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Gemeinsame Pressemitteilung

Pressemitteilung Nr. 50 | 30. Oktober 2018
Klinische Studien - Schlüssel zum Fortschritt in der Medizin

Ausschuss Medizin des Wissenschaftsrates, DFG-Senatskommission für Grundsatzfragen in der Klinischen Forschung und Forum Gesundheitsforschung betonen auf Veranstaltung gemeinsam wahrgenommene Handlungsbedarfe

Klinische Studien leisten einen wichtigen Beitrag zu einem effizienten, wirkungsvollen und am Wohl der Patientinnen und Patienten orientierten Gesundheitssystem. Sie sind unerlässlich, um neueste Erkenntnisse der medizinischen Forschung durch innovative Diagnose-, Therapie- und Präventionsverfahren in die Gesundheitsversorgung zu übertragen. Nichtkommerzielle klinische Studien, die in der Universitätsmedizin geplant und durchgeführt werden, haben dabei für den Fortschritt in der Medizin eine besonders hohe Bedeutung.

Diese Bedeutung unterstreichen die DFG-Senatskommission für Grundsatzfragen in der Klinischen Forschung, der Wissenschaftsrat sowie das Forum Gesundheitsforschung mit ihren aktuellen Stellungnahmen und Empfehlungen zu klinischen Studien. Die Akteure stellten die Resultate ihrer jeweiligen Arbeitsgruppen am gestrigen Montag, 29. Oktober, im Rahmen einer gemeinsamen Veranstaltung in Berlin der Öffentlichkeit vor. Dabei richteten sie ihren je eigenen Blick auf das Feld klinischer Studien und setzten ihre Ergebnisse zueinander in Bezug. Zusammengenommen wurde ein konstruktives Maßnahmenbündel vorgestellt, um künftig das Potenzial klinischer Studien in ihrer ganzen Bandbreite in Deutschland besser als bislang auszuschöpfen.

Nach einem einleitenden Impulsvortrag von Professorin Rita Schmutzler (Universität zu Köln) diskutierten die Vorsitzenden der jeweiligen Arbeitsgruppen und Jan Geißler (Europäische Patientenakademie, EUPATI) als Vertreter der Patientenseite, wie die Situation klinischer Studien in Deutschland einzuschätzen ist. Was kann und sollte konkret getan werden, um die Möglichkeiten zur Durchführung klinischer Studien zu verbessern?

„Wir empfehlen - im Rahmen eines umfassenden Förderkonzepts - die Entwicklung spezifischer Förderangebote für aufwendige klinische Studien mit praxisveränderndem Potenzial", sagte Professor Michael Roden vom Wissenschaftsrat. „Dies würde unserer Auffassung nach die Konkurrenzfähigkeit und Attraktivität Deutschlands als Standort klinischer Studien im internationalen Vergleich künftig deutlich steigern", zeigte sich Roden überzeugt. „Die deutsche Universitätsmedizin hat ein großes Potenzial, um klinische Studien durchzuführen, die einen wirklichen Fortschritt für die Patientinnen und Patienten bringen können. Es müssen aber attraktive und wettbewerbsorientierte Bedingungen geschaffen werden, damit Ärztinnen und Ärzte die Planung und Durchführung klinischer Studien zu ihrem wissenschaftlichen Schwerpunkt machen", so Professor Hendrik Schulze-Koops von der DFG-Senatskommission.

Professor Heyo Kroemer vom Forum Gesundheitsforschung verwies auf eine engere Verknüpfung von Grundlagenforschung und klinischer Forschung, die noch nötig sei. „Darüber hinaus müssen frühe nichtkommerzielle Studien, in denen Patientinnen und Patienten erstmalig mit einem neuen Verfahren oder einem neuen Medikament behandelt werden können, stärker finanziert werden. Dazu sollten indikationsorientierte, standortübergreifende Forschungsnetzwerke aufgebaut werden", sagte er. Professorin Schmutzler betonte: „Wir als klinische Forschende benötigen ausreichende strukturelle und personelle Kapazitäten sowie Unterstützung bei der Überwindung regulatorischer Hürden." Jan Geißler schließlich unterstrich die besondere Bedeutung der Patientinnen und Patienten bei klinischen Studien: „Es ist erforderlich, diese nicht erst als Probanden bei der Umsetzung der Studien einzubinden, sondern bereits z. B. in der Definition der Forschungsfragestellung, der Wahl der patientenrelevanten Endpunkte und der Prüfplanentwicklung. Im Vergleich zu anderen Ländern hat Deutschland bei der Einbin-dung von Patientenorganisationen im Forschungsdesign Nachholbedarf."

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