Unternehmensdaten für die Forschung: 22 Projekte starten in die Explore-Phase
Mit der Ausschreibung „Unternehmensdaten für die Forschung” unterstützt die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) Projekte zwischen Wissenschaft und Anwendungspartnern, die bislang schwer zugängliche Unternehmensdaten für die Forschung erschließen. Die Ausschreibung reagiert damit auf aktuelle Entwicklungen des digitalen Wandels sowie Diskussionen um verbesserte Rahmenbedingungen für den Zugang zu Daten. Ihre konzeptionelle Ausgestaltung wurde in zwei Stakeholder-Workshops mit Vertreter*innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verbänden entwickelt.
Für das zweistufige Förderverfahren konnten Anträge in den Themenfeldern Gesundheitsdaten und Mobilitätsdaten gestellt werden. Grundlage der Antragstellung für die zwölfmonatige Explore-Phase, die Anbahnung und Ausbau neuer Kooperationen ermöglicht und der Ausgestaltung von Rahmenbedingungen für Datenaustausch und Datennutzung dienen soll, war ein verkürztes Antragsformular mit einem Umfang von sechs Seiten. Für bewilligte Explore-Anträge besteht Aussicht auf Förderung in einer zweijährigen Exploit-Phase. In dieser Phase sollen auf Grundlage der von den Anwendungspartnern bereitgestellten Daten wissenschaftliche Fragestellungen der Grundlagenforschung bearbeitet werden.
Ergebnisse der Begutachtung
Insgesamt waren für die Explore-Phase 65 Anträge eingegangen, davon 30 im Themenfeld Gesundheitsdaten und 35 im Themenfeld Mobilitätsdaten. Alle Anträge wurden in einer fächerübergreifenden Begutachtungsgruppe diskutiert, insgesamt 22 Projekte wurden zur Förderung vorgeschlagen. Von diesen entfallen 13 Projekte auf den Bereich Gesundheitsdaten und neun auf den Bereich Mobilitätsdaten.
Maßgeblich für die Entscheidung waren neben dem möglichen Erkenntnisgewinn in der späteren Exploit-Phase und den üblichen DFG-Bewertungskriterien insbesondere die Passung der Vorhaben zur Zielsetzung der Ausschreibung: In kooperativen Ansätzen sollten technische, rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen für Forschungsdatenkooperationen ausgelotet werden, um Daten für die Forschung zugänglich zu machen, die zwar bereits vorhanden, gegenwärtig jedoch nicht ohne Weiteres zugänglich sind. Das Risiko des Scheiterns wurde dabei bewusst als Möglichkeit der Explore-Phase einbezogen. Offene Fragen zum Datenzugang, zur Datennutzung oder zur Ausgestaltung der Kooperation sollten einer Förderung nicht grundsätzlich im Wege stehen, sofern sie im Projekt aussichtsreich bearbeitet werden können. Ein weiteres wichtiges Kriterium war die Anschlussfähigkeit der Vorhaben an nationale beziehungsweise internationale Standards, Initiativen und Infrastrukturen, wie beispielsweise Datentreuhänder oder die Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI), sofern dies für das jeweilige Projekt relevant und sinnvoll war.
Alle zur Förderung vorgeschlagenen Projekte hatten bereits Kooperationen mit einem oder mehreren Anwendungspartnern angebahnt oder etabliert. In einigen Projekten ist die Ausdehnung der Kooperation auf weitere Anwendungspartner vorgesehen. Insgesamt treten in den 22 zur Bewilligung vorgeschlagenen Projekten bislang 32 unterschiedliche Anwendungspartner in Erscheinung. Diese stammen überwiegend aus dem Dienstleistungs- und Industriesektor. Anwendungspartner im Themenfeld Gesundheitsdaten stammen aus Medizintechnik, Diagnostik, digitaler Gesundheit, Gesundheitsversorgung und der Pharmaindustrie. Bei den Projekten mit Fokus auf Mobilitätsdaten beteiligen sich unter anderem Mobilitätsdienstleister, Verkehrsbetriebe und Softwareanbieter.
Weiteres Vorgehen
Die geförderten Projekte beginnen mit einer zwölfmonatigen Explore-Phase. Um eine möglichst nahtlose Anschlussfinanzierung in der Exploit-Phase zu gewährleisten, werden die Antragsteller*innen gebeten, bis zum 21. April 2027 eine Absichtserklärung zu ihrem geplanten Exploit-Antrag über das (externer Link) einzureichen. Frist für die Einreichung der Exploit-Anträge ist der 14. Juli 2027.
Zur Auswertung der Erfahrungen aus der Explore-Phase ist ein Workshop mit den Geförderten geplant. Im Mittelpunkt stehen dabei die spezifischen Herausforderungen von Forschungsdatenkooperationen, die bereits in der Begutachtung der Explore-Anträge offenkundig wurden: Fragen zu Datenschutz und Anonymisierung, Datenzugang und Datenbereitstellung, Datenqualität, Harmonisierung und Integration heterogener Datenbestände, zu Data Governance und rechtlichen Rahmenbedingungen sowie zur Belastbarkeit der Kooperationen mit den Anwendungspartnern. Die Ergebnisse des Workshops sollen in geeigneter Form in die Fachcommunity zurückgetragen und für künftige Forschungsdatenkooperationen nutzbar gemacht werden.
Weiterführende Informationen
Detaillierte Informationen zur Ausschreibung und die Berichte zu den Stakeholder-Workshops finden Sie (interner Link).
Eine Übersicht über die geförderten Projekte und deren Anwendungspartner finden Sie (externer Link).
Ansprechpersonen in der DFG-Geschäftsstelle
| E-Mail: | bastian.mohr@dfg.de |
| Telefon: | +49 (228) 885-3140 |
| E-Mail: | stephanie.wegener@dfg.de |
| Telefon: | +49 (228) 885-2895 |
| E-Mail: | philipp.meyer@dfg.de |
| Telefon: | +49 (228) 885-2767 |