Künstliche Intelligenz in der Begutachtung
Leitlinie und Whitepaper veröffentlicht / Neue Regelungen ab 16. April 2026 in Kraft
Der Hauptausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat im Dezember 2025 beschlossen, dass der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Begutachtung unter Einhaltung klar definierter Rahmenbedingungen zulässig sein wird (siehe Information für die Wissenschaft Nr. 10(interner Link)). Die angekündigte Leitlinie zur Nutzung von KI in der Begutachtun(interner Link) wurde nun veröffentlicht. Sie wird begleitet durch das Whitepaper „Künstliche Intelligenz in der wissenschaftlichen Begutachtung – Position und Perspektiven der DF(externer Link)“.
Leitlinie zur Nutzung von KI in der Begutachtung
Die Leitlinie lässt den Einsatz von KI-Systemen in der Begutachtung ausschließlich in unterstützender Form zu und bindet ihn an vier zentrale Prinzipien: Vertraulichkeit, Transparenz, Qualitätssicherung und Verantwortung. Aus der Verpflichtung zur Vertraulichkeit leitet sich ab, dass Antragsinhalte nur in Systemen verarbeitet werden dürfen, die eine gesicherte und zweckgebundene Nutzung gewährleisten. Das Prinzip Transparenz verpflichtet Gutachter*innen, die Nutzung von KI offenzulegen. Qualitätssicherung wiederum verlangt die kritische Prüfung sämtlicher KI-generierter Inhalte. Die inhaltliche Verantwortung für das Gutachten schließlich verbleibt uneingeschränkt bei den Gutachter*innen.
Whitepaper zur Nutzung von KI in der Begutachtung: Position und Perspektiven der DFG
Das Whitepaper stellt die fachliche sowie rechtliche Einordnung der Thematik durch die DFG dar und nimmt Bezug zur wissenschaftlichen Integrität. Es fasst den Verlauf der mehrjährigen Befassung, insbesondere in der Ad-hoc-AG des Senats zum Digitalen Wandel, zusammen: von der zunächst restriktiven Haltung des DFG-Präsidiums im Jahr 2023 bis hin zum Beschluss des Hauptausschusses im Dezember letzten Jahres. Das Whitepaper erläutert die Gründe für die nun erfolgte regulativ-ermöglichende Ausgestaltung der Nutzung von KI in der Begutachtung.
Das Whitepaper beschreibt dabei insbesondere die technischen und epistemischen Herausforderungen generativer KI, Fragen von Bias (u. a. „automation bias“) und Nachvollziehbarkeit, die rechtlichen Rahmenbedingungen (u. a. KI-Verordnung, Datenschutz, Urheberrecht) sowie die Chancen eines verantwortungsvoll geregelten KI-Einsatzes in Bezug auf Effizienz, Strukturierung und Transparenz des Begutachtungsverfahrens.
Darüber hinaus werden die vier Prinzipien der Leitlinie systematisch hergeleitet und in den Kontext des DFG-Kodex „Leitlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis“ eingeordnet.
Inkrafttreten der neuen Regelungen am 16. April 2026
Mit dem Inkrafttreten der Leitlinie am 16. April 2026 sind technische Anpassungen im elan-Portal (Antragsbearbeitungssystem der DFG) verbunden. Alle Nutzer*innen des elan-Portals müssen bei ihrer ersten Anmeldung ab dem 16. April 2026 der Leitlinie und weiteren rechtlichen Rahmenbedingungen für den Fall der Nutzung von KI aktiv zustimmen. Darüber hinaus ist im elan-Portal einmalig einer Erklärung zuzustimmen, die die erforderliche Einräumung von Nutzungsrechten an Antragsinhalten zum Gegenstand hat und so die rechtssichere Verarbeitung – einschließlich einer zulässigen Verarbeitung in KI-Systemen gemäß der Leitlinie –gewährleistet.
Zudem sind Gutachter*innen künftig bei der Einreichung ihres Gutachtens im elan-Portal verpflichtet anzugeben, ob sie bei der Erstellung des Gutachtens ein KI-System genutzt haben. Die Offenlegung dient der Nachvollziehbarkeit im weiteren Bewertungs- und Entscheidungsprozess.
Weiterführende Informationen
Please refer to the website for an English versio(interner Link) of this information.
Leitlinie, Whitepaper (DOI 10.5281/zenodo.18886256) sowie ergänzende Hinweise sind abrufbar unter: www.dfg.de/k(interner Link)
Weitere Informationen bietet eine Online-Veranstaltung am 22. April 2026 von 10.30 bis 12.00 Uhr. Die Zugangsdaten werden über www.dfg.de/k(interner Link) bekanntgegeben.
Ansprechpersonen in der DFG-Geschäftsstelle
Matthias Katerbow, Gruppe Wissenschaftliche Literaturversorgungs- und Informationssysteme, Tel. +49 228 885-2358
Michael Lentze, Gruppe Mathematik und Ingenieurwissenschaften 2, Tel. +49 228 885-2449
Martin Steinberger, Gruppe Forschungskultur, Tel. +49 228 885-3204
Für Rückfragen steht die Geschäftsstelle unter KI@dfg.d(externer Link) zur Verfügung.