Zur Hauptnavigation springen Direkt zum Inhalt springen

Logo: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - zur Startseite Deutsche Forschungsgemeinschaft

DFG ehrt den Fields-Medaillisten Peter Scholze bei Empfang in Rio de Janeiro

(22.08.18) Zahlreiche Forscherinnen und Forscher aus der Mathematik sowie Vertreterinnen und Vertreter deutscher Universitäten und anderer Wissenschaftsinstitutionen versammelten sich auf Einladung der DFG am 2. August zu einem Empfang in der Residenz des deutschen Generalkonsuls in Rio de Janeiro. Im Rahmen eines wissenschaftlichen Dialogs über Wettbewerb und Kooperation in der Mathematik wurde an diesem Abend insbesondere Prof. Dr. Peter Scholze gefeiert, dem während der feierlichen Eröffnungszeremonie des Internationalen Mathematikerkongresses (ICM) die Fields-Medaille verliehen worden war.

Kathrin Winkler überreicht Peter Scholze das Gratulationsschreiben der DFG.
Galerie ansehen

Kathrin Winkler überreicht Peter Scholze das Gratulationsschreiben der DFG.

© Ole Lentfer

Die Leiterin des DFG-Büros Lateinamerika, Dr. Kathrin Winkler, beglückwünschte den Preisträger im Rahmen der Veranstaltungseröffnung und überreichte ihm ein Gratulationsschreiben des DFG-Präsidenten Prof. Dr. Peter Strohschneider. „Wir freuen uns sehr mit Peter Scholze, den wir bereits 2016 mit dem Leibniz-Preis als herausragende Forscherpersönlichkeit gewürdigt haben und der in einem in der Exzellenzinitiative geförderten Exzellenzcluster tätig ist. Die Auszeichnung für ihn ist nicht zuletzt eine großartige Bestätigung dafür, dass die universitäre Forschungslandschaft in Deutschland weiterhin hervorragende Möglichkeiten bietet, Talente zu fördern, und Raum gibt, neuen Ideen nachzugehen“, so Strohschneider.

Mit 30 Jahren gehört Peter Scholze zu den jüngsten Wissenschaftlern, denen die Fields-Medaille bislang verliehen wurde. Ausgezeichnet wurde er für seine herausragende Forschung und fundamentalen Beiträge zur arithmetischen algebraischen Geometrie. Die Universität Bonn, an der er auch promoviert wurde, berief ihn 2012 mit 24 Jahren auf einen Lehrstuhl an ihrem international anerkannten Hausdorff Center for Mathematics. Damit wurde er zum jüngsten W3-Professor Deutschlands.

In ihren Grußworten betonte Winkler, dass der ICM nun erstmalig auf der Südhalbkugel abgehalten wurde: „In einer Welt der Globalisierung geht die Forschung über Landesgrenzen hinaus. Deshalb müssen wir weiter daran arbeiten, unser Bildungs- und Forschungssystem durchlässiger zu gestalten.“ Laut Winkler ist in den vergangenen Jahren ein Zuwachs an gemeinsamen Publikationen sowie an bilateralen Projekten zwischen Deutschland und Lateinamerika, die von der DFG und ihren Partnerorganisationen gefördert wurden, zu verzeichnen. „Dies ist das Ergebnis unserer langjährigen Zusammenarbeit mit den Förderinstitutionen der Region – eine der Hauptaufgaben unseres Büros in São Paulo“, resümierte die Büroleiterin.

Zur darauf folgenden Podiumsdiskussion zum Thema „Mathematik: zwischen Wettbewerb und Kooperation“ waren Prof. Dr. Barbara Wohlmuth von der Technischen Universität München, Prof. Dr. Heike Fassbender von der Technischen Universität Braunschweig sowie Prof. Dr. Carlos Uribe Jongbloed von der Universidad del Norte in Kolumbien geladen. Der Mathematiker Prof. Dr. Günter Ziegler, selbst Leibniz-Preisträger aus dem Jahr 2001, führte durch das Gespräch und beförderte so einen interessanten Austausch über die jeweiligen persönlichen Erfahrungen. Als ehemaliges Senatsmitglied der DFG und seit Kurzem nunmehr Präsident der Freien Universität Berlin hatte Ziegler gleich mehrere Hüte auf und konnte an diesem Abend auch das 70-jährige Bestehen der Freien Universität begehen, die historisch einen starken Lateinamerika-Schwerpunkt hat und vor Ort durch ihr Büro in São Paulo repräsentiert ist.

Sowohl Wohlmuth als auch Fassbender bekräftigten, dass internationale Kooperationen im Rahmen ihrer Forschungsprojekte zunehmend an Bedeutung gewinnen, insbesondere an der Schnittstelle zu anderen Disziplinen wie beispielsweise den Ingenieurwissenschaften und anderen exakten Wissenschaften. Uribe erklärte, dass wissenschaftliche Kooperation stark mit Generosität verbunden ist: „Wissenschaftliche Kooperation funktioniert nur dann, wenn man bereit ist, seine Ideen mit anderen zu teilen.“

Deutschland bleibt auch in Zukunft ein wichtiger Schauplatz für die internationale Mathematikforschung: Bei der Jahresversammlung des Weltverbands der Mathematik (International Mathematical Union, IMU) in São Paulo wurde beschlossen, den permanenten Sitz der Vereinigung nach Berlin zu verlegen. Darüber hinaus wurde Günter Ziegler in das Exekutivkomitee der IMU gewählt, der mathematische Gesellschaften aus 87 Ländern angehören.