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Pressemitteilung Nr. 4 | 3. Februar 2011
Bibliotheksverbünde: Plädoyer für nachhaltige Weiterentwicklung

DFG-Positionspapier zu Reformen / Gemeinsame Erklärung mit Wissenschaftsrat

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) plädiert für eine strategische Neuausrichtung der Bibliotheksverbünde in Deutschland. Dies beschloss jetzt der DFG-Senat. Er verabschiedete ein Positionspapier zur Weiterentwicklung der Bibliotheksverbünde und befürwortete eine gemeinsame Erklärung von DFG und Wissenschaftsrat zur „Zukunft der Bibliotheksverbünde als Teil einer überregionalen Informationsinfrastruktur in Deutschland“. „Durch die Reform, die auf zeitgemäße Strukturen und moderne Dienstleistungen in arbeitsteiliger Kooperation zielt“, so DFG-Präsident Professor Matthias Kleiner, „wird zum einen den aktuellen und künftigen Herausforderungen einer sich dynamisch wandelnden Informationslandschaft Rechnung getragen. Zum anderen will sie die Leistungsfähigkeit der wissenschaftlichen Bibliotheken in Deutschland stärken – im Interesse des Forschungsstandorts und seiner Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.“

Die heute sechs Bibliotheksverbünde sind in den 1970er- und 1980er-Jahren als Serviceeinrichtungen für wissenschaftliche Bibliotheken jeweils eines oder mehrerer Bundesländer entstanden. Zu ihren Aufgaben zählt, zentrale (Titel-)Katalog-Datenbanken für ihre Mitgliedsbibliotheken zu erarbeiten und damit kontinuierlich bibliothekarische Basisdienste für die wissenschaftliche Literaturversorgung in der jeweiligen Region zu erbringen. Darüber hinaus bieten die Verbünde unterschiedliche Services an wie zum Beispiel die Online-Fernleihe oder die Bibliotheksstatistik. Mit ihren Dienstleistungen bilden sie das technische Rückgrat der Bibliotheksorganisation in Deutschland.

Das vom DFG-Ausschuss für wissenschaftliche Bibliotheken und Informationssysteme erarbeitete Positionspapier analysiert Struktur, Arbeitsweise und Finanzierung des Verbundsystems. Aus gesamtstaatlicher Sicht erkennt es „eine Überversorgung“ im Hinblick auf die Basisdienste, der – an gewandelten Nutzerinteressen und modernen Technologien gemessen – „Versorgungs- und Dienstleistungslücken“ gegenüberstehen. Vor diesem Hintergrund spricht sich der Ausschuss dafür aus, Basisdienste künftig arbeitsteilig zu organisieren und Zusatzdienste verbundübergreifend anzubieten.

So wird zur Vermeidung „unnötiger Mehrarbeit“ und zur „Durchsetzung einheitlicher Standards“ eine neu ausgerichtete und koordinierte Zusammenarbeit empfohlen. Dies erfordert die verbundübergreifende Kooperation mit weiteren Partnern und eine Erweiterung der bibliothekarischen Dienstleistungen unter digitalen Vorzeichen. Um eine vernetzte Informationsversorgung für die Universitäten und Forschungseinrichtungen auf der Höhe der Zeit sicherzustellen, sind Finanzmittel der Länder in bisheriger Höhe erforderlich, betont das Positionspapier. Angestoßen und begleitet werden soll die Reform der Bibliotheksverbünde durch ein neues DFG-Förderprogramm.

Zeitgleich und in Kooperation mit der DFG hat der Wissenschaftsrat „Empfehlungen zur Zukunft des bibliothekarischen Verbundsystems in Deutschland“ erarbeitet und verabschiedet. Beide Wissenschaftsorganisationen bezeichnen in ihrer gemeinsamen Erklärung die strategische Neuausrichtung und Weiterentwicklung des Verbundsystems als „grundlegend notwendig“ und bilanzieren ihre Überlegungen in neun Empfehlungen. DFG und WR gehen darin konform, den Verbünden die Chance zu eröffnen, „ihre Service-, Personal- und Organisationsstrukturen weiterzuentwickeln“ und zum nachhaltigen Ausbau einer zukunftsfähigen Informationsinfrastruktur beizutragen.

Weiterführende Informationen

„Positionspaper zur Weiterentwicklung der Bibliotheksverbünde als Teil einer überregionalen Informationsstruktur“, erarbeitet vom DFG-Ausschuss für wissenschaftliche Bibliotheken und Informationssysteme:

„Gemeinsame Erklärung der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Wissenschaftsrats zur Zukunft der Bibliotheksverbünde als Teil einer überregionalen Informationsinfrastruktur in Deutschland“

Wissenschaftsrat: „Empfehlungen zur Zukunft des bibliothekarischen Verbundsystems in Deutschland“

Ansprechpartner bei der DFG sind: