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DFG-Präsident besucht Partnerorganisationen in Brasilien

Während seines Brasilienaufenthalts Ende April traf DFG-Präsident Prof. Dr. Peter Strohschneider die neuen Präsidenten der brasilianischen Förderinstitutionen auf Bundesebene, CAPES und CNPq, und sprach sich für eine Fortführung der Zusammenarbeit aus.

Prof. Dr. Correia im Gespräch mit Prof. Dr. Strohschneider während des Treffens in Brasília

Prof. Dr. Correia im Gespräch mit Prof. Dr. Strohschneider während des Treffens in Brasília

© DFG

Am 29. April empfing der CAPES-Präsident Prof. Dr. Anderson Ribeiro Correia Prof. Dr. Strohschneider und dessen begleitende DFG-Delegation in Brasília. Während des Gesprächs unterstrich Correia die Bedeutung der vielfältigen Kooperation mit Partnerinstitutionen aus Deutschland, zu denen auch die DFG gehört, sowie die Diversität in Förderprogrammen und -strukturen.

Die seit 1995 bestehende Zusammenarbeit zwischen CAPES und DFG ist von großer Wichtigkeit und hat bislang die Umsetzung einer Vielzahl bilateraler Projekte ermöglicht. Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang die BRAGECRIM-Initiative im Bereich Produktionstechnik. An dem 2008 ins Leben gerufenen Forschungsnetzwerk waren bislang mehr als 300 Forscherinnen und Forscher verschiedener Einrichtungen in Deutschland und Brasilien beteiligt. „Die Zusammenarbeit mit unserem langjährigen Partner CAPES hat sich im Laufe der Jahre so stark intensiviert, dass sie heute eine besondere Relevanz für die DFG in Brasilien hat“, so Strohschneider gegenüber Correia.

Zu den aktuellen gemeinsamen Aktivitäten zählt das Programm DFG-CAPES Collaborative Research Initiative, das nach dem Beispiel von BRAGECRIM die Bildung von Forschungsnetzwerken in anderen Fachbereichen fördert. Bislang wurden in diesem Rahmen Ausschreibungen in den Fächern Chemie, Ingenieur- sowie Rechtswissenschaften veröffentlicht und derzeit wird geprüft, inwiefern die Initiative auf andere Forschungsfelder ausgeweitet werden kann. Beide Förderinstitutionen ziehen außerdem die Möglichkeit in Betracht, das gemeinsame Förderportfolio zu erweitern – eine der während des Termins besprochenen Möglichkeiten wäre beispielsweise die bilaterale Finanzierung Internationaler Graduiertenkollegs.

Correia betonte außerdem, dass die internationale Kooperation für die CAPES trotz der aktuellen Budgeteinschnitte nach wie vor eine wichtige Rolle spielt, wie am Beispiel der 2017 veröffentlichten PrInt-Ausschreibung deutlich wird: „Wir sind uns darüber im Klaren, dass unsere Hochschulen diesen Weg einschlagen müssen, um in der internationalen Forschungslandschaft wettbewerbsfähig zu sein.“ Deutschland gehört Correia zufolge zu den wichtigsten Partnern der im Rahmen des PrInt-Programms geförderten Universitäten. „Angesichts dieses positiven Szenarios dürfte das Programm neue deutsch-brasilianische Projekte ermöglichen, die potenziell über gemeinsame Initiativen zwischen CAPES und DFG finanziert werden können“, lautete die Einschätzung des Präsidenten.

Die Präsidenten der DFG und des CNPq unterzeichnen das verlängerte Kooperationsabkommen

Die Präsidenten der DFG und des CNPq unterzeichnen das verlängerte Kooperationsabkommen

© DFG

Im Anschluss daran reiste Strohschneider anlässlich des Jahrestreffens des Global Research Councils nach São Paulo und nahm am Rande dessen einen Termin mit dem CNPq-Präsidenten Prof. Dr. João Luiz Filgueiras de Azevedo wahr. Bei dieser Gelegenheit wurde das seit 2007 bestehende Kooperationsabkommen zwischen den beiden Organisationen mit der Unterzeichnung durch die Präsidenten verlängert – ein Signal für gute Zukunftsperspektiven der Zusammenarbeit, das Interesse an der Weiterführung und Vertiefung der Kooperation zeigt.

Ebenfalls in São Paulo fand ein Termin mit dem Präsidenten der FAPESP statt – die Fördereinrichtung des Bundesstaates São Paulo und Partnerorganisation der DFG war außerdem Gastgeberin des GRC-Jahrestreffens. Zusammen mit dem Präsidenten Prof. Dr. Marco Antônio Zago und dem wissenschaftlichen Direktor Prof. Dr. Carlos Henrique de Brito Cruz wurde aus der gemeinsamen Kooperation Bilanz gezogen und Zukunftsperspektiven erläutert.

Termin bei der FAPESP in São Paulo. In der Mitte die jeweiligen Präsidenten Peter Strohschneider (DFG) und Marco Antônio Zago (FAPESP). Links Dietrich Halm und Kathrin Winkler (DFG). Rechts Carlos Henrique de Brito Cruz und Euclides de Mesquita Neto

Termin bei der FAPESP in São Paulo. In der Mitte die jeweiligen Präsidenten Peter Strohschneider (DFG) und Marco Antônio Zago (FAPESP). Links Dietrich Halm und Kathrin Winkler (DFG). Rechts Carlos Henrique de Brito Cruz und Euclides de Mesquita Neto (FAPESP)

© DFG

Die Präsidenten waren sich über den Erfolg der 2006 begonnenen Zusammenarbeit einig, die sich über die Jahre hinweg zusehends etablierte. Aufgrund der ähnlichen Organisationsstrukturen der beiden Institutionen ist die FAPESP auch bislang die einzige Partnereinrichtung in Brasilien, mit der die DFG ein kontinuierliches Antragsverfahren und vielfältige Fördermöglichkeiten – einschließlich der Finanzierung Internationaler Graduiertenkollegs – anbietet. Zur effizienteren Bewerbung dieser Bandbreite an Möglichkeiten wurden außerdem Strategien zur Bewerbung und Bekanntmachung besprochen. Diese sind notwendig, da es bei einem kontinuierlichen Verfahren keine Ausschreibungen zur Information der wissenschaftlichen Community gibt.

Ein weiteres Gesprächsthema war eine mögliche Erweiterung des gemeinsamen Programmangebots. Da insbesondere die Förderung von wissenschaftlichem Nachwuchs sowohl der DFG als auch der FAPESP ein wichtiges Anliegen ist, wurden entsprechende Schritte in diese Richtung diskutiert.

Besuch des deutschen Außenministers

Außenminister Heiko Maas bei seiner Ansprache in der Deutschen Botschaft in Brasília

Außenminister Heiko Maas bei seiner Ansprache in der Deutschen Botschaft in Brasília

© DFG

Strohschneiders Aufenthalt in Brasilien fiel außerdem mit dem Besuch des deutschen Außenministers Heiko Maas in Brasilien zusammen. Zu Ehren der beiden Gäste aus Deutschland hat der deutsche Botschafter Dr. Georg Witschel am Abend des 29. April zu einem Empfang in der Deutschen Botschaft in Brasília eingeladen. In seiner Ansprache an die versammelten Anwesenden ging Maas unter anderem auch auf die Bedeutung der deutsch-brasilianischen Beziehungen im Wissenschaftsbereich ein.

„Ich möchte besonders die Anwesenheit von Prof. Strohschneider dazu nutzen, die Bedeutung der wissenschaftlichen Kooperation hervorzuheben. Frei von äußeren Eingriffen gemeinsam forschen und gemeinsam lehren ist schon immer ein wesentlicher Bestandteil der deutsch-brasilianischen Beziehungen gewesen. Beispielhaft dafür sind die 614 bestehenden Hochschulkooperationen und die fast 4000 brasilianischen Studierenden in Deutschland – eine fast doppelt so hohe Anzahl wie vor zehn Jahren. Das ist der richtige Weg und diesen möchten wir auch weitergehen“, so der Minister.