DFG-Workshop in Usbekistan: Austausch zu „Promoting Vibrant Agroecosystems in Central Asia“ an der Nationalen Akademie der Wissenschaften

Im März 2026 kamen Forscher*innen aus Deutschland und Zentralasien zu einem Workshop mit dem Titel „Promoting Vibrant Agroecosystems in Central Asia – A One Health Approach to Organic Contaminants“ in Taschkent zusammen. Die circa 80 Teilnehmer*innen der Auftaktveranstaltung wurden unter anderem von Akademiepräsident Professor Dr. Shavkat Ayupov und DFG-Vizepräsidentin Professorin Dr. Karin Jacobs sowie dem Stellvertreter des Deutschen Botschafters begrüßt. Die intensiven fachlichen Diskussionen im Rahmen des Workshops unter Federführung des DFG-Senatsmitglieds Professor Dr. Georg Guggenberger wurden bei einem Besuch der Urgench State University und der Besichtigung von Standorten für Feldforschung fortgesetzt.

Ziel des Workshops war es, ausgewiesene Wissenschaftler*innen aus Deutschland und Zentralasien zu einem thematisch ausgerichteten Austausch zusammenzubringen, um die Entstehung neuer Forschungskooperationen und Projektideen zwischen Deutschland und Zentralasien auf hohem Niveau zu anzustoßen. Inhaltlich widmete sich der Workshop der Grundlagenforschung im Bereich physikalisch-chemischer, biologischer und hydrologischer Prozesse in Böden, um über die enge Verknüpfung zwischen der Gesundheit von Umwelt, Pflanzen, Tieren und Menschen (One Health) die Basis für die Entwicklung von Strategien zur Reduktion von Umwelt- und Gesundheitsrisiken und zur Förderung nachhaltiger Anbaupraktiken zu schaffen.

Die Idee zum Workshop entstand im Jahr 2025 während eines Delegationsbesuchs der DFG zu Kooperationsgesprächen im Präsidium der Akademie der Wissenschaften in Taschkent. Die Reduzierung der Bodendegradation und die Förderung vitaler Agrarökosysteme stellt nicht nur ein relevantes Thema für die jeweiligen Forschungscommunitys dar, sondern ist auch von hoher politischer Priorität für die Regierungen der zentralasiatischen Länder. Insofern griff die DFG mit dem Workshop ein Thema auf, das sich besonders eignet, um die zunehmende Bedeutung der länderübergreifenden Zusammenarbeit mit Deutschland und innerhalb der zentralasiatischen Region zu adressieren.

Zur Eröffnung der Veranstaltung durch DFG-Vizepräsidentin Jacobs (Universität des Saarlandes) und den Präsidenten der Akademie der Wissenschaften Usbekistans Ayupov kamen rund 80 interessierte Wissenschaftler*innen im Hauptgebäude der Akademie in Taschkent zusammen. Nach weiteren Grußworten von Professorin Dr. Shakhlokhon Turdikulova, Vizepräsidentin der usbekischen Akademie der Wissenschaften, sowie Clemens Schwanhold, Ständiger Vertreter der Deutschen Botschaft Tashkent, hielten  Georg Guggenberger und Professorin Dr. Egamberdiyeva (National Research University „Tashkent Institute of Irrigation and Agricultural Mechanization Engineers Institute“, Ministry of Agriculture) in einer offenen Session Fachvorträge, bevor ein Abendempfang Gelegenheit zum weiteren Austausch und zur Vernetzung bot. 

Zum internen wissenschaftlichen Workshopteil kam eine Gruppe von knapp 30 Wissenschaftler*innen aus Deutschland und Zentralasien – überwiegend aus Usbekistan, aber auch aus Kasachstan, Kirgisistan und Tadschikistan – zusammen, die eine breite Fachexpertise mit sich ergänzenden Forschungsschwerpunkten abdeckte. So konnten die Beteiligten schnell in einen intensiven Austausch finden und bereits konkrete Ansätze für gemeinsame Forschungsprojekte entwickeln. Hierbei half es insbesondere den Teilnehmer*innen aus Deutschland, dass die Urgench State University für die DFG-Delegation Besichtigungen im Feld organisierte, die Einblicke in die landwirtschaftlichen Praktiken und Systeme vor Ort gewährten. Außerdem stellte die Universität der Delegation in einer Einführungsveranstaltung mit dem Vizerektor für Forschung und Innovation, Dr. Zafar Ibragimov, ihre einschlägigen Forschungsaktivitäten vor und überzeugte als potenzielle Forschungspartnerin. 

Parallel zum Workshop führte DFG-Vizepräsidentin Jacobs Gespräche mit dem Vizeminister des Ministry of Higher Education, Science and Innovation of the Republic of Uzbekistan, Uktam Salomov, und Vertretern der Agency for Innovative Development sowie mit Shakhlokhon Turdikulova, Vizepräsidentin der Nationalen Akademie der Wissenschaften, und dem Rektorat der Tashkent State Technical University. Ziel war es, angesichts des großen beiderseitigen Kooperationsinteresses um Unterstützung für entstehende Forschungsprojekte zu werben und mögliche Kofinanzierungsformate zu eruieren. Dabei wurden neben der laufenden UDIF-HAW-Initiative der DFG in der Region vor allem auch die aktuellen Ergebnisse der Exzellenzstrategie vorgestellt. Im Gespräch mit der Deutschen Botschaft wurden darüber hinaus die Rahmenbedingungen der Zusammenarbeit mit der Region beleuchtet.

Die DFG arbeitet seit vielen Jahren an der Kooperation mit Zentralasien und blickt dabei auf eine lange Tradition zurück. Bereits 1928 hatte die Vorgängerorganisation der DFG die Teilnahme eines Wissenschaftlers der Universität Göttingen an einer Geologie-Tagung in Taschkent sowie, gemeinsam mit der Sowjetischen Akademie der Wissenschaften, eine Expedition ins Pamir-Gebirge finanziert. Mit der Durchführung des Workshops 2026 organisierte die DFG erstmals eine bilaterale Aktivität mit der Nationalen Akademie der Wissenschaften Usbekistans – ein Ergebnis des in den letzten Jahren erhöhten Engagements der DFG in Zentralasien. Neben der Initiative zur Vernetzung deutscher Hochschulen für Angewandte Wissenschaften mit Wissenschaftler*innen aus Kasachstan und Usbekistan ist die Realisierung des Workshops eine konkrete Aktivität, um die Initiierung neuer Forschungskooperationen anzustoßen und die institutionelle Kooperation zu festigen. Unterstützt wird die DFG bei ihren Aktivitäten seit 2025 vom Central Asia Sustainable Innovation Bureau (CASIB) in Kasachstan, dessen Leiter Dr. Peter Liebelt (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) DFG-Vertrauenswissenschaftler für Zentralasien ist.