Clinician Scientist-Programme: Zwischenbilanz und Ausblick im DFG-Portfolio
Seit 2018 engagiert sich die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) in der Förderung von Clinician Scientist-Programmen, um strukturierte Qualifizierungswege für forschende Ärzt*innen parallel zur Facharztweiterbildung zu etablieren. In zwei Ausschreibungen wurden 23 Programme mit einer Laufzeit von bis zu fünf Jahren eingerichtet. Die Medizinischen Fakultäten haben sich verpflichtet, die aufgebauten Strukturen nach auslaufender Förderung zu erhalten und weiterzuentwickeln.
Zwischenbilanz: Perspektiven der Clinician Scientists
Mit dem Auslaufen der ersten DFG-geförderten Clinician Scientist-Programme hat die DFG im Februar 2025 ein Austauschgespräch mit den beteiligten Clinician Scientists organisiert. Ziel war es, Erfahrungen auszuwerten, Optimierungsbedarfe zu identifizieren und Erkenntnisse für die Weiterentwicklung der Programme zu gewinnen. Ein ausführlicher Bericht des Austausch(Download) ist hier und auf der DFG-Website abrufbar.
Die Teilnehmer*innen des Austauschgesprächs zeichnen ein insgesamt positives Bild: Die Programmesind eine zentrale Struktur für die Etablierung des Berufsbilds „Clinician Scientist“ und ermöglichen trotz hoher klinischer Arbeitsbelastung geschützte Forschungszeiten, wissenschaftliche Eigenständigkeit und Netzwerkbildung. Gleichzeitig wurden Herausforderungen insbesondere im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Forschung und Weiterbildung benannt. Verbesserungspotenzial sehen die Clinician Scientists bei einheitlichen Regelungen zur Anerkennung der in der Forschungszeit erworbenen Kompetenzen durch die Landesärztekammern. Insgesamt sehen die Geförderten in der intensiven wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit klinischen Fragestellungen eine bedeutende Chance, der sie sich mit großem Engagement widmen. Die Clinician Scientist-Programme bieten hierfür einen optimalen Ansatzpunkt.
Übergeordnet befasst sich auch die Ständige Senatskommission für Grundsatzfragen in der Klinischen Forschung (SGKF) mit den Karriereperspektiven von Clinician Scientists und hat hierzu Empfehlungen für Zielpositione(Download) erarbeitet.
Anschlussfinanzierung im DFG-Portfolio
Für den nachhaltigen Erhalt der etablierten Strukturen wird es erforderlich sein, weitere Clinician Scientist-Stellen einzuwerben. Die DFG bietet hierfür verschiedene Förderinstrumente an. Im Mittelpunkt steht dabei das Modul Rotationsstell(interner Link), welches genutzt werden kann, um ärztlich tätige Personen von klinischen Aufgaben zu entlasten und damit Freiräume für die Forschung zu schaffen.
Modul Rotationsstelle in Forschungsverbünden
In Sonderforschungsbereiche(interner Link), Klinischen Forschungsgruppe(interner Link), Forschungsgruppe(interner Link) und Graduiertenkolleg(interner Link) können Rotationsstellen für Clinician Scientists beantragt werden. Es wird erwartet, dass die Integration der beantragten Rotationsstellen in die am Standort bestehenden Clinician Scientist-Programme reflektiert und im Antrag beschrieben wird.
Modul Rotationsstelle in der Einzelförderung
Clinician Scientists können Mittel für Forschungszeit – und somit Entlastung von klinischen Verpflichtungen – auch eigenständig im Rahmen eines eigenen Förderantrags einwerben. Dies ist sowohl über die Personenförderprogramme (Walter Benjamin-Program(interner Link), Emmy Noether-Program(interner Link), Heisenberg-Program(interner Link)) als auch über die Sachbeihilf(interner Link) möglich. Dabei ist zu empfehlen, ein bereits bestehendes Clinician Scientist-Programm am Standort zu nutzen, um von dessen Netzwerk und Qualifizierungskonzepten zu profitieren. Eine frühzeitige Abstimmung mit der Leitung des Clinician Scientist-Programms, am besten bereits während der Planungsphase, ist hierfür zwingend erforderlich.
Zusätzliche Förderangebote für Vernetzung und internationale Mobilität
Neben der Finanzierung geschützter Forschungszeiten spielt auch die nationale und internationale Vernetzung eine zentrale Rolle für eine erfolgreiche Forschungskarriere. Die DFG bietet verschiedene Fördermöglichkeiten, die mit einer Teilnahme an einem Clinician Scientist-Programm kombiniert werden können:
- Das Förderinstrument Wissenschaftliche Netzwerk(interner Link) ermöglicht überregionale fachliche Vernetzung.
- Das Programm Aufbau internationaler Kooperatione(interner Link) fördert gezielte Initiativen zur Anbahnung internationaler Projekte.
- Das Walter Benjamin-Program(interner Link) bietet Wissenschaftler*innen in einer frühen Karrierephase, hierzu zählt auch die Phase der Facharztweiterbildung, die Möglichkeit eines Forschungsaufenthalts im Ausland.
Weiterführende Informationen
Hier finden Sie
- den ausführlichen Berich(Download) zum Austauschgespräch mit den Clinician Scientists,
- Hintergrundinformatione(interner Link) zur DFG-Förderinitiative Clinician Scientist-Programme,
- Informatione(interner Link) zur Ständigen Senatskommission für Grundsatzfragen in der Klinischen Forschung (SGKF),
- die Empfehlunge(Download) der SGKF zu den Zielpositionen für Clinican Scientists,
- Hinweise und Tipp(interner Link) zur Antragstellung in der Einzelförderung,
- spezifische Hinweis(interner Link) zur Antragstellung und Fragen aus den Lebenswissenschaften.
Datenschutz
Bitte beachten Sie die Datenschutzhinweise der DF(interner Link).
Ansprechperson in der DFG-Geschäftsstelle
E-Mail: | laura.stappert@dfg.de |
Telefon: | +49 (228) 885-2735 |