Diamond Open Access und die DFG
Was ist Diamond Open Access?
„Diamond Open Access“ (DOA) bezeichnet einen Ansatz des wissenschaftlichen Publizierens, der anstrebt, das Publikationswesen an zwei zentralen Prinzipien auszurichten:
- Autonomie: Wahl und Weiterentwicklung von Formaten, Genres, Verfahren, Strukturen, Technologien usw. des Publizierens liegen in der Hand der Wissenschaft beziehungsweise sind an den Interessen und Bedarfen der Wissenschaft ausgerichtet.
- Chancengleichheit: Wissenschaftler*innen besitzen gleiche Chancen auf Zugang zum Publikationssystem.
Die Diamond-Open-Access-Prinzipien können von (interner Link). Diamond Open Access liegt somit quer zu gängigen Klassifizierungen des Open-Access-Publizierens.
Strategien zur Realisierung des Diamond-Ansatzes sehen in der Regel Geschäfts- und Finanzierungsmodelle vor, die ohne Publikationsgebühren für Autor*innen operieren. Die Finanzierung erfolgt dann über verschiedene Beitragsmodelle, häufig jedoch durch institutionelle Budgets und Projektfinanzierung. Im Grundsatz ist eine Orientierung an den DOA-Prinzipien aber auch durch den Einsatz gebührenbasierter Modelle denkbar. Diamond-Open-Access-Publikationsinfrastruktur wird in der Regel durch öffentlich finanzierte oder gemeinnützige Wissenschaftsinstitutionen betrieben. Trägereinrichtungen können zum Beispiel Universitäten, Hochschulen, Stiftungen, außeruniversitäre Einrichtungen, Akademien, Archive, Fördereinrichtungen und Fachgesellschaften sein. Das geistige Eigentum an Diamond-Open-Access-Publikationsorganen – also etwa Titelrechte an einer Zeitschrift – liegt in den Händen der Wissenschaft („scholarly ownership“).
Diamond Open Access ist von hoher Bedeutung für ein von Vielfalt, Multiperspektivität, Bedarfsgerechtigkeit und Qualitätsorientierung geprägtes Publikationswesen in der Wissenschaft. An den Diamond-Open-Access-Prinzipien ausgerichtete Publikationsangebote ermöglichen zielgruppenadäquate Kommunikationsprozesse und sind, wenn sie einen ausreichend finanziellen Spielraum besitzen, durch ihre Unabhängigkeit von kommerziellen Interessen und Rahmenbedingungen grundsätzlich rasch handlungs- und innovationsfähig im Sinne einer Anpassung an Erfordernisse der digitalen wissenschaftlichen Kommunikation.
Aktivitäten der DFG
Die DFG setzt sich auf unterschiedlichen Ebenen für die Umsetzung der Diamond-Open-Access-Prinzipien im wissenschaftlichen Publikationswesen ein.
Förderhandeln
Strategische Positionierung
Wissenschaftspolitische Aktivitäten
Servicestelle für Diamond Open Access
Die DFG fördert im Rahmen der Ausschreibung „(interner Link)“ den Aufbau und die Weiterentwicklung einer nationalen (externer Link). Ziel ist eine Erhöhung der Leistungsfähigkeit von in Deutschland betriebenen Diamond-Open-Access-Infrastrukturen. Die Servicestelle wird von einem Konsortium aus 15 Einrichtungen betrieben. Das Vorhaben wird zunächst für drei Jahre gefördert.