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Heinz Maier-Leibnitz-Preis 2012

Exzellenter Nachwuchs aus allen Fachbereichen  

Gruppenbild mit Ministerin und DFG-Präsident
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Gruppenbild mit Ministerin und DFG-Präsident

© DFG / David Ausserhofer

Der Heinz Maier-Leibnitz-Preis 2012 geht an drei Wissenschaftlerinnen und drei Wissenschaftler. Sie sind aus 125 Vorschlägen ausgewählt worden. Der mit 16 000 Euro dotierte Preis wurde am am 23. Mai, 14 Uhr, in der Landesvertretung Nordrhein-Westfalen in Berlin verliehen. Die Auszeichnung ist zugleich Anerkennung und Ansporn, die wissenschaftliche Karriere ebenso motiviert fortzusetzen.

Dr. Denis Gebauer (33), Chemie, Universität Konstanz

Als hervorragender Nachwuchswissenschaftler auf dem Gebiet der physikalischen Chemie wird Denis Gebauer mit dem Heinz Maier-Leibnitz-Preis ausgezeichnet. Bereits seine Pionieruntersuchungen am System Calciumcarbonat resultierten in bahnbrechenden Entdeckungen, die die wissenschaftliche Sichtweise von Nukleation und Kristallisation revolutionierten und ebenso entscheidend für technische Prozesse sind. Trotz seines jungen Alters ist sein Name bereits untrennbar mit Pränukleationsclustern verbunden. In Zusammenarbeit mit einer australisch-englischen Forschergruppe arbeitet Gebauer an den in seiner Dissertation entwickelten Hypothesen zu Kristallisationsvorgängen und baut zur Zeit als Habilitand an der Universität Konstanz seine eigene Arbeitsgruppe auf. Mit seinen Forschungsergebnissen liefert er unter anderem ein Werkzeug zur Kontrolle von Kristallstrukturen, die beispielsweise in der Pharmazie von großer Bedeutung sind.

Dr. Lisa Kaltenegger (34), Physik, Max-Planck-Institut für Astronomie, Heidelberg

Mit der Charakterisierung von Atmosphären um erdähnliche Planeten beschäftigt sich die Astrophysikerin Lisa Kaltenegger. Seit 2010 ist die erfolgreiche Nachwuchswissenschaftlerin Leiterin einer Emmy Noether-Gruppe am Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg und gleichzeitig Research Associate des Harvard Smithsonian Center for Astrophysics. Kaltenegger, die ebenso über ein umfassendes ingenieurtechnisches Wissen verfügt, bestimmt die internationale Entwicklung auf dem Gebiet der Modellierung der Atmosphären um erdähnliche Planeten und ihrer Wechselwirkungen mit der Planetenoberfläche. Sie verfügt über eines der wichtigsten Werkzeuge zur Analyse von astronomischen Spektren extrasolarer Planeten und ist damit zu einem gefragten Ansprechpartner für Gruppen weltweit geworden. Sie gilt als eine der produktivsten jungen Wissenschaftlerinnen auf dem Gebiet der modernen Astrophysik.

Dr. Katrin Paeschke (31), Biochemie, Universität Würzburg

Seit 2011 wird die erfolgreiche Biochemikerin Katrin Paeschke im Rahmen des Emmy Noether-Nachwuchsprogramms der DFG gefördert und etabliert gegenwärtig am Biozentrum der Universität Würzburg ihre eigene Arbeitsgruppe. Bereits während ihrer Promotion über viersträngige, sogenannte „G-Quadruplex“-Strukturen von DNA und RNA erwies sie sich als junge Wissenschaftlerin mit enormem Potenzial. Die Ergebnisse ihrer Dissertation stellen einen Meilenstein in der G-Quadruplex-Forschung dar. In ihrem Postdoktorat an der Princeton University (USA) widmete sich Paeschke der Bedeutung von viersträngigen Strukturen für die eukaryotische DNA-Replikation am Modellorganismus der Bäckerhefe. Mit ihrer eigenen Arbeitsgruppe plant sie nun, diese äußerst erfolgreiche Forschung weiterzuführen mit dem Ziel, das im Modellsystem Hefe gewonnene Wissen auf den Menschen zu übertragen und in einen krankheitsrelevanten Zusammenhang zu bringen.

Dr. Stefan Roth (34), Informatik, Technische Universität Darmstadt

Im Alter von nur 30 Jahren wurde der Informatiker Stefan Roth als Juniorprofessor an die TU Darmstadt berufen. Seine Berufung folgte direkt im Anschluss an seine Promotion, die er am Department of Computer Science der Brown University (USA) ablegte. Seine Dissertation wurde vom dortigen Fachbereich für den ACM Doctoral Dissertation Award 2007 nominiert, die höchste Auszeichnung für Promotionen in der Informatik in den Vereinigten Staaten. In seiner noch jungen wissenschaftlichen Karriere hat sich Roth ein international weit sichtbares wissenschaftliches Profil in der Computer Vision erarbeitet. Die von Roth erzielten Fortschritte haben die Bildverarbeitung und Mustererkennung deutlich vorangebracht. Insbesondere zeichnen sich die von ihm entwickelten Verfahren neben ihrer soliden mathematisch-statistischen Basis auch durch ihre hohe Robustheit in realistischen Szenarien aus.

Dr. Pieter Samyn (33), Fertigungstechnik, Universität Freiburg

Auf die nachhaltige Nutzung natürlicher Materialien konzentrieren sich die aktuellen Arbeiten des vielversprechenden Nachwuchswissenschaftlers Pieter Samyn. In seiner bisherigen akademischen Karriere forschte der Fertigungstechniker sehr erfolgreich auf dem Gebiet der biobasierten Polymere und der Fasertechnologie, indem er die Bereiche der mechanischen und der chemischen Wissenschaften sowie der makromolekularen Nanotechnologie zusammenführte. Seit 2011 ist Samyn Juniorprofessor an der Fakultät für Forst- und Umweltwissenschaften der Universität Freiburg. Hier entwickelt er sein neues Forschungsprogramm, bei dem es um die nachhaltige Nutzung von Biomaterialien aus der Forstwirtschaft als nanoskalierte Bausteine für funktionale biobasierte Kompositmaterialien geht. So will Samyn neue Anwendungsbereiche für erneuerbare biobasierte Rohstoffe definieren, beispielsweise im Bereich der Textilienbeschichtung oder der Sensorindustrie.

Dr. Yee Lee Shing (31), Psychologie, Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin

Die Entwicklungspsychologin Yee Lee Shing erforscht die Entwicklung des episodischen Gedächtnisses über die Lebensspanne. Durch den direkten Vergleich zwischen Kindern und älteren Erwachsenen konnte sie erstmalig nachweisen, dass sich Komponenten des episodischen Gedächtnisses über die Lebensspanne unterschiedlich entwickeln. Diese Erkenntnisse sind von bleibendem Wert für die entwicklungspsychologische Forschung. Bereits mit ihrer Doktorarbeit konnte Shing, die als äußerst zielstrebige und kreative Wissenschaftlerin gilt, einen gewichtigen Beitrag zur Gedächtnisforschung leisten und somit zugleich die Grundlagen für ein eigenes Forschungsprojekt legen. Im Alter von 31 Jahren ist Shing bereits international als Wissenschaftlerin anerkannt und erhielt ein Angebot auf eine W2-Minerva-Position am MPI für Bildungsforschung, die sie Anfang 2012 angetreten hat.