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8. Deutsch-Brasilianisches Nachhaltigkeitssymposium in Porto Alegre

DFG informiert über Forschungskooperation und Fördermöglichkeiten

(24.10.17) Die nachhaltige Gestaltung von Gesellschaften zählt aktuell zu den größten Herausforderungen überhaupt und kann nur durch Engagement und internationale Zusammenarbeit erreicht werden. 2015 unterzeichneten die 163 Mitgliedsstaaten der UNO die Agenda 2030, die 17 Ziele für die Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung bis zum Jahr 2030 beinhaltet. Trotz dieser gemeinsamen Grundlage stellen die jeweiligen sozialen, kulturellen, wirtschaftlichen und geografischen Gegebenheiten der Länder unterschiedliche Herausforderungen dar, denen auf diesem Weg begegnet werden muss.

Deutsche Delegation auf Pró-Mata

Deutsche Delegation auf Pró-Mata

© Rainer Radtke

Als Forum für den Austausch über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Bezug auf die nachhaltige Entwicklung in Brasilien und Deutschland dient das im Zweijahresrhythmus stattfindende „Deutsch-Brasilianische Symposium für Nachhaltige Entwicklung“, das von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern beider Länder gemeinsam organisiert wird. Veranstaltungsort war in diesem Jahr die Katholisch-Päpstliche Universität im Bundesstaat Rio Grande do Sul (PUCRS), wo sich rund 250 Interessierte in der Hauptstadt Porto Alegre versammelten.

Mit Vorträgen oder Poster-Präsentationen stellten Forschende aus den verschiedensten Bereichen ihre Arbeit zu Aspekten der Wechselbeziehung zwischen Mensch und natürlichen Ressourcen sowie die damit verbundenen Auswirkungen für Gesellschaft und Wissenschaft vor. Behandelt wurden unter anderem die Themenfelder Energie, Wasser, Boden, Klima, Biodiversität, Landwirtschaft, Forstwissenschaft, Politik, Wirtschaft, Ressourcenmanagement und Städte der Zukunft.

Prof. Potthast, Universität Tübingen, und Ims Oelkrug pflanzen wie die anderen der deutschen Delegation eine Araukarie auf Pró-Mata

Prof. Potthast, Universität Tübingen, und Ims Oelkrug pflanzen wie die anderen der deutschen Delegation eine Araukarie auf Pró-Mata

© Rainer Radtke

Die Durchführung des Symposiums, das abwechselnd in Brasilien und Deutschland stattfindet, liegt bei der jeweiligen Gastuniversität, unterstützt vom Baden-Württembergischen Brasilien-Zentrum der Universität Tübingen und seit 2011 auch von Baden-Württemberg International (bw-i). Zwischen der diesjährigen Gastinstitution PUCRS und der Universität Tübingen besteht bereits eine langjährige Zusammenarbeit mit gemeinsamen Projekten, die 1983 mit einer Kooperationsvereinbarung besiegelt wurde. Daraus ist beispielsweise die Forschungsstation im Reservat Pró-Mata, einem 3100 Hektar großen Naturschutzgebiet in der Gemeinde São Francisco de Paula (RS), hervorgegangen. Das Projekt wurde von der deutschen Hochschule initiiert und zusammen mit der PUCRS entwickelt. 1996 wurde das Forschungszentrum eingeweiht; es soll beitragen zur Erfassung und zum Schutz der Biodiversität in den südlichen Gebieten des atlantischen Regenwalds in Brasilien und insbesondere in den Araukarienwäldern – Regionen von großer biologischer Bedeutung und komplexer Oberflächenstruktur.

Im Rahmen des Symposiums unterzeichneten beide Institutionen zum siebten Mal die Verlängerung des Kooperationsabkommens auf weitere fünf Jahre. Das Pró-Mata-Gelände wird außerdem für Lehrveranstaltungen, Forschung und andere Aktivitäten der beteiligten Universitäten genutzt. Seitens der Universität Tübingen wird dort seit 2002 jährlich die Lehrveranstaltung „Geoökologisches Gelände-Praktium“ durchgeführt.

Im Anschluss an die Tagung in der PUCRS besuchte außerdem eine 20-köpfige deutsch-brasilianische Delegation das Naturschutzgebiet und konnte sich ein Bild von den dortigen Forschungsmöglichkeiten machen.

Vor dem Hintergrund etablierter deutsch-brasilianischer Projekte auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit und der Anwesenheit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern beider Länder bei der Veranstaltung wurde die Leiterin des DFG-Büros Lateinamerika, Dr. Kathrin Winkler, für einen Vortrag im Themenblock „Bilaterale Programme und Kooperation“ eingeladen. Sie informierte über den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Kooperation zwischen Brasilien und Deutschland und laufende gemeinsame Initiativen mit den brasilianischen Partnerorganisationen. Auf brasilianischer Seite präsentierte Concepta Pimentel, Leiterin der Abteilung für Internationales bei Capes, die Strategien der Förderagentur zur Stärkung der internationalen Kooperation. Dabei stellte sie dem Publikum auch das neue Internationalisierungsprogramm der Capes – seit 1995 Partnerorganisation der DFG – für die brasilianischen Hochschulen vor. Weiterführende Informationen zu diesem Themenblock finden Sie hier:

Im Rahmen der Research in Germany Initiative stellte Carolina Santa Rosa die Förderprogramme der DFG vor

Im Rahmen der Research in Germany Initiative stellte Carolina Santa Rosa die Förderprogramme der DFG vor

© DFG

Darüber hinaus wurde im Rahmen des Symposiums eine „Research in Germany“-Lunch Session organisiert, bei der Studien- und Forschungsangebote sowie entsprechende Fördermöglichkeiten in Deutschland vorgestellt wurden. Zusammen mit Vertreterinnen des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und der Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH), informierte Carolina Santa Rosa vom DFG-Büro Lateinamerika in São Paulo über die Förderprogramme der DFG und ging dabei insbesondere auf die Angebote für den wissenschaftlichen Nachwuchs ein. Rund 80 Personen waren bei der Veranstaltung anwesend, unter anderem Studierende, Promovierende und Postdocs.

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