Neue Data Story zur DFG-Förderung: Studie zur Nutzung von New Approach Methods in den Lebenswissenschaften veröffentlicht
Einsatz in DFG-Projekten weit verbreitet / Auswertung zeigt komplementäre Nutzung von NAMs und Tierversuchen
Die Wahl der richtigen Methoden ist eine zentrale Aufgabe in der Konzeption von Forschungsprojekten in den Lebenswissenschaften. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat nun erstmals untersucht, in welchem Ausmaß sogenannte New Approach Methods (NAMs) in von ihr geförderten Projekten zum Einsatz kommen. Diese umfassen ein breites Spektrum von Methoden, die im Sinne des 3R-Prinzips (replace, reduce, refine) über Potenzial verfügen, Tierversuche zu reduzieren, komplementär zu ergänzen oder vollständig zu ersetzen. Die Studie zeigt, dass die Nutzung von NAMs in DFG-geförderten Projekten weit verbreitet ist und im untersuchten Zeitraum (2017–2025) deutlich zugenommen hat. Zudem macht sie sichtbar, dass NAMs und Tierversuche häufig komplementär eingesetzt werden.
Die Auswertung basiert auf einem Text-Mining-Ansatz von Antragsdokumenten in den DFG-Programmen Sachbeihilfe und Sonderforschungsbereiche. Sie erfasst eine Auswahl von Methoden aus dem Spektrum der NAMs in den Kategorien Organoide, sonstige 3D-Gewebemodelle, Chip-Technologien und Bioprinting. Weitere Methoden, die sich dem Spektrum der NAMs zuordnen lassen, aber nicht durch spezifische Schlagworte identifiziert werden konnten, wie etwa Computermodellierungen oder klassische In-vitro-Ansätze, wurden nicht erfasst. Die Ergebnisse veröffentlicht die DFG jetzt als Data Story. Die grafische Aufbereitung der Data Story macht dabei insbesondere deutlich, wie sich die Nutzung von NAMs im Laufe der vergangenen acht Jahre entwickelt hat.
Die Data Story zeigt, dass die DFG im Auswertungszeitraum insgesamt 554 Einzelanträge im Programm Sachbeihilfe und 163 Verbundanträge im Programm Sonderforschungsbereiche bewilligt hat, in denen die in dieser Studie erfassten NAMs zum Einsatz kommen. Die Zahl bewilligter Anträge mit NAM-Nutzung ist dabei im Zeitraum 2017 bis 2025 sehr deutlich angestiegen (von 35 auf 95 Sachbeihilfen, von 14 auf 24 Sonderforschungsbereiche). Besonders intensiv werden NAMs in den klinisch relevanten Themengebieten der Lebenswissenschaften wie etwa Krebs, Immunsystem, Nervensystem und Stoffwechsel angewendet.
„Das Ausmaß der Nutzung von New Approach Methods in den ausgewerteten Projekten ist überaus erfreulich“, sagt die Vorsitzende der Ständigen Senatskommission für tierexperimentelle Forschung der DFG, Professorin Dr. Brigitte Vollmar. So kommen in den Lebenswissenschaften in 87 Prozent aller im Jahr 2025 bewilligten Sonderforschungsbereiche NAMs zum Einsatz, fast immer werden in diesen Verbünden zugleich auch Mittel für Versuchstiere beantragt.
„Die Auswertung zeigt, dass NAMs kontinuierlich besser und aussagekräftiger werden“, so Vollmar. „Zu dieser Entwicklung leistet die Förderung der DFG einen wichtigen Beitrag. Gleichzeitig führt uns die Studie deutlich vor Augen, dass für viele Fragestellungen Tierversuche nicht gleichwertig ersetzbar sind. Wir benötigen also das gesamte Spektrum an Methoden und häufig entsteht übergreifender Erkenntnisgewinn eben gerade aus der Kombination dieser verschiedenen Methoden. Dazu gehören NAMs ebenso wie Tierversuche – stets in der sorgfältigen Abwägung, welche Methoden am besten für die Beantwortung der konkreten wissenschaftlichen Fragestellung geeignet sind.“
In den (interner Link) berichtet die DFG in kompakter Form über ausgewählte Aspekte des DFG-Förderhandelns. Das Format bietet einigen Mehrwert für die Nutzer*innen: So lassen sich alle Abbildungen und Tabellen interaktiv verwenden Die zugrunde gelegten Daten sind zudem zum Download verfügbar und lassen sich für eigene Zwecke und Auswertungen weiterverarbeiten.
Weiterführende Informationen
Zur Data Story (interner Link)
Fachliche Ansprechperson in der DFG-Geschäftsstelle
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