Zur Hauptnavigation springen Direkt zum Inhalt springen

Logo: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - zur Startseite Deutsche Forschungsgemeinschaft

banner: Kopfbereich DFG2020 Logo - deutsch Für das Wissen entscheiden

Relevanz von Geschlecht und Vielfältigkeit in der Forschung

Bei einigen Forschungsvorhaben kann die Berücksichtigung von Geschlechter- und Vielfältigkeitsdimensionen zur Vermeidung „blinder Flecken“ führen und damit die wissenschaftliche Qualität der Ergebnisse erhöhen. Daher sollte die Reflexion von Geschlecht und Vielfältigkeit Bestandteil der Vorbereitung eines jeden Forschungsprojekts sein und – wo relevant – im Antrag behandelt werden.

Nicht für jedes Projekt sind Geschlecht und Vielfältigkeit in der Forschung gleichermaßen relevant. Die Bedeutung dieser Dimensionen variiert je nach Forschungskontext, Thema und Methoden.

Fachspezifische Informationen

Schmuckbild: Geistes- und Sozialwissenschaften

Geistes- und Sozialwissenschaften

Impulse zur Reflexion von Geschlecht und Vielfältigkeit in den Geistes- und Sozialwissenschaften. Interner Linkmehr

Ingenieurwissenschaften

Warum Geschlecht und Vielfältigkeit in den Ingenieurwissenschaften relevant sein könnten. Interner Linkmehr

Schmuckbild: Lebenswissenschaften

Lebenswissenschaften

Wann Geschlecht und Vielfältigkeit in den Lebenswissenschaften von Bedeutung sind. Interner Linkmehr

Naturwissenschaften

Sind Geschlecht und Vielfältigkeit in den Naturwissenschaften relevant? Interner Linkmehr

Was meint die DFG mit ...

Geschlecht

„Geschlecht“ umfasst sowohl das biologische (engl. sex) als auch das soziale (engl. gender) Geschlecht. Der englische Begriff "sex" bezeichnet die biologische Heterogenität von Lebewesen hinsichtlich ihres Geschlechts. Unter dem Begriff "gender" werden soziokulturelle Zuschreibungen von Merkmalen, Rollen, Verhaltensweisen und Erwartungen an die Geschlechter verstanden. Diese Zuschreibungen können je nach Gesellschaft, Land, Kultur, Wertvorstellungen und dem Verständnis von Individuen variieren.

Vielfältigkeit

Vielfältigkeit als Kriterium im DFG-Antragskontext umfasst – über das Geschlecht hinaus – Unterschiedsdimensionen von Menschen wie beispielsweise Alter, Religion, Herkunft, sexuelle Identität, Kultur, Gesundheitszustand, Lebenssituation oder sozialer Status.

Berücksichtigung von Geschlecht und Vielfältigkeit in der Forschung

Die Berücksichtigung von Geschlecht oder der sogenannten Geschlechterdimension sowie Vielfältigkeit oder der sogenannten Vielfältigkeitsdimensionen in der Forschung kann – wo relevant – konkrete Auswirkungen auf die Planung, Durchführung und Ergebnisse eines Forschungsprojekts haben. Sie spiegelt sich in der Auswahl von Methoden und Analysekategorien wider; sie wirkt sich auf die Erstellung von Datensätzen und Hypothesenbildung aus.

Verschiedenheit nach Geschlechter- und/oder Vielfältigkeitsdimensionen kann auf unterschiedlichen Ebenen für Forschungsprojekte relevant sein, etwa hinsichtlich der an der Forschung Beteiligten, hinsichtlich der zu untersuchenden Tiere oder des zu untersuchenden menschlichen oder tierischen Materials.

Anhand des von der DFG zur Verfügung gestellten Fragenkatalogs können Antragstellende bereits in der Planungsphase prüfen, ob Geschlechter- und/oder Vielfältigkeitsdimensionen für ihr Forschungsvorhaben relevant sind.

Vielfältigkeit der forschenden Person

Auch jede Wissenschaftlerin und jeder Wissenschaftler hat eine unterschiedliche Persönlichkeit, einen individuellen Hintergrund, vielfältige Erfahrungen usw.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler versuchen zugleich, bei ihrer Forschung stets eine möglichst objektive Perspektive einzunehmen, um zu möglichst objektiven Forschungsergebnissen zu gelangen. Vereinzelt sind jedoch aus verschiedenen Disziplinen Beispiele für die Relevanz des Geschlechts oder weiterer Vielfältigkeitsdimensionen der forschenden Personen bekannt, was Auswirkungen auf das Forschungsergebnis haben kann.

In den Geistes- und Sozialwissenschaften ist die Reflexion über Erwartungen, Biases, die Interaktion mit den erforschten Menschen u. v. m. bereits häufig Teil der quellenkritischen Überlegungen. Ein konkretes Beispiel aus dem Bereich der Ethnologie für die Auswirkungen der sozialen Rolle der forschenden Person können Sie den fachspezifischen Informationen dieser Webseite entnehmen.

Ein weiteres Beispiel für Auswirkungen des biologischen Geschlechts der Forschenden ist aus den Lebenswissenschaften bekannt: Im Rahmen einer Studie wurde festgestellt, dass Ratten und Mäuse in der Schmerzforschung geringere Reaktionen zeigten, wenn Versuche durch Wissenschaftler durchgeführt wurden – im Gegensatz zu einer jeweils gleichbleibenden Reaktion bei der Durchführung der Testreihen durch Wissenschaftlerinnen bzw. ohne anwesende Forschende. Dieser „male observer effect“ wurde auf die je nach Geschlecht der forschenden Person unterschiedlichen abgesonderten Duftstoffe zurückgeführt und hatte somit Einfluss auf das Forschungsergebnis selbst.

Für die allermeisten Forschungsvorhaben wird das Geschlecht oder die Vielfältigkeit der forschenden Personen eine geringe oder keine Rolle spielen, sodass dementsprechend bei Antragstellung keine Ausführungen im entsprechenden Antragskapitel notwendig sind.

Weitere Informationen

Nützliche Links

Mehr zur Relevanz von Geschlecht und Vielfältigkeit in der Forschung können Sie folgenden externen Links entnehmen:

Chancengleichheit und Diversity in der Wissenschaft

Relevanz von Geschlecht und Vielfältigkeit bezieht sich auf den Forschungsinhalt und die -methoden, nicht auf Chancengleichheit im Wissenschaftssystem. Weitere Informationen zu diesem separaten Themenbereich entnehmen Sie bitte den folgenden Links: