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Archäologische Forschung – die Ergebnisse der erfolgreichen deutsch-mexikanischen Kooperation

(26.06.17) Im Rahmen des Deutschlandjahrs in Mexiko hat die regionale Außenstelle des DAAD im Goethe-Institut in Mexiko-Stadt ein Symposium zum Thema Archäologie organisiert. Einige der ältesten und höchst entwickelten Zivilisationen der Welt waren in diesem Land beheimatet, und auch der 66 Millionen Jahre alte Einschlagkrater, der vermutlich das Aussterben der Dinosaurier verursacht hat, befindet sich dort. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Mexiko ein vielfältiges und hochinteressantes Umfeld für die archäologische Forschung bietet.

Die Podiumsdiskussion am zweiten Tag des Symposiums (v.l.n.r.): Alexander Au (DAAD), Mónica Pacheco Silva (FU Berlin), Iken Paap (Ibero-Amerikanisches Institut), Ana Luisa Izquierdo y de la Cueva (UNAM), Antonio Benavides Castillo (INAH), Wolfgang Stinnesbeck (Uni Heidelberg) und Felix Kupprat (UNAM)
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Die Podiumsdiskussion am zweiten Tag des Symposiums (v.l.n.r.): Alexander Au (DAAD), Mónica Pacheco Silva (FU Berlin), Iken Paap (Ibero-Amerikanisches Institut), Ana Luisa Izquierdo y de la Cueva (UNAM), Antonio Benavides Castillo (INAH), Wolfgang Stinnesbeck (Uni Heidelberg) und Felix Kupprat (UNAM)

© DFG

Die zweitägige Veranstaltung fand am 31. Mai und 1. Juni statt und bot ein Forum für die Vorstellung der laufenden bilateralen Projekte in den Bereichen Archäologie und Paläontologie sowie für den Austausch von Erfahrungen, Anregungen und Ideen für die Weiterentwicklung der internationalen Kooperation.

Das enorme Potenzial der paläontologischen Forschung und die Ergebnisse der langfristigen Kooperation zwischen beiden Ländern hob Prof. Dr. Wolfgang Stinnesbeck von der Universität Heidelberg besonders hervor. In seiner Rede berichtete er über die Planung und Gründung des Museo del Desierto, das geoarchäologische, historische und paläontologische Aspekte der Wüste in der Region von Saltillo im Bundesstaat Coahuila präsentiert. Das Museum wurde 1999 eröffnet, zieht jährlich rund 280 000 Besucher an und verdeutlicht die Auswirkungen von Forschungsarbeiten auf die lokale Wirtschaft und Gesellschaft.

Dr. Iken Paap vom Ibero-Amerikanischen Institut in Berlin stellte ihr DFG-gefördertes Projekt vor, das sich mit den soziopolitischen Zusammenhängen am Übergang von der End- zur Epiklassik (850–1100 n. Chr.) in der Region von Campeche beschäftigt. Trotz ungünstiger Bedingungen – zum Beispiel lokale Tierzucht, Diebstahl von Fundstücken und Nutzung von Material für den Bau einer Autobahn –konnten Dr. Paap und ihr Kooperationspartner Prof. Dr. Antonio Benavides Castillo vom Nationalen Institut für Anthropologie und Geschichte in Mexiko (INAH) gute Ergebnisse vorweisen, unter anderem die Erarbeitung eines Geländegrundrisses sowie die Entdeckung von Keramikfunden und Gräbern.

Dr. Peter Conrad Kröfges, ein an der Autonomen Universität von San Luis Potosí tätiger deutscher Wissenschaftler, und Dr. Octavio Quetzacóatl Esparza Olguín vom Philologischen Institut der Nationalen Autonomen Universität Mexikos (UNAM) hielten ebenfalls äußerst spannende Vorträge, die das Publikum zu zahlreichen Fragen anregten.

Am zweiten Tag des Symposiums stand eine Podiumsdiskussion auf dem Programm. Moderiert von Prof. Dr. Ana Luisa Izquierdo y de la Cueva, Philologin an der UNAM, wurden die kooperationsbezogenen Herausforderungen und Interessen gemeinsam mit dem Publikum diskutiert. Es fand ein produktiver Austausch von Meinungen, Erfahrungen und Anregungen statt, wobei das von Prof. Dr. Stinnesbeck am ersten Tag erwähnte Potenzial nochmals deutlich herausgestellt wurde. Im Gegensatz zu den fachlich behandelten Zeiträumen, die Jahrtausende oder eine ganze Ära umfassen, war die zur Verfügung stehende Zeit für eine ausführliche Diskussion zu kurz, um allen Aspekten der Zusammenarbeit Rechnung zu tragen.