Pressemitteilung Nr. 38 | 25. September 2020

Nachhaltigkeit im Fokus

DFG will vielfältige Aktivitäten systematisch ausbauen / Zahlreiche Förderprojekte auf verschiedensten Feldern / Einsatz für Ressourcenschonung und Klimaneutralität in der Wissenschaft

DFG will vielfältige Aktivitäten systematisch ausbauen / Zahlreiche Förderprojekte auf verschiedensten Feldern / Einsatz für Ressourcenschonung und Klimaneutralität in der Wissenschaft

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) will ihre Aktivitäten im Bereich der Nachhaltigkeit intensivieren und systematisch ausbauen. Dies kündigte DFG-Präsidentin Professorin Dr. Katja Becker in den aktuellen Gremiensitzungen der größten Forschungsförderorganisation und zentralen Selbstverwaltungseinrichtung für die Wissenschaft in Deutschland an. „Die DFG befasst sich bereits seit geraumer Zeit auf verschiedenen Feldern mit Fragen der Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung oder Klimaneutralität. Doch wie unsere gesamte Gesellschaft haben auch wir guten Grund, uns noch mehr für nachhaltiges Denken und Handeln einzusetzen“, sagte Becker.

Bereits seit weit mehr als einem Jahrzehnt fördert die DFG zahlreiche Forschungsprojekte, die sich mit den unterschiedlichen Aspekten von Nachhaltigkeit befassen. Das Förderspektrum umfasst sowohl die Einzelförderung als auch größere Forschungsverbünde; die beteiligten Fachgebiete und erforschten Fragestellungen reichen von der Agrarökonomie, Geografie sowie der Meeres- und Klimaforschung über die Humanbiologie oder Veterinärmedizin bis hin zu Betriebswirtschaftslehre, Fabrikplanung und Produktionstechnik oder der Soziologie und den Politikwissenschaften. Ein frühes Augenmerk richtete die DFG auch auf Fragen der Biodiversität, zu deren Erforschung bereits 2008 sogenannte Biodiversitäts-Exploratorien und 2012 als eines der sieben DFG-Forschungszentren das iDiv – Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung mit Standorten in Halle, Leipzig und Jena eingerichtet wurden.

Neben der Förderung dieser und weiterer Forschungsprojekte unterstreichen weitere Aktivitäten den hohen Stellenwert des Themas Nachhaltigkeit im Förderhandeln der DFG. So soll das vom Präsidium der DFG eingerichtete Deutsche Komitee für Nachhaltigkeitsforschung (DKN) Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich in Deutschland in den verschiedensten Fachgebieten mit Nachhaltigkeit befassen, vernetzen und so das Querschnittsthema Nachhaltigkeitsforschung weiter vorantreiben. Seit einem Jahrzehnt finanziert die DFG zudem im Rahmen des Belmont Forums multilaterale Projekte auf dem Gebiet der Nachhaltigkeitsforschung.

Darüber hinaus befassen sich auch mehrere Senatskommissionen der DFG mit Fragen der Nachhaltigkeit. Die Ständige Senatskommission für Grundsatzfragen der biologischen Vielfalt nimmt sich ökologischer Fragen, aber auch Themen wie der Digitalisierung an und begleitet die Verhandlungen zum Rahmenprogramm der Biodiversitätskonvention der Vereinten Nationen, in dem die „post-2020“-Biodiversitätsziele formuliert werden. Die frühere Senatskommission für Ozeanographie formulierte Grundsätze zur verantwortungsvollen Meeresforschung, die Forschungsarbeiten mit negativen Auswirkungen auf die Meeresumwelt vermeiden sollen. Aktuelles Thema ist Nachhaltigkeit auch in der Senatskommission für Erdsystemforschung. Hier wurde kürzlich eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die sich mit „Forschungsinteressen versus Schutzinteressen in Bezug auf Nachhaltigkeit“ befasst und nun in den DFG-Gremien erstmals über ihre Arbeit berichtete.

Über das Förderhandeln hinaus hat das Thema Nachhaltigkeit für die DFG zahlreiche weitere Dimensionen, unterstrich Becker in den Sitzungen des DFG-Senats und Hauptausschusses, die wegen der Coronavirus-Pandemie auch weiterhin als Videokonferenzen stattfanden. Als Beispiele nannte sie die Organisation von Begutachtungen, die Abläufe in der Geschäftsstelle der Förderorganisation und nicht zuletzt die Kompensation der CO2-Emissionen, die durch Dienstreisen von DFG-Beschäftigten, Gremienmitgliedern, Gutachterinnen und Gutachtern, aber auch von Geförderten entstehen. Hier ist die DFG zusammen mit den anderen Mitgliedern der Allianz der Wissenschaftsorganisationen dabei, von ihren Zuwendungsgebern die Zustimmung zur Finanzierung von Kompensationszahlungen zu erhalten, über die nun im Herbst in den Gremien der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz des Bundes und der Länder (GWK) entschieden werden soll.

„Alle diese vielfältigen Aktivitäten wollen wir künftig weiterverfolgen und in einem systematischen Prozess ausbauen. Denn Nachhaltigkeit ist für uns alle essenziell“, so Becker abschließend.

Weiterführende Informationen

Medienkontakt:

  • Marco Finetti,
    Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der DFG,
    Tel. +49 228 885-2230,

Informationen zu geförderten Projekten mit Nachhaltigkeits-Bezug lassen sich über die Stichwortsuche in der DFG-Projektdatenbank GEPRIS finden:

Weitere Informationen zu den genannten Senatskommissionen finden sich im Internetangebot der DFG:

Zum Deutschen Komitee für Nachhaltigkeitsforschung DKN siehe auch: