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Pressemitteilung Nr. 30 | 4. Juni 2007
Sprachforschung auf Schiffsreise

DFG-geförderte Projekte präsentieren sich auf der MS Wissenschaft

Vom 5. Juni bis 17. Oktober wird das Ausstellungsschiff von "Wissenschaft im Dialog" zwischen Kiel und Passau unterwegs sein und unter dem Motto "Sprache ist mehr als Worte" Themen aus der aktuellen Sprachforschung vorstellen. Erstmals sind Projekte aus der Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) an Bord. Dabei werden nicht nur abgeschlossene Arbeiten gezeigt, sondern findet auch Forschung auf dem Schiff selbst statt: Ausstellungsbesucher entlang der Schiffsroute können an einer Pilotstudie zum Sprachwandel teilnehmen. Weitere Exponate sind eine interaktive Lese- und Hörstation zur Geschichte der deutschen Sprache sowie eine virtuelle Präsentation der Ausstellung "KassettenGeschichten" zum Phänomen der Mixtapes.

"Wie modern ist Ihr Deutsch?" fragt ein eigens für die Fahrt der MS-Wissenschaft entwickelter Sprachtest, der die individuelle Sprachkompetenz einzelner Menschen in verschiedenen Regionen des Landes prüft. Er ist Teil eines Forschungsprojekts zum Wandel in der deutschen Sprache der Gegenwart, das von der Sprachwissenschaftlerin Karin Donhauser an der Humboldt-Universität zu Berlin durchgeführt wird. Mit dieser Pilotstudie soll untersucht werden, wie sich bestimmte sprachliche Neuerungen im Land ausgebreitet haben und mit großen, standardisierten Befragungsstudien erfassen lassen. Die Ergebnisse werden nach Abschluss der Schiffsfahrt wissenschaftlich ausgewertet und im Herbst im Internet zur Verfügung gestellt.

Einen Blick zurück auf die Entwicklung des Deutschen ermöglicht die ebenfalls von Karin Donhauser entwickelte und auch im Deutschen Historischen Museum ausgestellte Präsentation zur Geschichte der deutschen Sprache. Anhand von Texten wie dem Nibelungenlied oder der Lutherbibel bis hin zum ersten Kochbuch gibt die Präsentation einen umfassenden Überblick über die Textüberlieferungen des Deutschen vom Beginn der schriftlichen Überlieferung bis zur Herausbildung der neuhochdeutschen Standardsprache im 18. Jahrhundert. Die Veränderung der Sprache wird nicht nur durch die Darstellung in schriftlicher Form, sondern auch als Hörprobe erlebbar.

Aus dem Hamburger Forschungskolleg "Kulturwissenschaftliche Technikforschung" kommen die Forschungsergebnisse, die unter der Leitung von Gerrit Herlyn und Thomas Overdick in der virtuellen Präsentation der Ausstellung "KassettenGeschichten. Von Menschen und ihren Mixtapes" gezeigt werden. Nach Stationen in Deutschland und der Schweiz wurde die Ausstellung in einem Einzelexponat für das Schiff neu aufbereitet. Sie macht am Beispiel von 21 Biographien deutlich, welche Bedeutung die individuell bespielten und gestalteten Kassetten als Archive der Erinnerung, als Kommunikationsmedien und als Träger populärer Kultur für die Generation der heute 20- bis 40-Jährigen haben.

Information zu den Exponaten:

  • Sprachtest "Wie modern ist Ihr Deutsch?" und "Lese- und Hörstation zur Geschichte der deutschen Sprache": Prof. Dr. Karin Donhauser, Institut für deutsche Sprache und Linguistik, Humboldt-Universität zu Berlin, Tel. +49 30 2093-9635, E-Mail: karin.donhauser@rz.hu-berlin.de
  • "KassettenGeschichten. Von Menschen und Ihren Mixtapes": Gerrit Herlyn, Institut für Volkskunde, Universität Hamburg, Tel.: +49 40 42838-6515, E-Mail: herlyn@uni-hamburg.de

Die MS Wissenschaft ist ein Projekt von "Wissenschaft im Dialog" und wird finanziell unterstützt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Weitere Informationen

Mehr zur Ausstellung und zum Fahrplan unter

  • www.ms-wissenschaft.de