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Zur Person: Ursula M. Händel

"Man muss sich schließlich auf etwas konzentrieren im Leben, wenn man etwas erreichen will."

Ursula M. Händel hat ihre eigene Aussage in die Tat umgesetzt - und machte den Tierschutz zu ihrer Lebensaufgabe. Die 1915 geborene und 2011 verstorbene Düsseldorferin setzte sich viele Jahrzehnte lang für die Rechte der Tiere in Deutschland ein. 1980 gründete Ursula Händel den "Bonner Arbeitskreis für Tierschutzrecht", in dem sie gemeinsam mit Experten einen Gesetzesentwurf erstellte, dessen Vorschläge zum Teil in die Novellierung des Tierschutzgesetzes eingegangen sind. Mit der 1982 von ihr ins Leben gerufenen "Wissenschaftlichen Studiengruppe Tierschutz" verfasste Ursula Händel viele Beiträge, die zu Veröffentlichungen führten, unter anderem zu dem 1984 erschienenen Buch "Tierschutz - Testfall unserer Menschlichkeit", das auch heute noch von großer Bedeutung ist.

Ursula Händels langjähriges Engagement für den Tierschutz, besonders ihr Einsatz für die Weiterentwicklung des gesetzlichen Schutzes der Tiere, führte 1983 zur Einrichtung ihrer "Stiftung Tierhilfe". Sie investierte nicht nur ihr Vermögen, sondern auch ihre Energie in die von ihr selbstständig geführte Tierhilfestiftung, mit der sie zahlreiche Projekte unterstützte. Grundsätzlich war sie immer darauf bedacht, als eigenständige Person zu handeln und sich keiner Organisation anzuschließen, um ihre Unabhängigkeit zu bewahren. Sie forderte stets die Reduzierung der Belastungen von Versuchstieren und die Minimierung der Tierversuche, sah jedoch ebenfalls ein, dass man auf Tierversuche nicht verzichten kann, solange es keine Alternativen gibt. Ihr erklärtes Ziel war die Einschränkung und Verbesserung von Tierversuchen. Sie hat sich auch öffentlich für ein Verbot des Schächtens ausgesprochen und neue EU-Richtlinien für den Tiertransport gefordert.

Ursula Händel, die viele Jahre in Bad Herrenalb im Schwarzwald gelebt hat, sah sich selbst als Einzelkämpferin. Das Büro der "Stiftung Tierhilfe" managte sie ganz alleine. In ihren vielen Schriften hat sie einen humaneren Umgang mit Versuchstieren gefordert. Ihre Mitarbeit in der Tierschutzkommission des Bundesministeriums für Verteidigung und ihre Mitgliedschaft im ZDF-Fernsehrat (1992-2000) nutzte sie, um auf eine Verbesserung des Tierschutzes in Deutschland aufmerksam zu machen. So war auch die Verankerung des Tierschutzes im Grundgesetz 2002 ein Ziel, für das Ursula Händel lange gekämpft hat. Für ihr Engagement erhielt Ursula Händel 2002 den Tierschutzpreis des Landes Baden-Württemberg.

Ihren Einsatz setzte Ursula Händel mit dem nach ihr benannten Preis fort. Mit dem Ursula M. Händel-Tierschutzpreis werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausgezeichnet, die sich nachhaltig für die Verbesserung des Tierschutzes in der Forschung einsetzen.

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