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FAQ: Informationen für Geistes- und Sozialwissenschaftler/innen

Häufig gestellte Fragen


Die folgenden Hinweise gelten für psychologische Untersuchungen sowie sinngemäß auch für vergleichbare Untersuchungen in angrenzenden geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern (wie z.B. Psycholinguistik, Erziehungswissenschaft, Soziologie).

Sie benötigen ein Ethikvotum, wenn den untersuchten Personen Risiken zugemutet werden, die Untersuchung mit hohen (körperlichen oder emotionalen) Belastungen verbunden ist und/oder wenn die Untersuchten nicht restlos über Ziele und Verfahren der Studie aufgeklärt werden.

Generell sind Ziele bei der Einholung eines Ethikvotums:

  • die Überprüfung der Vorkehrungen zur Minimierung des Risikos für die Probanden,
  • das Abwägen des Verhältnisses zwischen Nutzen und Risiken der Studie,
  • die Berücksichtigung der Bestimmungen zur Einwilligung der Probanden beziehungsweise ihrer gesetzlichen Vertreter,
  • die Überprüfung der Einhaltung der einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen, vor allem der Datenschutz-Bestimmungen.

Erforderlich ist ein Ethikvotum zudem bei psychopharmakologischen Untersuchungen. Werden in dem geplanten Vorhaben Substanzen im Sinne des Arzneimittelgesetzes (AMG) eingesetzt, dann ist der/ sind die Antragsteller verpflichtet, sich mit den gesetzlichen Rahmenbedingungen vertraut zu machen und ggf. auf der Grundlage eines dann nur vorläufigen Votums der Ethikkommission einen Antrag an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zu stellen.

Handelt es sich bei den untersuchten Personen um Patienten, ist ein Ethikvotum immer erforderlich. Auch für fMRT- oder TMS-Untersuchungen ist ein Ethikvotum erforderlich. Für EKP-Untersuchungen muss ein Ethikvotum vorgelegt werden, wenn es sich bei den untersuchten Personen um Kinder oder ältere Personen (> 65 Jahre) handelt. Handelt es sich um EKP-Untersuchungen mit Minderjährigen (insbesondere mit unter 14-Jährigen), muss ein Ethikvotum eingeholt werden, in welchem auch die Einwilligung der Erziehungsberechtigten geprüft wird.

Die Vorlage des Votums einer Ethikkommission kann darüber hinaus unter bestimmten Bedingungen in Einzelfällen erforderlich sein. Wenn Sie unsicher sind, ob Sie für Ihre Untersuchung ein Ethikvotum benötigen, wenden Sie sich bitte das das zuständige DFG-Fachreferat.

Bei der lokalen Ethikkommission der Fakultät bzw. Universität, an der die Untersuchung durchgeführt werden soll. Psychologinnen und Psychologen können sich auch an die Ethikkommission der Deutschen Gesellschaft für Psychologie wenden (DGPs, http://www.dgps.de/dgps/kommissionen/ethik/); Linguistinnen und Linguisten an die Ethikkommission der Deutschen Gesellschaft für Sprachwissenschaft (DGfS, https://dgfs.de/de/inhalt/ueber/ethikkomission/).

Sie müssen das Ethikvotum mit der Antragstellung noch nicht vorlegen, sollten es aber sobald wie möglich nachreichen, um eine Verzögerung in der Bearbeitung Ihres Antrags zu vermeiden. Über Ihren Antrag kann nur entschieden werden, wenn das positive Votum einer Ethikkommission vorliegt.

Grundsätzlich bedürfen Angaben zu Stichprobenumfängen (Anzahl vorgesehener Probanden oder Versuchstiere für eine geplante empirische Untersuchung) in DFG-Anträgen im Fach Psychologie einer Begründung. Die Begründung muss nachvollziehbar sein, so dass Gutachtende das Ergebnis der Stichprobenumfangsbestimmung kontrollieren können. Bei Untersuchungen, die inferenzstatistisch ausgewertet werden sollen, gehört hierzu insbesondere:

  1. die Angabe des statistischen Modells, in dessen Rahmen die Daten analysiert werden sollen,
  2. die Angabe des spezifischen statistischen Tests in diesem Modell, für den die Stichprobenumfangsbestimmung durchgeführt wurde (welcher in der Regel der Hauptfragestellung der empirischen Untersuchung entspricht),
  3. die Angabe der statistischen Effektgröße, die mit Wahrscheinlichkeit (1-β) bei Typ-1-Fehlerwahrscheinlichkeit α entdeckt werden soll,
  4. eine Begründung für diese Effektgrößenfestlegung und
  5. die geplanten α- und β-Fehlerwahrscheinlichkeiten des statistischen Tests.

Nur in Fällen, in denen es sich nicht um Grundausstattung, sondern um Ergänzungsausstattung handelt. Grundausstattung ist die für einen Fachbereich, ein Institut, eine Arbeitsrichtung allgemein übliche gerätetechnische Ausstattung. Die DFG geht bei Bewilligungen davon aus, dass die übliche Grundausstattung zur Verfügung steht, und fördert diesen Bedarf grundsätzlich nicht. Ergänzungsausstattung ist der darüber hinaus gehende für ein DFG-Projekt erforderliche, zusätzliche Bedarf.

Für empirische Forschungsvorhaben haben die Fachkollegien Sprachwissenschaften, Erziehungswissenschaft, Psychologie, Sozial- sowie Wirtschaftswissenschaften eine Ausschlussliste für typische Grundausstattung beschlossen. Demnach sind grundsätzlich aus der Grundausstattung zu finanzieren:

  • PCs, Laptops
    Ausnahmen sind im Rahmen von Einzelfallentscheidungen möglich, wenn die Geräte besondere Anforderungen erfüllen müssen und nur zu einem bestimmten Zweck verwendbar sind (z.B. Messrechner, tropentaugliche Geräte)

  • Externe Speichermedien (z.B. Festplatten, USB-Sticks)

  • (digitale) Aufnahmegeräte und Zubehör

  • Fotoapparate / Digitalkameras in typischer Ausstattung

  • Videokameras / Camcorder in typischer Ausstattung

  • Software für den Arbeitsplatz (z.B. Office), zur Literaturverwaltung, zur Datenauswertung (z.B. SPSS, Atlas, MAXQDA, Stata); fachspezifische Programmiersysteme (z.B. MatLab)

Das Fachkollegium Literaturwissenschaften hat auf der Grundlage seiner Erfahrung mit Forschungsanträgen für Editionsprojekte eine Handreichung erarbeitet, die Kriterien für die Begutachtung wissenschaftlicher Editionen sowie Standards für digitale Editionen festhält. Diese Handreichung wurde primär für Gutachtende zusammengestellt, ist aber gleichermaßen für die Ausarbeitung entsprechender Anträge von Relevanz. Für Editionsprojekte, die auf eine Förderdauer von mehr als sechs Jahren angelegt sind, erfolgt die Antragstellung im Langfristprogramm.

Auf Initiative des Fachkollegiums 109 „Erziehungswissenschaft“ der DFG hat 2014 ein Rundgespräch zur Bereitstellung und Nutzung quantitativer Forschungsdaten in der Bildungsforschung stattgefunden. Die Qualität der Forschung in diesem Feld hängt vielfach von den verfügbaren Datensätzen ab, deren Generierung wiederum wissenschaftlichen hoch anspruchsvoll ist. Aus dem Rundgespräch ist ein Memorandum hervorgegangen, das Handlungsfelder und Entwicklungsperspektiven mit dem Ziel beschreibt, den Umgang mit Forschungsdaten in der Community der Bildungsforscherinnen und -forscher insgesamt möglichst förderlich zu gestalten. Es versteht sich als Handreichung für alle Forschenden, und insbesondere auch für Antragstellende und Gutachtende in den DFG-Programmen.

Die DFG veranschlagt eine Pauschale von 150,-- Euro pro Stunde Messzeit für MRT-Geräte bis zu 3 Tesla. Bei Ganzkörper-MRTs ab einer Feldstärke von 7 Tesla erhöht sich dieser Satz auf 375,-- Euro pro Stunde.
Zu beachten ist, dass diese Kosten lediglich einen begrenzten projektspezifischen Anteil der Gesamtkosten abdecken. Der Großteil der Vollkosten, insbesondere Personalkosten für den Betrieb, Wartungsverträge, Abschreibungs- und Reinvestitionskosten, laufende Aufwendungen für Gebäude- und Instandhaltung etc., müssen durch die Grundausstattung der wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen finanziert werden.
Ansprechpartner für Fragen zum Thema MRT-Kosten bei der DFG ist

  • Dr. Christian Renner,
    Gruppe Wissenschaftliche Geräte und Informationstechnik,
    Tel. 0228/885-2324,
    E-Mail: Christian.Renner@dfg.de.

Weitere Informationen finden Sie unter:

Auf Initiative des Fachkollegiums 104 "Sprachwissenschaften" der DFG haben in 2012 und 2013 zwei Rundgespräche zur Erhebung von mündlichen und schriftlichen Sprachkorpora stattgefunden. Als Ergebnis dieser Rundgespräche haben sich Arbeitsgruppen gebildet, die Empfehlungen zur Erhebung von Sprachkorpora formuliert haben. Diese Empfehlungen beziehen sich auf "Datentechnische Standards und Tools bei der Erhebung von Sprachkorpora" und auf "Rechtliche Aspekte bei der Handhabung von Sprachkorpora". Beide Papiere sollen als Handreichung für alle in diesem Bereich Forschenden dienen, insbesondere auch für Antragstellende und Gutachtende in DFG-Programmen.

Wenn Sie Fragen zu den von der DFG angebotenen Fördermöglichkeiten und zu fachspezifischen Angelegenheiten haben, stehen Ihnen in der Geschäftsstelle die entsprechenden Ansprechpartner zu Verfügung.

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