DFG baut Kooperation mit Zentralasien aus

Zur Vertiefung der Forschungszusammenarbeit mit zentralasiatischen Institutionen fanden in Berlin im Juni gleich mehrere gemeinsame Aktivitäten statt: DFG-Präsidentin Professorin Dr. Katja Becker empfing den Botschafter der Kirgisischen Republik, DFG und  Deutsch-Kasachische Gesellschaft richteten gemeinsam eine Abendveranstaltung aus und Vertreter*innen der DFG nahmen an einem hochrangigen Treffen in der usbekischen Botschaft teil.

Die DFG setzt sich bereits seit einiger Zeit für den Ausbau der Wissenschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Zentralasien ein und hat ihr Engagement vor allem in Kasachstan und Usbekistan sowie zunehmend auch in Kirgisistan intensiviert. Dabei beinhalten die Aktivitäten neben Besuchen in der Region auch die Teilnahme an wissenschaftspolitischen Veranstaltungen zu und mit den Ländern Zentralasiens in Deutschland. Als besonders erfolgreich erwiesen sich dabei die folgenden drei Termine in Berlin im Juni dieses Jahres.

DFG-Präsidentin Katja Becker mit dem Außerordentlichen und Bevollmächtigten Botschafter Omurbek Tekebaev der Republik Kirgisistan im Berliner Büro der DFG.

DFG-Präsidentin Katja Becker mit dem Außerordentlichen und Bevollmächtigten Botschafter Omurbek Tekebaev der Republik Kirgisistan im Berliner Büro der DFG.

© DFG

Den Auftakt bildete ein Gespräch zwischen DFG-Präsidentin Katja Becker und dem Außerordentlichen und Bevollmächtigten Botschafter Omurbek Tekebaev der Republik Kirgisistan im Berliner Büro der DFG. Der Botschafter betonte die zunehmend wichtige Rolle von Wissenschaft und Forschung für die Entwicklung des Landes vor allem in den Bereichen Klimaschutz, Ökosysteme und Wassermanagement und hob dabei die Bedeutung wissenschaftlicher Kontakte mit Deutschland und insbesondere mit der DFG hervor. Die DFG bekundete ihr Interesse an einem vertieften wissenschaftlichen Austausch und berichtete unter anderem über ihre Beteiligung an Delegationsreisen nach Kirgisistan und an Kirgisisch-Deutschen Wissenschaftstagen. Zudem gibt es bereits eine Vielzahl von DFG-geförderten Projekten, an denen kirgisische wissenschaftliche Institutionen und Forscher*innen beteiligt sind. Zum Abschluss des Treffens sprachen sich beide Seiten für eine Intensivierung der Kontakte aus, wobei insbesondere die Vernetzung mit dem neu gegründeten kirgisischen Ministerium für Wissenschaft, Bildung und Innovation und der Akademie der Wissenschaften in den Blick genommen werden soll.

Vortrag von Dr. Manfred Nawroth über Archäologie in Zentralasien im Wissenschaftsforum in Berlin. Gruppenfoto mit u.a. Galina Nurtasinowa, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Deutsch-Kasachischen Gesellschaft e.V. (Mitte), und Dr. Manfred Nawroth, Oberkustos am Museum für Ur- und Frühgeschichte der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (Zweiter von links) sowie Bakhriddir Aslanov, Kultur- und Presseattaché der Botschaft der Republik Usbekistan.

Vortrag von Dr. Manfred Nawroth über Archäologie in Zentralasien im Wissenschaftsforum in Berlin. Gruppenfoto mit u.a. Galina Nurtasinowa, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Deutsch-Kasachischen Gesellschaft e.V. (Mitte), und Dr. Manfred Nawroth, Oberkustos am Museum für Ur- und Frühgeschichte der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (Zweiter von links) sowie Bakhriddir Aslanov, Kultur- und Presseattaché der Botschaft der Republik Usbekistan.

© Deutsch-Kasachische Gesellschaft e.V.

Stärker fachspezifisch ausgerichtet war tags darauf eine Veranstaltung der Deutsch-Kasachischen Gesellschaft e.V. mit der DFG als Gastgeberin im Wissenschaftsforum Berlin, bei der die Altertumswissenschaften im Mittelpunkt standen. Dr. Manfred Nawroth, Oberkustos am Museum für Ur- und Frühgeschichte der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, hob in seiner Abendvorlesung zum Thema „Zentralasien: Antike Kulturräume zwischen Ost und West“ die Bedeutung der Region als Forschungsstätte für die Wissenschaft hervor. Er zeigte in seinem Vortrag wertvolle archäologische Funde Zentralasiens und berichtete über die traditionsreiche und äußerst erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen deutschen und zentralasiatischen Archäolog*innen. Zu den über 40 Teilnehmer*innen zählten auch zahlreiche Studierende der Deutsch-Kasachischen Universität aus Almaty, die ihr Austauschsemester an der TH Wildau absolvieren.

Rede des usbekischen Wissenschaftsministers Kongratbay Sharipov in der usbekischen Botschaft.

Rede des usbekischen Wissenschaftsministers Kongratbay Sharipov in der usbekischen Botschaft.

© Botschaft der Republik Usbekistan

Die Botschaft der Republik Usbekistan lud am Folgetag zu einer hochrangigen Gesprächsrunde zum Dualen Studium an deutschen Universitäten und Hochschulen ein. Den usbekischen Minister für Hochschulbildung, Wissenschaft und Innovation, Kongratbay Sharipov, und den stellvertretenden Leiter des Präsidialamtes der Republik Usbekistan für Bildungsreformen, Ilkhom Sirojev, begleitete eine Delegation von Rektor*innen führender Hochschulen des Landes. Auf der Veranstaltung bot sich der DFG die Gelegenheit, sich in direkten Gesprächen über laufende und geplante Kooperationsvorhaben zu informieren und mit Vertreter*innen deutscher und usbekischer Hochschulen auszutauschen.

Professor Dr. Jörg Bagdahn, Präsident der Hochschule Anhalt und Vizepräsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), der eine Vereinbarung zur Gründung einer deutsch-usbekischen Hochschulkooperation unterzeichnete, wies in seiner Ansprache auch auf die aktuelle Vernetzungsinitiative der DFG in Zentralasien hin. In seiner Funktion als Sprecher der Mitgliedergruppe Hochschulen für Angewandte Wissenschaften/Fachhochschulen (HAW/FH) der HRK engagierte er sich mit DFG-Vizepräsidentin Professorin Dr. Karin Jacobs für die UDIF-HAW-Initiative der DFG zur Unterstützung der Internationalisierung von Forschung an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (UDIF-HAW), die Forschungskooperationen mit Zentralasien auf- oder ausbauen möchten. Diese Initiative nimmt aber nicht nur Usbekistan, sondern auch Kasachstan und Kirgisistan in den Blick, um das Kooperationspotenzial in der Region auszuloten.