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Prof. Dr. Gabriel Martínez-Pinedo - Gottfried Wilhelm Leibniz-Preisträger 2022

Theoretische Physik, GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung und Technische Universität Darmstadt

Prof. Dr. Gabriel Martínez-Pinedo
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Prof. Dr. Gabriel Martínez-Pinedo

© G. Otto / GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung

Gabriel Martínez-Pinedo wird für seine herausragenden Arbeiten in der theoretischen Astrophysik über die Entstehung der schweren Elemente mit dem Leibniz-Preis 2022 geehrt. Schwere Elemente mit Ordnungszahlen jenseits der von Eisen entstehen im Rahmen bestimmter astrophysikalischer Prozesse im Universum, wobei extreme Dichten von Neutronen notwendig sind. Wie diese astrophysikalischen Prozesse ablaufen, gehörte jedoch zu den ungelösten Problemen der Physik des 21. Jahrhunderts – hier führten die Forschungen von Martínez-Pinedo einen Paradigmenwechsel herbei: Nicht der Kollaps schwerer Sterne in Supernova-Explosionen ist der entscheidende Prozess, sondern die Verschmelzung von Neutronensternen. Auf dieser Erkenntnis aufbauend, konnte Martínez-Pinedo vorhersagen, dass ein solches Ereignis in der Beobachtung tausendmal heller als die in der Milchstraße bekannten Nova-Explosionen sein sollte; hierfür entstand der Begriff „Kilo-Nova“. Diese Vorhersage wurde tatsächlich verifiziert, als im Jahr 2017 erstmals eine Neutronensternverschmelzung mithilfe von Gravitationswellen und mit Teleskopen beobachtet werden konnte.

Nach seiner 1995 in Madrid abgelegten Promotion zog es Martínez-Pinedo zu Forschungsaufenthalten nach Kalifornien, Aarhus, Basel und Barcelona. Seit 2005 arbeitet er in Darmstadt, wo er Positionen an der Technischen Universität Darmstadt sowie am ebenfalls dort angesiedelten GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung übernahm. Heute ist Martínez-Pinedo Leiter der Theorieabteilung der GSI Darmstadt und Professor für Theoretische Nukleare Astrophysik an der TU Darmstadt. Seine Arbeiten wurden unter anderem 2008 mit dem Gustav-Hertz-Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft ausgezeichnet und mit einem ERC Advanced Grant gefördert.

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GEPRIS

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© Mathias Daum / TU Darmstadt, G. Otto / L. Weitz (GSI Helmholtzzentrum)