vom Direktor des BNSF eröffnet. Professor Dr. Yuri Kalvachev gab einen Überblick über die bulgarische Forschungslandschaft und aktuelle Entwicklungen im Wissenschaftssystem. 

Die Veranstaltung wurde von der Humboldt-Alumni-Vereinigung in Bulgarien ausgerichtet und von der Alexander von Humboldt-Stiftung unterstützt. Über 70 Wissenschaftler*innen aus Deutschland, Bulgarien, Polen und Serbien kamen in Sofia zusammen, um neue Perspektiven für die Zusammenarbeit in unterschiedlichen Forschungsfeldern zu entwickeln. 

Die DFG-Delegation stellte die Exzellenzstrategie sowie relevante DFG-Förderprogramme für internationale Kooperationen vor. Das große Interesse an der bilateralen Zusammenarbeit zeigte sich in der anschließenden lebhaften Diskussion und den zahlreichen Fragen zu den Förder- und Kooperationsmöglichkeiten.

Am Rande des Kollegs führte die Delegation Gespräche mit der Leitung des BNSF. Im Mittelpunkt stand unter anderem der kürzliche Beitritt der Stiftung zum europäischen Dachverband Science Europe, welcher neue Möglichkeiten für die institutionelle Zusammenarbeit eröffnet. Das Gespräch knüpfte an das Treffen mit Yuri Kalvachev in der DFG-Geschäftsstelle in Bonn im Februar 2026 an, wo bereits ein erster Austausch stattfand.

Gruppenbild in der DFG-Geschäftsstelle

Prof. Dr. Kalvachev zu Besuch in der DFG-Geschäftsstelle in Bonn, Februar 2026.

© DFG

Ein weiterer Termin der DFG-Delegation fand im Präsidium der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften statt. Im Austausch mit dem Vizepräsidenten der Akademie, Professor Dr. Emmanuel Moutafov, wurden Möglichkeiten zur Intensivierung der Beziehungen erörtert. Die Zusammenarbeit zwischen der DFG und der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften blickt auf eine lange Tradition zurück: Bereits 1975 wurde ein erstes Kooperationsabkommen zwischen beiden Institutionen abgeschlossen.

Zudem standen ein Treffen mit dem Vizerektor der St. Kliment Ochridski-Universität, Professor Dr. Tony Spassov, sowie ein Besuch des bulgarischen Exzellenzzentrums „Mechatronics and Clean Technologies“ auf dem Programm. Dr. Djawed Nauroozi, Referent in der Gruppe Physik und Chemie der DFG, tauschte sich mit Wissenschaftler*innen aus dem Bereich Chemie über aktuelle Forschungsprojekte und künftige Kooperationsmöglichkeiten aus. Das Exzellenzzentrum mit einem Budget von 35 Millionen Euro ist hinsichtlich der Kapazitäten und des wissenschaftlichen Potenzials der größte Research Hub Bulgariens und wird vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (European Regional Development Fund, ERDF) im Rahmen des operationellen Programms „Wissenschaft und Bildung für intelligentes Wachstum“ finanziert. 

Bulgarien ist für die DFG ein wichtiger Partner in Südosteuropa. Seit Langem fördert die DFG Projekte mit bulgarischer Beteiligung aus vielen Forschungsbereichen. Der Besuch in Sofia hat neue Perspektiven der bilateralen Zusammenarbeit aufgezeigt. Besonders wertvoll war dabei auch der direkte Austausch mit der Deutschen Botschaft, die die DFG bei der Vertiefung der wissenschaftlichen und institutionellen Kooperation vor Ort weiterhin tatkräftig unterstützen wird.