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Nachwuchswoche zur Mathematik am Moskauer MIPT

(29.09.15) Anfang September haben der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unter dem Dach des Deutschen Hauses für Wissenschaft und Innovation (DWIH Moskau) die fünfte „German-Russian Week of the Young Researcher“ ausgerichtet. Über 80 Doktoranden, Postdocs und Professoren stellten am Moskauer Physikalisch-Technischen Institut (MIPT) ihre Forschungsansätze zum Thema „Discrete Geometry“ vor. Zu den 25 deutschen Teilnehmern zählten u.a. DFG-Vizepräsident Peter Funke (Münster), DFG-Senator Günter M. Ziegler (Berlin) und Rektor Peter Scharff (TU Ilmenau).

DFG-Vizepräsident Professor Peter Funke überbringt Grußworte zur Woche des jungen Wissenschaftlers am Moskauer Physikalisch-Technischen Institut (MIPT)

DFG-Vizepräsident Professor Peter Funke überbringt Grußworte zur Woche des jungen Wissenschaftlers am Moskauer Physikalisch-Technischen Institut (MIPT)

© DFG

Zur feierlichen Eröffnung der Nachwuchswoche fanden sich rund hundert deutsche und russische Wissenschaftler sowie Vertreter weiterer Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Förderorganisationen im großen Festsaal der Nationalen Forschungsuniversität in Dolgoprudny vor den Toren Moskaus ein. Begrüßt wurden die Teilnehmer vom Rektor des MIPT, Nikolay Kudryavtsev, der in seiner Ansprache die herausragende Bedeutung der Zusammenarbeit mit deutschen Hochschulen bei der Internationalisierung seiner Universität unterstrich. Grußworte für die deutsche Seite überbrachten Peter Funke, Vizepräsident der DFG, und Peter Scharff, Mitglied des Vorstandes des DAAD. Glückwünsche des deutschen Botschafters Freiherr von Fritsch zur Ausrichtung der mittlerweile fünften Nachwuchswoche in Russland bestellte Mikhail Rusakov aus der Abteilung für Wirtschaft und Wissenschaft der Deutschen Botschaft Moskau.

Den Eröffnungsvortrag vor der Festversammlung, der inhaltlich in die Thematik der Woche zur diskreten Geometrie einführte, hielt Leibniz- und Communicator-Preisträger Günter M. Ziegler von der Freien Universität Berlin. Professor Ziegler, wissenschaftliches Mitglied des Senats der DFG und Vorsitzender der Wissenschaftlichen Kommission des Mathematischen Forschungsinstituts Oberwolfach (MFO) eröffnete im Anschluss daran auch gemeinsam mit Kurator Andreas Matt (MFO) die Ausstellung „IMAGINARY - Through the Eyes of Mathematics“. Die in Oberwolfach konzipierte interaktive Wanderausstellung veranschaulicht eindrücklich die große Bandbreite der praktischen Anwendungsbereiche der diskreten Geometrie und wurde während der Nachwuchswoche am MIPT gezeigt.

Einführungsvortrag von Professor Günter M. Ziegler (Mitglied des Senats der DFG und Vorsitzender der Wissenschaftlichen Kommission des MFO Oberwolfach)

Einführungsvortrag von Professor Günter M. Ziegler (Mitglied des Senats der DFG und Vorsitzender der Wissenschaftlichen Kommission des MFO Oberwolfach)

© DFG

Eine ganze Woche lang führten am MIPT ausgewiesene Mathematiker aus Deutschland, Russland und zehn weiteren Ländern mit ihren Impulsvorträgen in die verschiedenen Panels ein und moderierten die Kurzvorträge der jungen Wissenschaftler. Günter Ziegler (Berlin), Horst Martini (TU Chemnitz), Carsten Schütt (Kiel) u.a. erfahrene Hochschullehrer konnten dabei den Nachwuchswissenschaftlern aus Graduiertenkollegs und anderen DFG-Förderungen wertvolle fachliche Hinweise geben. Darüber hinaus nutzen insbesondere die deutschen Teilnehmer der Woche, die in diesem Jahr aus Berlin, Bonn, Chemnitz, Heidelberg, Ilmenau, Kiel, Münster, Oberwolfach, Osnabrück und Rostock stammten, die Möglichkeit zu einem intensiven Austausch mit der DFG-Delegation. Neben Vizepräsident Peter Funke und Senator Günter M. Ziegler war die Deutsche Forschungsgemeinschaft durch Frank Kiefer, zuständiger Programmdirektor in der Gruppe Mathematik, Physik und Geowissenschaften, sowie Jürgen Breitkopf, Programmdirektor in der Gruppe Graduiertenkollegs, Graduiertenschulen, Nachwuchsförderung, und Jörn Achterberg, Leiter des DFG-Büros Russland, vertreten.

Grundlegendes Ziel der Wochen ist eine breite Netzwerkbildung und die Intensivierung der Kooperation auf der Ebene des wissenschaftlichen Nachwuchses. Dabei greifen die Konferenzen interdisziplinäre und zukunftweisende Themen auf, die zugleich aktuelle Schwerpunkte der bilateralen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Russland berücksichtigen. Nachdem in den letzten Jahren Themen aus den Lebens-, den Natur-, den Ingenieur- und den Geisteswissenschaften im Mittelpunkt standen, wurde in diesem Jahr zum ersten Mal Fragen aus der Mathematik erörtert. Ein Novum im diesjährigen Programm bildete auch die Aufnahme eines Workshops des Springer-Verlags, der mit dem Thema „Wissenschaftliches Publizieren“ den jungen Forscherinnen und Forschern einen Überblick über den gesamten Publikationsprozess - von der Aufbereitung bis zur Veröffentlichung der Forschungsergebnisse - bot.

Eröffnung der Ausstellung „IMAGINARY“ mit Günter M. Ziegler, Andreas Matt (beide MFO Oberwolfach) und Mikhail Rusakov (Deutsche Botschaft Moskau)

Eröffnung der Ausstellung „IMAGINARY“ mit Günter M. Ziegler, Andreas Matt (beide MFO Oberwolfach) und Mikhail Rusakov (Deutsche Botschaft Moskau)

© DFG

Die Nachwuchswochen wurden 2011 auf Initiative von DAAD und DFG im Rahmen des Deutsch-Russischen Jahres der Wissenschaft, Bildung und Innovation ins Leben gerufen und finden einmal pro Jahr an wechselnden Standorten mit wechselnden Themen in Russland statt. Veranstaltet werden die Wochen in Zusammenarbeit mit den bedeutendsten Universitäten und Forschungszentren des Landes. Nach Kazan (2011), Jekaterinburg (2012), Novosibirsk (2013) und St. Petersburg (2014) war der diesjährige Gastgeber das Moskauer MIPT.

Das Moskauer Physikalisch-Technische Institut wurde 1946 auf Betreiben der Sowjetischen Akademie der Wissenschaften mit Unterstützung prominenter Persönlichkeiten wie den Nobelpreisträgern Pyotr Kapitsa, Nikolay Semyonov und Lev Landau gegründet. Das MIPT avancierte rasch zu einer naturwissenschaftlichen Eliteschule des Landes und ist vor allem durch das sogenannte „Phystech System“ - ein spezielles Lehr- und Ausbildungssystem für den wissenschaftlichen Nachwuchs - bekannt. Zu den vielen berühmten Alumni des MIPT zählen u.a. auch die beiden Nobelpreisträger für Physik des Jahres 2010, Andrey Geim und Konstantin Novoselov. Mit seinen rund 6.000 Studierenden gilt das MFTI heute vor allem in den Bereichen Physik, Mathematik und Informatik als eine der besten Universitäten Russlands. Im Jahr 2009 erhielt das MIPT den Status einer Nationalen Forschungsuniversität und gehört damit zum erlesenen Kreis der sogenannten „Führenden Hochschulen der Russischen Föderation“.