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Pressemitteilung Nr. 27 | 1. Juli 2020
DFG fördert drei neue Forschungsgruppen

Themen von Produktionsvorgängen der Kunst bis zu Wirtspflanzen-Mikroben-Interaktion / Insgesamt rund acht Millionen Euro für erste Förderperiode

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet drei neue Forschungsgruppen ein. Dies beschloss der Hauptausschuss der DFG in seiner Sitzung im Rahmen der Jahresversammlung 2020. Wie alle Gremiensitzungen der DFG-Jahresversammlung fand auch die Sitzung des Hauptausschusses infolge der Coronavirus-Pandemie in virtueller Form als Videokonferenz statt. Die neuen Forschungsgruppen erhalten insgesamt rund acht Millionen Euro inklusive einer 22-prozentigen Programmpauschale für indirekte Kosten aus den Projekten.

Ihre Förderdauer richtet sich nach dem Zeitpunkt, zu dem die erste Skizze für einen Förderantrag eingereicht wurde. Forschungsgruppen, deren Antragsskizzen seit 1. Oktober 2018 eingereicht wurden, werden maximal zweimal vier Jahre gefördert; dies gilt für eine der jetzt neu eingerichteten Forschungsgruppen. Die beiden anderen Verbünde basieren auf Antragsskizzen, die vor dem 1. Oktober 2018 eingegangen sind; sie werden mit einer Laufzeit von zweimal drei Jahren gefördert.

Zusätzlich zu den drei Einrichtungen wurde die Verlängerung von zwei Forschungsgruppen und einer Klinischen Forschungsgruppe für eine zweite Förderperiode beschlossen. Forschungsgruppen ermöglichen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, sich aktuellen und drängenden Fragen ihrer Fachgebiete zu widmen und innovative Arbeitsrichtungen zu etablieren. Klinische Forschungsgruppen sind zusätzlich durch die enge Verknüpfung von wissenschaftlicher und klinischer Arbeit charakterisiert. Im Ganzen fördert die DFG zurzeit 160 Forschungsgruppen, 13 Klinische Forschungsgruppen und 17 Kolleg-Forschungsgruppen.

Die drei neuen Verbünde im Einzelnen
(in alphabetischer Reihenfolge der Hochschulen der Sprecherinnen und Sprecher)

Die Kunstproduktion nicht mehr als Ergebnis von Ideen, sondern von Prozessen zu verstehen, das ist der Ansatz der Forschungsgruppe „Dimensionen der techne in den Künsten (Erscheinungsweisen/Ordnungen/Narrative)“. Dabei sollen die materiellen und technologischen Aspekte künstlerischer Herstellung in den Fokus rücken. Die Forscherinnen und Forscher wollen das gesamte Beziehungsgefüge der Produktionsbedingungen und Produktionsvorgänge von Artefakten in der Frühen Neuzeit und dessen Wirkung und Rezeption bis in die Gegenwart analysieren. (Sprecherin: Professorin Dr. Magdalena Bushart, TU Berlin)

Die Forschungsgruppe „Freiwilligkeit“ nimmt den namensgebenden Begriff aus historischer, soziologischer und philosophischer Perspektive in den Blick. Zentral ist dabei die Frage, wie westliche vormoderne und moderne, aber auch außereuropäische Gesellschaften ihre Mitglieder über das Prinzip von Freiwilligkeit regieren; das schließt etwa religiös motivierte Freiwilligkeit im mittelalterlichen Martyrium ebenso ein wie freiwilliges „Mitmachen“ in Diktaturen. Am Ende soll so Freiwilligkeit als Kernaspekt gouvernementalen Regierens präziser gefasst werden als bisher. (Sprecher: Professor Dr. Jürgen Martschukat, Universität Erfurt)

„Kommunikation in der Wirtspflanzen-Mikroben-Interaktion durch exRNA: ein systemanalytischer Ansatz zur Erforschung der molekularen Mechanismen und der agronomischen Anwendung“ lautet der Titel einer Forschungsgruppe an der Schnittstelle zwischen Agrarwissenschaften und Biologie. Die Forscherinnen und Forscher wollen verstehen, wie die Kommunikation zwischen Wirtspflanzen und ihren interagierenden Mikroben abläuft. Die gewonnenen Erkenntnisse über die Mechanismen von Pflanzenkrankheiten und der pflanzlichen Immunität können langfristig helfen, neue Strategien zur Minderung des chemischen Pflanzenschutzes und zur Ertragssicherung von wichtigen Kulturpflanzen zu entwickeln. (Sprecher: Professor Dr. Karl-Heinz Kogel, Universität Gießen)

Die drei für eine zweite Förderperiode verlängerten Verbünde
(in alphabetischer Reihenfolge der Hochschulen der Sprecherinnen und Sprecher und mit Verweisen auf die Projektbeschreibungen in der DFG-Internetdatenbank GEPRIS zur laufenden Förderung):

Bereits im April hatte die DFG die Forschungsgruppe „Die Rolle der Natur für das menschliche Wohlergehen im sozial-ökologischen System des Kilimandscharo (Kili-SES)“ bewilligt. In der Zwischenzeit hat auch der Schweizerische Nationalfonds (SNF) der Förderung zugestimmt. Um Strategien für nachhaltige Beziehungen zwischen Mensch und Natur zu entwickeln und dem Rückgang von Biodiversität und Ökosystemleistungen entgegenzuwirken, braucht es mehr Wissen über die wesentlichen Aspekte der Rückkopplungen zwischen Mensch und Natur. Die Forschungsgruppe untersucht daher am Beispiel des in Tansania gelegenen Bergmassivs die Beziehungen zwischen Biodiversität, Ökosystemleistungen, menschlichem Wohlergehen, Governance und anthropogenen Einflüssen. (Sprecherin: Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese, Universität Frankfurt/Main und Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Frankfurt/Main)

Weiterführende Informationen

Medienkontakt:

Ausführliche Informationen erteilen auch die Sprecherinnen und Sprecher der Verbünde.

Ansprechpartnerin in der DFG-Geschäftsstelle:

Zu den Forschungsgruppen der DFG: