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Information für die Wissenschaft Nr. 1 | 4. Januar 2022
Nachwuchsakademie „Patientenorientierte Forschung in der Infektionsmedizin“

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) startet ihre zweite Nachwuchsakademie „Patientenorientierte Forschung in der Infektionsmedizin“. Damit soll besonders qualifizierten Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern die Möglichkeit gegeben werden, eigene Forschungsideen zu qualitativ hochwertigen Förderanträgen weiterzuentwickeln und eine erste Förderung zu erhalten.

Hintergrund

Infektionserkrankungen gehören weltweit zu den häufigsten Todesursachen und spielen in allen medizinischen Gebieten eine Rolle. Nicht nur durch die Pandemie, sondern auch durch die Ausbreitung therapieresistenter Erreger, das Auftreten neuer Infektionserkrankungen und die zunehmende Zahl abwehrgeschwächter Patienten steht die Infektionsforschung vor besonderen Herausforderungen. Neue Methoden und Strategien zu Diagnose, Therapie und Prävention müssen entwickelt und die zugrunde liegenden Mechanismen verstanden werden.

Eine besondere Rolle spielt hierbei die patientenorientierte Forschung, wie beispielsweise klinische Studien. Um sich in diesem weltweit dynamischen Forschungsfeld besser zu positionieren, soll der wissenschaftliche Nachwuchs in der patientenorientierten Forschung besonders gefördert werden.

Zielsetzung

Die Nachwuchsakademie bietet jungen Forscherinnen und Forschern eine Plattform für Weiterbildung, Informationsaustausch, Netzwerkaktivitäten und die Möglichkeit einer Anschubfinanzierung an. Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler sollen gezielt dabei unterstützt werden, ihre sich aus der klinischen Arbeit ergebenden Ideen in wissenschaftlich hochwertige klinische Studien umzusetzen. Dies kann ein erster Schritt in der eigenständigen Karriereentwicklung sein und den Weg zum Clinician Scientist öffnen.

Die Nachwuchsakademie ist in drei Phasen geteilt. Die erste Phase ist ein eintägiger virtueller Workshop. Hierfür bewerben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit einer eigenen Projektidee. Im Workshop wird das Förderkonzept näher erläutert und die Erwartungen an die Teilnehmerrunde dargestellt. Einige Beteiligte dürfen ihre Projektidee kurz vorstellen und erhalten direktes Feedback durch erfahrene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops können sich dann mit einer kurzen Projektskizze für die Akademiewoche bewerben (Phase 2). Während der Akademiewoche präsentieren sie ihre Projektideen und lernen die unterschiedlichen Aspekte der patientenorientierten Forschung kennen beziehungsweise erweitern ihre Kenntnisse hierzu. In der Diskussion mit anderen Teilnehmern und erfahrenen Wissenschaftlern werden die eingereichten Projektskizzen reflektiert und im Laufe der Woche überarbeitet. Themen- und methodenspezifische Vorträge von renommierten Expertinnen und Experten aus dem In- und Ausland vertiefen das Wissen in einzelnen Bereichen. Auch die notwendigen Kenntnisse zur Konzeption eines Förderantrags werden vermittelt.

Nach der Akademiewoche erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, einen ersten eigenen Antrag bei der DFG zu stellen. Sie können sich um die Finanzierung eines einjährigen Forschungsprojekts begrenzten Umfangs bewerben.

Die dritte Phase ist ein Kolloquium und dient der Nachbereitung der Akademiewoche.

Teilnahmebedingungen

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Nachwuchsakademie sollen sich in einem frühen Stadium ihrer wissenschaftlichen Karriere befinden und noch keine eigenständige Förderung durch größere Drittmittel für die Durchführung von patientenorientierter Forschung erhalten haben. Antragsberechtigt sind Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus allen Fachgebieten innerhalb von vier Jahren (Mediziner sechs Jahre) nach der Promotion, die bisher keinen Drittmittelantrag bei der DFG gestellt haben. Die Promotion muss abgeschlossen sein oder kurz vor dem Abschluss stehen, das heißt bis zum 1. Juli 2022 erfolgreich beendet sein. Konkret bedeutet dies, dass die Promotion bereits eingereicht sein muss und ein fester Termin für die mündliche Prüfung terminiert ist. Ein entsprechendes Bestätigungsschreiben des betreuenden Dozenten hinsichtlich des absehbaren, erfolgreichen Abschlusses des Promotionsvorhabens bis spätestens zu Beginn der Nachwuchsakademiewoche wäre ergänzend wünschenswert. Bezüglich möglicher anrechenbarer Zeiten (Kinderbetreuung etc.) wenden Sie sich bitte an die Leitung der Nachwuchsakademie.

Der Nachweis hervorragender Leistungen (Studium, Promotion, Publikation, ggf. Auszeichnungen) wird erwartet. Dem Teilnahmeantrag ist eine eigene Projektidee in Form einer kurzen Projektskizze beizufügen, die später ausgearbeitet und als Projektvollantrag bei der DFG eingereicht werden kann. Originalität, Machbarkeit und Relevanz der skizzierten Fragestellung sind vorrangige Auswahlkriterien für die Zulassung zur Nachwuchsakademie.

Die Projektideen sollen aus dem Bereich der patientenorientierten Forschung in der Infektionsmedizin kommen. Dazu gehören Beobachtungsstudien zu Epidemiologie, Prävention, Diagnose und Therapie von Infektionskrankheiten, interventionelle, klinische Studien, Studien zur Entwicklung und Validierung von Diagnoseverfahren an Patienten oder Patientenproben.

Anträge können aus allen Fachgebieten gestellt werden (z. B. Innere Medizin, Chirurgie, Infektiologie, Mikrobiologie, Virologie, Hygiene, Dermatologie, Orthopädie, Zahnmedizin). Das Studiendesign soll sich nach der Fragestellung richten. Studien der Versorgungsforschung, Studien zur Zulassung von Medikamenten, Laborforschung ohne klinischen Bezug sowie Forschungsprojekte, die ausschließlich im Ausland durchgeführt werden, werden nicht gefördert. Umfang und Dauer (1 Jahr) einer eventuellen Förderung sind begrenzt, daher handelt es sich bei den Projektskizzen und Projektvollanträgen in der Regel um Pilotstudien zu einer Projektidee.

Bewerbung

Die Bewerbung für die Nachwuchsakademie erfolgt per E-Mail an den Leiter der Nachwuchsakademie, Professor Dr. Achim Kaasch, unter Beifügung folgender Dokumente im PDF-Format (Schriftgröße 11 oder 12 Punkt, Rand mind. 2 cm zu allen Seiten):

  • Projektskizze (max. 3 Seiten) sollte folgendermaßen gegliedert sein:
    • Titel
    • Fragestellung
    • Hintergrund
    • Studiendesign (Ein-/Ausschlusskriterien, Endpunkte, …)
    • Statistische Aspekte
    • Ethische Aspekte
    • Bisherige Arbeiten
    • Zeitplan
    • Beantragte Mittel
    • Literatur
  • Lebenslauf (max. 2 Seiten) mit den fünf wichtigsten Publikationen
  • Publikationsliste
  • Promotionsurkunde beziehungsweise Bestätigung des voraussichtlichen Abschlusses der Promotion bis zum 1. Juli 2022
  • Gegebenenfalls Schreiben der Klinik- beziehungsweise Institutsleitung aus dem hervorgeht, dass im Falle einer Förderung eine Freistellung der Teilnehmerin / des Teilnehmers der Nachwuchsakademie für Forschungsarbeiten erfolgt

Termine

Bewerbungsschluss und Einreichung der Projektidee für den Workshop: 28. Februar 2022
Vorbereitungsworkshop: 7. April 2022 (Onlineveranstaltung)
Einreichung der Projektskizze für die Akademiewoche: bis 30. April 2022
Akademiewoche: 27. Juni bis 1. Juli 2022 (Präsenzveranstaltung)
Kolloquium zur Nachbereitung der Akademiewoche: voraussichtlich im Februar 2023
Einreichung des Vollantrags: bis 1. September 2022

Voraussetzung für die späteren DFG-Vollanträge

Für die Antragstellung wird der Abschluss der wissenschaftlichen Ausbildung (in der Regel die Promotion) vorausgesetzt. In Ausnahmefällen werden Anträge vor abgeschlossener Promotion angenommen, sofern der Nachweis der erfolgten Promotion im Laufe des Begutachtungsverfahrens nachgereicht wird. Eine Bewilligung kann nicht ohne erfolgte Promotion ausgesprochen werden.

Vollanträge sind nach dem „Merkblatt für Anträge auf Sachbeihilfen“ (DFG-Vordruck 50.01) zu stellen.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zur Nachwuchsakademie finden Sie unter:

Ein Leitfaden zur Antragstellung ist im DFG Merkblatt 50.01 zu finden unter:

Fachliche Fragen beantwortet der Leiter und Veranstalter der Nachwuchsakademie:

  • Professor Dr. Achim Kaasch
    Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene
    Universität Magdeburg
  • Sekretariat Frau Kerstin Brennecke
    Leipziger Str. 44
    39120 Magdeburg
    Tel. +49 391 67-13392
    Fax +49 391 67-290470
    Link auf E-Mailkerstin.brennecke@med.ovgu.de

Ansprechpartnerin in der DFG-Geschäftsstelle:

Hinweis:

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