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Nationale Forschungsdateninfrastruktur

Die nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) soll die Datenbestände von Wissenschaft und Forschung systematisch erschließen, nachhaltig sichern und zugänglich machen sowie (inter-)national vernetzen. Sie wird in einem aus der Wissenschaft getriebenen Prozess als vernetzte Struktur eigeninitiativ agierender Konsortien aufgebaut werden.

Aktuelles

Der Ort für die erste NFDI-Konferenz steht fest. Sie findet vom 13. Mai, 9.00 Uhr, bis zum 14. Mai, ca. 16:00 Uhr, im Maritim-Hotel in Bonn statt.

Im Zentrum der Konferenz stehen die gegenseitige Information über alle sich in der Planung befindenden Konsortien unabhängig von ihrer Reife sowie die Vernetzung der Konsortien untereinander. Außerdem wird die DFG zur NFDI informieren und es gibt die Möglichkeit zum Austausch mit einschlägigen Expertinnen und Experten aus dem internationalen Wissenschaftssystem.

Praktische Informationen zur Teilnahme und weitere Informationen zur Konferenz finden Sie unter:

Strukturelemente der NFDI

Auf Basis der von Bund und Ländern am 26. November 2018 getroffenen Verwaltungsvereinbarung arbeiten die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) bei Aufbau und Förderung der NFDI zusammen. Die DFG ist für die wissenschaftsgeleitete Begutachtung und Bewertung der Konsortien-Anträge verantwortlich. Die GWK entscheidet auf Grundlage der Förderempfehlungen der DFG. Voraussetzung für die Förderung von Konsortien im Rahmen der NFDI ist ein positives Votum aus der Begutachtung.

In der NFDI werden Konsortien, die Konsortialversammlung, der Wissenschaftliche Senat sowie das Direktorat zusammenwirken:

Konsortien

Konsortien sind auf langfristige Zusammenarbeit angelegte Zusammenschlüsse von Nutzenden und Anbietern von Forschungsdaten und umfassen Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Ressortforschungseinrichtungen, Akademien und andere öffentlich geförderte Informationsinfrastruktureinrichtungen. Sie sind in der Regel nach Fachgruppen beziehungsweise Methoden organisiert und haben zum Ziel, den Zugang zu und die Nutzung der für sie relevanten Forschungsdaten zu gewährleisten und nachhaltig zu gestalten.

Konsortialversammlung

Jedes Konsortium wird durch einen Sprecher oder eine Sprecherin in der Konsortialversammlung vertreten. Die Konsortialversammlung ist das zentrale fachliche Organ der NFDI. Sie trifft alle relevanten fachlichen, operativen und Dienste-bezogenen Entscheidungen für die NFDI-Konsortien und die NFDI und entscheidet – im Rahmen der vom Wissenschaftlichen Senat verabschiedeten Prinzipien – über die Einführung von fachübergreifenden Verfahren, Diensten oder Standards im Rahmen der NFDI.

Wissenschaftlicher Senat

Der Wissenschaftliche Senat ist das zentrale strategische Organ der NFDI.
Er berät die GWK in allen grundsätzlichen Fragen der Weiterentwicklung der NFDI und trägt Sorge für die Anschlussfähigkeit der NFDI an nationale und internationale Entwicklungen.

Direktorat

Das Direktorat besteht aus einem beziehungsweise einer hauptamtlichen Vorsitzenden und gegebenenfalls weiteren Personen. Es wird auf Zeit ernannt. Das Direktorat erarbeitet Handlungsvorschläge für die Konsortialversammlung und den Wissenschaftlichen Senat, erwirkt erforderliche Beschlüsse in diesen Gremien und vertritt die NFDI nach außen. Das Direktorat stellt sicher, dass die NFDI-Konsortien Querschnittsthemen wie zum Beispiel Bildung, Datenschutz und Datenethik ausreichend diskutieren, kommunizieren und untereinander abstimmen.

NFDI-Expertengremium

Für das Verfahren zur Auswahl der NFDI-Konsortien hat der Hauptausschuss der DFG in seiner Sitzung am 06. Dezember 2018 das NFDI-Expertengremium gewählt. Dessen Hauptaufgaben sind die Bewertung der Anträge auf der Grundlage einer fachwissenschaftlichen, informationstechnischen und strukturbezogenen Begutachtung sowie die Formulierung der Förderempfehlungen an die GWK.

Das Expertengremium setzt sich zusammen aus Expertinnen und Experten, die in verschiedenen Wissenschaftsgebieten ausgewiesenen sind und auch über langjährige Erfahrung im Ausland, im Wissenschaftsmanagement, in wissenschaftlichen Infrastruktureinrichtungen oder in der Wirtschaft verfügen.

Eckpunkte zur Antragstellung

Auf Basis der Bund-Länder-Vereinbarung zu Aufbau und Förderung einer Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) vom 26. November 2018 hat das NFDI-Expertengremium die folgenden Eckpunkte festgelegt:

Die Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) wird von Konsortien getragen. Konsortien sind auf langfristige Zusammenarbeit angelegte Zusammenschlüsse von Nutzern und Anbietern von Forschungsdaten wie staatliche und staatlich anerkannte Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Ressortforschungseinrichtungen, Akademien und andere öffentlich geförderte Informationsinfrastruktureinrichtungen. Sie sind in der Regel nach Fachgruppen bzw. Methoden organisiert, ohne Vorgaben für ihre institutionelle Zusammensetzung.

Die insgesamt für das Konsortium bewilligten Mittel werden zentral von einer Mitgliedseinrichtung des Konsortiums verwaltet. Eine Angehörige/ein Angehöriger dieser Einrichtung wirkt als Sprecherin/Sprecher koordinierend bei der Antragstellung und bei der Organisation des Mittelflusses. Außerdem vertritt sie / er das Konsortium nach außen.

Das im Antrag formulierte Arbeitsprogramm eines Konsortiums gliedert sich in Aufgabenbereiche. Für jeden Aufgabenbereich ist eine verantwortliche Co-Sprecherin / ein verantwortlicher Co-Sprecher zu benennen.

Im Sprecherkreis eines Konsortiums muss die Nutzerseite adäquat repräsentiert sein.

Antragsberechtigung

Antragsberechtigt mit dem Ziel, als Konsortien gefördert zu werden, sind Verbünde von Einrichtungen, die staatliche und staatlich anerkannte Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Ressortforschungseinrichtungen, Akademien und andere öffentlich geförderte Informationsinfrastruktureinrichtungen oder weitere entsprechende Akteure umfassen können. Eine Beteiligung einer Einrichtung an mehreren Konsortien ist möglich.

Die Antragsberechtigung setzt außerdem voraus, dass die Einrichtung gemeinnützig und in deutscher Trägerschaft ist bzw. ihren Sitz in Deutschland hat.

Antragstellung und Rollen

Die Antragstellung erfolgt auf der Grundlage eines mit allen am Konsortium beteiligten Einrichtungen gemeinsam erarbeiteten Konzepts. Bei der Antragstellung wird jede Einrichtung von ihrer Leitung und den verantwortlichen Co-Sprecherinnen und Co-Sprechern für die Aufgabenbereiche bzw. im Falle der mittelverwaltenden Einrichtung von ihrer Leitung und der Sprecherin/dem Sprecher des Konsortiums vertreten.

Um das fachliche oder das informationsfachliche Know-how im Konsortium zu ergänzen, können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, aber auch nicht promovierte Expertinnen und Experten als Beteiligte in jeder Phase eingebunden werden. Als Beteiligte können auch Fachgesellschaften oder andere juristische Personen eingebunden werden, selbst wenn diese nicht antragsberechtigt sind. Mittel, die im Rahmen ihrer Beteiligung benötigt werden, können von den Mitgliedern des Konsortiums beantragt werden.

Bei der Antragstellung sind entsprechend folgende Rollen zu unterscheiden:

  1. Antragstellende Einrichtung (dies ist die Bewilligungsempfängerin, die die Mittelverwaltung / Organisation des Mittelflusses im Konsortium übernimmt und an der die Sprecherin / der Sprecher des Konsortiums angesiedelt ist)
  2. Mitantragstellende Einrichtungen (diese erhalten ihre Mittel über die antragstellende Einrichtung, ihnen gehören die für die Aufgabenbereiche verantwortlichen Co-Sprecherinnen und Co-Sprecher an)
  3. Beteiligte (dies können juristische Personen, die gemeinnützig organisiert sind, Fachverbände, Fachgesellschaften und natürliche Personen sein; Beteiligte leisten kontinuierlich einen signifikanten Beitrag zu der Arbeit des Konsortiums; solche Beiträge können auch von im Ausland angesiedelten Einrichtungen oder Personen geleistet werden)

Art der Förderung

Zuwendungsfähig sind die für die Projektdurchführung zusätzlich entstehenden Personal-, Sach- und Betriebsausgaben sowie Ausgaben für projektbezogene Aufträge. Die in den Konsortien vertretenen Einrichtungen erbringen Eigenleistungen für das Forschungsdatenmanagement. Investitionsausgaben sind nur in Ausnahmefällen zuwendungsfähig.

Im Rahmen der Antragstellung werden von der mittelverwaltenden Einrichtung die pauschalen Summen sowohl für Personalmittel als auch für Sachmittel für einen Förderzeitraum von bis zu 5 Jahren aufgelistet. Im Antragsdokument wird gleichwohl ein detaillierter Plan der Mittelverteilung auf die beteiligten Einrichtungen und Aufgabenbereiche erwartet. Der Antrag kann auch Mittel für die Koordination umfassen (ggf. inkl. direkte Verwaltungskosten für die mittelverwaltende Einrichtung).

Beantragbare Mittelarten:

  1. Personalmittel pauschal
  2. Sachmittel pauschal
  3. Investitionsmittel

Ablauf des Verfahrens

Die NFDI wird als kooperatives Netzwerk von Konsortien über einen Zeitraum von drei Jahren ab 2019 in drei aufeinanderfolgenden Auswahlrunden aufgebaut. In jeder der drei Runden können in einem wissenschaftsgeleiteten Verfahren neue Konsortien in die NFDI aufgenommen werden. Ziel ist der Aufbau einer Gesamtstruktur von untereinander verknüpften Konsortien als nationaler Forschungsdatenservice für die Forschung. Auf Grund dieser Vernetzungsvorgabe muss das Auswahlverfahren, das gleichzeitig die Gründungsphase der NFDI darstellt, genügend Raum für einen Prozess geben, der alle Akteure mit einbezieht. Die Organisationsstruktur der NFDI (Direktorat, NFDI-Senat usw.) wird erst nach und nach parallel zum Auswahlverfahren der DFG aufgebaut.

Das Auswahlverfahren umfasst sowohl Beratung als auch Begutachtung und vergleichende Bewertung der antragstellenden Konsortien und wird mit Förderempfehlungen des NFDI-Expertengremiums (NFDI-EG) an die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) abgeschlossen. Die Entscheidung über die Förderung trifft die GWK.

Vernetzung und Qualitätssicherung statt Wettbewerb

Im Auswahlverfahren für die antragstellenden Konsortien wird mit Blick auf eine inter­agierende, nutzerorientierte Informationsinfrastruktur ein Schwerpunkt auf die Vernetzung und die Abstimmung der Konsortien untereinander und auf eine Weiterentwicklung und Verbesserung der Anträge im Laufe des Auswahlprozesses gelegt. Die Beratung und Rückkopplung zwischen Antragstellenden, Begutachtenden und den Mitgliedern des Expertengremiums soll eine optimale Gesamtstruktur auf der Basis eines einheitlichen Qualitätsstandards für die Einzelkonsortien ermöglichen. Es herrscht das Prinzip der Weiterentwicklung und Qualitätssicherung gegenüber dem Prinzip des Wettbewerbs vor.

Zwei Phasen pro Auswahlrunde

Um den Aufbauprozess zu gliedern, werden die drei Auswahlrunden jeweils in zwei Phasen unterteilt. Die erste Auswahlrunde ist in eine Initialisierungsphase und eine Aufnahmephase gegliedert, die zweite und dritte Runde jeweils in eine Ausbauphase und eine Aufnahmephase. Die Initialisierungs- und die Ausbauphasen gehen jeweils der Aufnahmephase voran und dienen insbesondere der Vernetzung, einer Unterstützung der Selbstorganisation der möglichen Konsortien und der Planung und Anpassung der Konsortialanträge. Die Aufnahme­phase beginnt jeweils mit der Ausschreibung, beinhaltet die Einreichung schriftlicher Anträge, deren Begutachtung und Bewertung und endet mit den Förder­empfehlungen an die GWK.

NFDI-Konferenzen

Als erster Schritt auf dem Weg zur Etablierung eines verteilten Netzwerks von fachlich oder methodisch organisierten Konsortien soll zu Beginn jeder Auswahlrunde eine gemeinsame Konferenz für Konsortien in allen Stadien durchgeführt werden. Die Teilnahme ist ein Angebot an alle Interessierten, aber weder Antragsvoraussetzung noch begutachtungsrelevant.

Ausschreibung und Antragstellung

Im Anschluss an die Konferenz wird die Ausschreibung für die aktuelle Aufnahmephase veröffentlicht. Konsortien bewerben sich mit einem schriftlichen Antrag um die Aufnahme in die NFDI.

Begutachtungspanels

Der Begutachtungsprozess sieht einen intensiven Austausch zwischen Gutachtenden und Antragstellenden vor. Dabei soll die Anhörung der Antragstellenden und die Diskussion mit den Gutachtenden ausführlich Gelegenheit bieten, offene Fragen – sowohl aus dem schriftlichen Antrag als auch der mündlichen Präsentationen – zu klären und auch mögliche Probleme zu besprechen.

Stellungnahmen der Konsortien

Als weiteres Element zur Rückkoppelung und Qualitätsverbesserung soll den Konsortien das jeweilige Begutachtungsergebnis nach den Begutachtungspanels schriftlich mitgeteilt werden, mit der Möglichkeit eine Stellungnahme dazu abzugeben.

Bewertung durch das NFDI-EG

Das Expertengremium wird auf Basis der Begutachtung sowie der ggf. dazu eingereichten Stellungnahmen der Antragstellenden alle Anträge vergleichend diskutieren und bewerten.

NFDI-Konferenzen

Im Zentrum der NFDI-Konferenzen stehen die gegenseitige Information über alle sich in der Planung befindenden Konsortien unabhängig von ihrer Reife sowie die Vernetzung der Konsortien untereinander. Außerdem wird die DFG zur NFDI informieren und es gibt die Möglichkeit zum Austausch mit einschlägigen Expertinnen und Experten aus dem internationalen Wissenschaftssystem.

Die erste NFDI-Konferenz findet vom 13.-14. Mai 2019 in Bonn im Maritim-Hotel statt.

Zeitplan

  • 29. März 2019
    Frist für Einreichung von Extended Abstracts für NFDI-Konferenz
  • 13.-14. Mai 2019
    NFDI-Konferenz
  • Juni 2019
    Veröffentlichung der Ausschreibung
  • Juni/Juli 2019
    Frist für Einreichung von verbindlichen Absichtserklärungen
  • Oktober 2019
    Frist für Einreichung von Anträgen
  • November 2019 – Januar 2020
    Begutachtung der Anträge der ersten Runde
  • März - April 2020
    Kommunikation der Begutachtungsergebnisse an die Konsortien mit Möglichkeit zur Stellungnahme
  • April 2020
    Sitzung des Expertengremiums / Empfehlungen an die GWK
  • Juni 2020
    Erste Förderentscheidung der GWK

Der Ablauf in den zwei folgenden Auswahlrunden wird analog gestaltet sein. Einzig der Zeitpunkt der Konferenz wird voraussichtlich auf Juli verlegt, um eine Teilnahme der im jeweiligen Jahr neu geförderten Konsortien sowie der ggf. nicht geförderten Konsortien, die eine erneute Antragstellung planen, zu ermöglichen.

Ansprechpersonen

Für Grundsatzfragen zur NFDI:

Für Fragen zum NFDI-Expertengremium:

Für Beratungsanfragen der Antragstellenden:

  • Dr. Raphael Birke
  • Dr. Thomas Rahlf
  • Dr. Patricia Schmitz-Möller
  • Dr. Stefan Winkler-Nees

    Tel.: +49 228 885-3500
    Email: Link auf E-Mailnfdi@dfg.de

Hinweis

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