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Gemeinsame Pressemitteilung

Pressemitteilung Nr. 18 | 27. April 2015
Wie kann Wissenschaft zur globalen Nachhaltigkeit beitragen?

Zweitägige Konferenz von DFG und UNU in New York brachte Wissenschaft, Politik und zivilgesellschaftliche Organisationen zusammen / „Grundlage aller Weisheit sind die Fakten“

Fragen der globalen Nachhaltigkeit und der mögliche Beitrag der Wissenschaft zu ihrer Lösung standen im Zentrum einer internationalen Konferenz, die jetzt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zusammen mit der United Nations University (UNU) und mit Unterstützung der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei den Vereinten Nationen (UN) in New York ausgerichtet wurde. Das Treffen am Sitz der UN brachte am Donnerstag/ Freitag, 23./24. April 2015, mehr als 60 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedenster Disziplinen, Entscheidungsträger aus UN-Gremien und Vertreter aus politiknahen und zivilgesellschaftlichen Gruppen zusammen. In vier Panels ging es vor allem um die Frage, wie wissenschaftliche Forschung zur Entwicklung von Indikatoren und Messinstrumenten für globale nachhaltige Entwicklungsziele beitragen kann.

Solche Instrumente könnten helfen, nachhaltige globale Entwicklungen besser umsetzen und beurteilen zu können, betonte der Stellvertretende UN-Generalsekretär, Jan Eliasson, in seinem Einführungsvortrag: „Grundlage aller Weisheit sind die Fakten“, so Eliasson. Wissenschaft und Forschung könnten hier einen entscheidenden Beitrag leisten, denn nur mit sinnvollen Indikatoren lasse sich die Realisierung der Sustainable Development Goals (SDGs) bewerten, die im Herbst 2015 von den Vereinten Nationen beschlossen werden sollen.

Der Präsident der DFG, Professor Dr. Peter Strohschneider, erinnerte in seiner Einführung in die Konferenz an den 1987 veröffentlichten Bericht der Brundtland-Kommission und damit an die Dauer der Nachhaltigkeitsdebatte, die bis heute nichts von ihrer Dringlichkeit eingebüßt habe. Die unbedingt nötigen Fortschritte ließen sich allerdings allein dann erzielen, wenn die Wissenschaften in ihren unterschiedlichen Dimensionen von der erkenntnisgeleiteten Grundlagenforschung bis zur angewandten Forschung auch in den politischen Entscheidungsprozessen zur Geltung gebracht werden könnten. Dazu biete die Konferenz eine hervorragende Plattform.

Die Diskussionen in den vier Panels behandelten auch mögliche Zielkonflikte bei der Implementierung einzelner nachhaltiger Entwicklungsziele. Professor Jakob Rhyner, Stellvertretender Rektor der UNU in Europa, sah zwei dieser möglichen Zielkonflikte in der Prioritätensetzung einerseits und im Ausgleich zwischen kurz- und langfristigen Entwicklungszielen auf der anderen Seite. Entscheidend für die erfolgreiche Umsetzung der SDGs sei ein ebenso einfühlsamer wie zielgenauer Umgang mit derartigen Konflikten.

Die Abschlussveranstaltung der Konferenz, zu der die Ständigen Vertretungen von Brasilien und Deutschland bei den Vereinten Nationen gemeinsam eingeladen hatten, fand im Hauptgebäude der UN statt. Unter den 150 Teilnehmern waren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Experten aus dem UN-Bereich und Vertreter aus den Ländern, die in den derzeit laufenden Verhandlungen zur Post-2015-Agenda eingebunden sind. Sie diskutierten die zentralen Ergebnisse der vier wissenschaftlichen Sessions, die zudem durch hochrangige UN-Mitarbeiter kommentiert wurden. Stefan Schweinfest, Leiter der Statistischen Abteilung der UN, betonte dabei die Bedeutung, die statistischen Kapazitäten und Expertisen in den einzelnen Staaten auszubauen und ein „Informative Global Indicator Framework“ zu entwickeln.

Thomas Gass, Stellvertretender UN-Generalsekretär für politische und inter-organisationelle Koordination, bekräftigte die auf der Konferenz deutlich gewordene Notwendigkeit, einerseits Synergien zu schaffen und andererseits Prioritäten zu setzen. Beide seien den jeweiligen Kontexten anzupassen, müssten dabei pragmatisch bleiben und einem ständigen Lernprozess folgen. Ebenso wichtig seien die in den Diskussionen gewonnenen Erkenntnisse im Hinblick auf „Ownership”, also auf Teilhabe an den Entwicklungsprozessen: Die Einbindung aller Beteiligten in allen Phasen sei eine kontinuierliche Aufgabe und als solche zwar aufwendig, aber unverzichtbar für die Implementierung von Entwicklungszielen.

Einschlägige Expertisen und vielfältige Perspektiven zusammenzubringen, sei ein zentrales Merkmal der Konferenz gewesen, unterstrich zum Abschluss die Generalsekretärin der DFG, Dorothee Dzwonnek: „Unser Anliegen war, genau dies zu leisten, nämlich wissenschaftliche Forschung in den Prozess einzubringen, um ein offenes Forum für eine Diskussion von Forscherinnen und Forschern, Anwendern und politischen Entscheidungsträgern zu schaffen. Sie alle haben in diesen zwei Tagen eine Vielzahl von Ansätzen und Konzepten diskutiert, und dies sehr engagiert, aber immer mit einem klaren Sinn für die Praktikabilität und mögliche Umsetzung.“

Amina Mohammed, Sonderberaterin des UN-Generalsekretärs für die Planung der Post-2015-Entwicklung, verwies in ihrer Ansprache während der Abschlussveranstaltung auf die Gunst der Stunde: „2015 ist weltweit das Jahr das Handelns. Es bietet uns die vielleicht einmalige Gelegenheit, die globale Entwicklung auf den Weg eines nachhaltigen Fortschritts zu bringen, hin zu einer Zukunft, die wir wollen und brauchen. Hierfür ist ein breiter Konsens zu verspüren, der sehr ermutigend ist.“ Professor Dr. Jörg Hacker, Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften – Leopoldina und Mitglied des wissenschaftlichen Beratergremiums von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, war in seinen Ausführungen zum Abschluss der Konferenz gleichermaßen zuversichtlich: „Die Teilnahme von Mitgliedern des Scientific Advisory Board des UN-Generalsekretärs war sicherlich hilfreich für die Vermittlung von Wissenschaft in den politischen Prozess.“

Weiterführende Informationen

Medienkontakt:

Zweitägige Konferenz von DFG und UNU in New York

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