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FAQ: Open Access

Häufig gestellte Fragen

Warum ist Open Access ein Thema für die DFG?

Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen sind darauf angewiesen, die Arbeiten anderer rezipieren und ihre eigenen Beiträge optimal verbreiten zu können, da der intensive Austausch von Erkenntnissen ebenso wie die kritische Prüfung der Ergebnisse wesentlicher Teil der Forschung ist. Allerdings erschweren oftmals hohe Lizenzgebühren für elektronische Publikationen den wissenschaftlichen Austausch gerade im internationalen Kontext, und die forschungsrelevanten Daten, auf deren Grundlage die publizierten Erkenntnisse beruhen, sind in herkömmlichen Medien oft nicht oder in einer für eine umfassende Nachnutzung nur unzureichenden Form darstellbar. Demgegenüber können über das Internet entgeltfrei zugängliche elektronische Veröffentlichungen (Open-Access-Publikationen) ohne jede Einschränkung rezipiert werden und wissenschaftliche Roh- und Primärdaten für eine produktive Nachnutzung verfügbar machen. Zwar kommt der elektronischen Veröffentlichung je nach Disziplin ein unterschiedlicher Stellenwert zu, in manchen Fächern ist sie umstritten, und die Entwicklung ist noch im Fluss. Doch werden Open-Access-Publikationen nach gegenwärtiger Erfahrung häufiger zitiert als herkömmliche Publikationen und lenken die Aufmerksamkeit der wissenschaftlichen Öffentlichkeit in hohem Maße auf sich; ihr umfassender Nachweis schafft eine breite Basis für innovative Forschungen. Deshalb hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft bereits am 22. Oktober 2003 die „Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen“ unterzeichnet und sich so zu den Bemühungen bekannt, den Fortschritt der Wissenschaft durch die Förderung leicht zugänglicher, über das Internet frei verfügbarer elektronischer Ressourcen zu unterstützen. Zuletzt hat die DFG im Frühjahr 2016 die DFG die Expression of Interest der OA2020-Initiative unterzeichnet.

Hat die DFG eine Open Access-Policy?

Im Januar 2006 hat der Hauptausschuss der DFG Richtlinien für die Bereitstellung von Ergebnissen aus DFG-geförderten Projekten im Open Access verabschiedet. Demnach sollen die Sachbeihilfeempfänger der DFG ihre Forschungsergebnisse nach Möglichkeit (auch) digital und für Nutzer entgeltfrei über das Internet bereitstellen. Dazu wird die Veröffentlichung in geeigneten Open-Access-Zeitschriften oder die nachträgliche Bereitstellung bereits publizierter Aufsätze über Open-Access-Repositorien empfohlen (s. DFG-Vordruck 2.00 – 12/15, S. 44).

Muss ich Ergebnisse aus DFG-geförderten Projekten im Open Access veröffentlichen?

Nein. Die allgemeinen Verwendungsrichtlinien (DFG-Vordruck 2.00 - 12/15) enthalten folgende Bestimmung zu Arten der Veröffentlichung:

„Projektergebnisse, die aus mit DFG Mitteln finanzierten Projekten resultieren, sollen publiziert und dabei möglichst auch digital veröffentlicht und für den entgeltfreien Zugriff im Internet (Open Access) verfügbar gemacht werden. Die entsprechenden Beiträge sollten dazu entweder zusätzlich zur Verlagspublikation in disziplinspezifische oder institutionelle elektronische Archive (Repositorien) eingestellt oder direkt in referierten bzw. renommierten Open Access Zeitschriften publiziert werden. Sofern Projektergebnisse ausschließlich im Druck veröffentlicht werden, ist der DFG ein Exemplar in elektronisch archivierbarer Form (PDF-Dokument) vorzulegen und zu überlassen.“ (S. 44)

Bitte beachten Sie aber in jedem Fall, dass die Publikationen gekennzeichnet werden müssen:

„Die Veröffentlichungen müssen einen Hinweis auf die DFG-Förderung enthalten. Hierbei sind ausschließlich die folgenden Schreibweisen zu verwenden. Die DFG und das Projekt müssen dabei wie folgt genannt werden:

„Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer(n)“.

In fremdsprachigen Veröffentlichungen kann eine Übersetzung der DFG in die Zielsprache ergänzt werden (z.B. im Englischen: „funded by the Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG, German Research Foundation) – Projektnummer(n)“. (S. 43).

Was tut die DFG, um Open Access zu unterstützen?

In der Förderung des Open Access arbeitet die Deutsche Forschungsgemeinschaft eng mit Partnern aus Deutschland, Europa und der Welt zusammen. Im Kontext der Allianz-Initiative "Digitale Information" hat sich die DFG unter anderem für die Einführung eines unabdingbaren Zweitveröffentlichungsrechts eingesetzt. Über Organisationen und Netzwerke wie Knowledge Exchange, Science Europe und den Global Research Council wirkt die DFG auch im europäischen und internationalen Kontext mit, die Transformation des wissenschaftlichen Publizierens vom Subskriptions- in das Open-Access-Modell zu gestalten. Im Frühjahr 2016 hat die DFG die Expression of Interest der OA2020-Initiative unterzeichnet.

DFG-geförderte Autoren können die im Rahmen der Einzelförderung bzw. Koordinierter Programme eingeworbene Publikationspauschale auch nutzen, um die bei der Veröffentlichung in Open-Access-Zeitschriften ggf. erforderlichen Artikelbearbeitungsgebühren zu bestreiten.

Die DFG bietet zudem Förderprogramme an, über welche Open-Access-Infrastrukturen und Dienste aufgebaut werden können

Zahlt die DFG die für Open-Access-Veröffentlichungen anfallenden Gebühren?

Mit den Anträgen zur Durchführung von Forschungsvorhaben können pauschale Publikationsmittel eingeworben werden. So stellt die DFG in der Einzelförderung Publikationsmittel in Höhe von 750 € bzw. für Buchpublikationen in Höhe von 5.000 € pro Jahr der DFG-Förderung zur Verfügung. Diese Mittel können auch genutzt werden, um die Gebühren für die Veröffentlichung von Open-Access-Zeitschriftenartikeln oder Open-Access-Monographien zu finanzieren.

Sofern die für eine Open-Access-Veröffentlichung anfallenden Gebühren die bewilligten Publikationsmittel übersteigen, ist es bei einer flexibilisierten Förderung möglich, die Publikationsmittel zu Lasten von Personal- oder Sachmitteln aus der gleichen Bewilligung zu verstärken.

Die DFG nimmt keine Anträge entgegen, die ausschließlich die Finanzierung einer Open-Access-Publikation erbitten.

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