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Information für die Wissenschaft Nr. 11 | 15. März 2013
DFG bewilligt drei Projekte zur Neuausrichtung überregionaler Informationsservices

Der Hauptausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat in seiner Sitzung am 15. März 2013 die sieben Vollanträge verhandelt, die zur Ausschreibung „Neuausrichtung überregionaler Informationsservices“ eingereicht wurden, und für drei Vorhaben eine Bewilligung ausgesprochen.

Am 12. Januar 2012 hat die DFG diese Ausschreibung veröffentlicht, die darauf abzielte, einen umfassenden Umstrukturierungsprozess mit anzustoßen und zu unterstützen. Im Verlauf dieses Prozesses sollen die derzeit vorrangig regional orientierten Informationsangebote zu nachhaltigen, funktional definierten, nationalen Services, die auch international vernetzt sein müssen, weiterentwickelt werden. Der drängende Bedarf einer solchen Neuorientierung wurde zuvor sowohl im DFG-Positionspapier zur „Weiterentwicklung der Bibliotheksverbünde als Teil einer überregionalen Informationsinfrastruktur“ als auch in den „Empfehlungen [des Wissenschaftsrates] zur Zukunft des bibliothekarischen Verbundsystems in Deutschland“ mit Nachdruck formuliert.

Die Ausschreibung adressierte vier Themenfelder mit dem Fokus „Bibliotheksdateninfrastruktur und Lokale Systeme“, „Langzeitverfügbarkeit“, „Electronic Resource Management – das Management digitaler Publikationen“ sowie „Forschungsnahe Informationsinfrastruktur“. Zu allen Themenfeldern wurden Projektvorhaben eingereicht, die in einem mehrstufigen Verfahren begutachtet wurden.

Im Themenfeld 1 „Bibliotheksdateninfrastruktur und Lokale Systeme“ überzeugte das Konzept „CIB“ des hessischen Bibliotheksinformationssystems (HEBIS), des Bibliotheksverbunds Bayern (BVB) und des Kooperativen Bibliotheksverbunds Berlin-Brandenburg, das die Entwicklung einer cloudbasierten Infrastruktur für Bibliotheksdaten mit der verstärkten Anpassung und Einbindung bestehender Strukturen in internationale Nachweissysteme vorsieht.

Im Themenfeld 3 „Electronic Resource Management“ befürwortete der Hauptausschuss die Konzeption zum Electronic Resource Management System „ERMS“ des Hochschulbibliothekszentrums des Landes NRW (hbz), der Universitätsbibliothek Frankfurt am Main, der Universitätsbibliothek Freiburg und der Verbundzentrale des Gemeinsamen Bibliotheksverbundes (GBV). Dieses Projekt ist auf die Entwicklung eines bundesweit einsetzbaren, mandantenfähigen Systems ausgerichtet, das das Management elektronischer Ressourcen auf allen Ebenen (lokal, regional, national) unterstützt und die Bibliotheken von den entsprechenden Verwaltungsaufgaben entlastet.

Von den im Themenfeld 4 „Forschungsnahe Informationsinfrastruktur“ vorgelegten Konzepten konnte das Projekt „RADAR“ den Hauptausschuss überzeugen, das den Aufbau eines bislang fehlenden Datenzentrums als Basisdienstleistung zur Publikation und Archivierung von Forschungsdaten anstrebt. Als Antragsteller präsentierten sich hier das Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur (FIZ Karlsruhe), das Steinbuch Centre for Computing (SCC) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), die Technische Informationsbibliothek Hannover (TIB) sowie Professor Dr. T. Bein von der Ludwig-Maximilians-Universität München und Professor Dr. L. A. Wessjohann vom Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie Halle.

Aus dem Themenfeld 2 „Langzeitverfügbarkeit“ konnte keiner der eingereichten Vorschläge den Hauptausschuss überzeugen, sodass alle hierzu eingereichten Anträge abgelehnt wurden.

Mit dieser Entscheidung des Hauptausschusses kann der angestrebte Umbau der überregionalen Informationsinfrastruktur in verschiedenen Bereichen nun zeitgleich auf verschiedenen Arbeitsfeldern eingeleitet werden. Wesentliches Ziel dieser Maßnahmen ist aber auch die Einbindung derjenigen Verbünde und Bibliotheken in die neuen Entwicklungen, die an den bewilligten Projekten nicht unmittelbar beteiligt sind, sodass die neuen Strukturen sich auch in der Breite durchsetzen.

Weitere Informationen

Detaillierte Informationen zur Ausschreibung finden Sie unter:

Ansprechperson in der DFG-Geschäftsstelle:

  • Dr. Sigrun Eckelmann
    Gruppe Wissenschaftliche Literaturversorgungs- und Informationssysteme
    Tel. +49 228 885-2344
    Sigrun.Eckelmann@dfg.de

Hinweis:
Gegenüber der ursprünglichen Fassung des Textes sind für das Themenfeld 4 „Forschungsnahe Informationsinfrastruktur“ die Antragssteller hinzugekommen.

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