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Pressemitteilung Nr. 22 | 13. Mai 2015
Gute wissenschaftliche Praxis: Bundesweite Tagung der Ombudspersonen in Bonn

Vernetzung und weitere Professionalisierung / Podiumsdiskussion „Wie kann gesellschaftliches Vertrauen in die Wissenschaft zurückgewonnen werden?“

Das Ombudswesen und Ombudspersonen spielen aus Sicht der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eine zentrale Rolle bei der weiteren Etablierung und Stärkung guter wissenschaftlicher Praxis. Schon in ihrer 1998 formulierten Denkschrift zur „Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis“ empfahl die DFG allen Hochschulen und Forschungseinrichtungen, Ombudspersonen als Ansprech- und Vertrauenspersonen zu benennen; die 2013 überarbeitete Fassung der Empfehlungen setzte dann einen noch stärkeren Akzent auf das Ombudswesen. Dieselbe Denkschrift legte auch den Grundstein für die Arbeit des „Ombudsman für die Wissenschaft“, der 1999 von der DFG eingerichtet wurde und unabhängig von einem DFG-Bezug allen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Deutschland in Fragen guter wissenschaftlicher Praxis zur Verfügung steht.

Neben ihrem eigenen Engagement wollen sowohl der Ombudsman als auch die DFG vor allem die Arbeit der Ombudspersonen vor Ort weiter stärken. Der dazu weiterhin erforderlichen Vernetzung soll eine bundesweite Tagung der Ombudspersonen von Hochschulen und Forschungseinrichtungen dienen, die Ombudsman und DFG am 21./22. Mai in Bonn veranstalten. Unter dem Titel „Gefährdete Wissenschaft“ will die Tagung insbesondere nach dem Beitrag der Regeln guter wissenschaftlicher Praxis zur Qualitätssicherung fragen. Im Mittelpunkt des ersten Veranstaltungstages stehen neben Erfahrungsberichten und dem Austausch der Ombudspersonen Vorträge und Diskussionen zu Gründen für wissenschaftliches Fehlverhalten, etwa aus neurowissenschaftlicher Sicht, und zu Konsequenzen wie Zurückziehen von Fachartikeln oder Entzug des Doktorgrades aufgrund unwürdigen Verhaltens.

Am zweiten Veranstaltungstag beleuchtet der Wissenschaftsjournalist Armin Himmelrath die „Reaktion von Universitäten auf (Verdachts-)Fälle wissenschaftlichen Fehlverhaltens“. Den Schlusspunkt bildet eine Podiumsdiskussion, in der Vertreter aus Wissenschaft, Wissenschaftssystem und Politik der Frage nachgehen: „Wie kann gesellschaftliches Vertrauen in die Wissenschaft zurückgewonnen werden?“ Es diskutieren: Professor Dr. Joachim Goebel, Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung NRW, Professor Dr. Brigitte M. Jockusch, Zoologin und Mitglied im Ombudsman für die Wissenschaft; Thomas May, Generalsekretär des Wissenschaftsrates; Professor Dr. Andreas Schlüter, Generalsekretär des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft; Professor Dr. Johanna Eleonore Weber, Rektorin der Universität Greifswald und HRK-Vizepräsidentin für Hochschulmedizin; Moderation: Ines Arland.

Neben dieser Tagung findet 2015 eine Workshop-Reihe für Ombudspersonen zum Thema „Mediation und Konfliktmanagement“ ihre Fortsetzung. Sie war von der DFG und dem Zentrum für Wissenschaftsmanagement in Speyer (ZWM) initiiert worden und läuft seit Ende 2012. Im Zentrum stehen neben der Rolle und den Aufgaben der Ombudspersonen konkrete Situationen und Fälle, die von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern unter anderem selbst eingebracht und im intensiven und vertraulichen Dialog untereinander und mit Trainern diskutiert werden. Nach dem ersten Termin im Februar 2015 wird der Workshop erneut am 2./3. November in Hildesheim angeboten.

„Ombudspersonen nehmen immer mehr Aufgaben der Mediation und des Konfliktmanagements wahr und vermitteln zwischen den Betroffenen. Dies unterscheidet sich deutlich von ihrer eigentlichen wissenschaftlichen Arbeit und ihrem Arbeitsumfeld“, unterstreicht DFG-Generalsekretärin Dorothee Dzwonnek. „Unsere Workshop-Reihe leistet deshalb einen wichtigen und notwendigen Beitrag zur weiteren Professionalisierung des Ombudswesens.“

Weiterführende Informationen

Medienkontakt:

Medienvertreterinnen und Medienvertreter sind herzlich zur Tagung eingeladen. Die Veranstaltung findet statt in der früheren Landesvertretung Rheinland-Pfalz, Heussallee 18–24, 53113 Bonn. Um vorherige Anmeldung wird gebeten.
Kontakt:

Fachliche Ansprechpartnerin in der DFG-Geschäftsstelle:

Ausführliche Informationen zu den DFG-Aktivitäten zur guten wissenschaftlichen Praxis und zum Workshop-Angebot von DFG und ZWM finden sich unter:

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