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Pressemitteilung Nr. 21 | 19. Mai 2011
Medizinische Forschung auf Schiffsreise

DFG-geförderte Projekte präsentieren ihre Arbeit auf der „MS Wissenschaft“

„Neue Wege in der Medizin“ sind in diesem Jahr Thema der Ausstellung auf der „MS Wissenschaft“, dem schwimmenden Science Center von Wissenschaft im Dialog (WiD). Der Binnenfrachter ist vom 19. Mai bis 29. September 2011 in Deutschland und Österreich unterwegs und informiert in 35 Städten über aktuelle Fragen und Erkenntnisse in der Gesundheitsforschung. Auch von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellen ihre Arbeiten vor.

Das Themenspektrum der Exponate aus DFG-geförderten Projekten reicht von neuen Erkenntnissen zur Entstehung von Übergewicht und Allergien über die molekularen Mechanismen des Alterns bis hin zur Entwicklung regenerativer Therapien. Neben medizinischen Aspekten werden auch gesellschaftliche Fragen wie Entscheidungskriterien in der medizinischen Versorgung oder der Umgang mit Pandemien angesprochen.

Die DFG-geförderten Projekte und ihre Ausstellungsbeiträge

Das egoistische Gehirn

Krankhaftes Übergewicht und Diabetes stellen die Gesundheitsversorgung in den Industrieländern vor enorme Herausforderungen. Noch immer ist nicht genau verstanden, wie diese Zivilisationskrankheiten entstehen, die zunehmend auch Kinder und Jugendliche betreffen. Einen neuen Erklärungsansatz hat eine Forschergruppe um den Lübecker Mediziner Professor Achim Peters entwickelt. Seine „Selfish Brain“ genannte Theorie versteht Übergewicht als Folge einer Störung in der Energieverteilung zwischen Gehirn und Körper und sieht auch hier den Ansatz für neue Therapien. Das Exponat in der Ausstellung macht erlebbar, wie der Energiefluss im Körper funktioniert und was passiert, wenn die Energieverwaltung – zum Beispiel durch dauerhafte Stressbelastung – gestört ist.

Wie Menschen altern

Welchen Einfluss haben Ernährung und Stoffwechsel auf den Alterungsprozess? Diese Frage stellt der Exzellenzcluster CEDAD in den Mittelpunkt seines Ausstellungsbeitrags. Das Forschungsprojekt der Universität zu Köln zeigt, welche Zusammenhänge es zwischen Nahrungsaufnahme und Lebensdauer gibt und wie diese Vorgänge gesteuert werden. Dabei können Besucherinnen und Besucher in Spielen und simulierten Experimenten selbst zu Forschern werden. Im Exzellenzcluster untersuchen rund 300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die molekularen Mechanismen des Alterungsprozesses und die Ursachen für alterungsbedingte Erkrankungen mit dem Ziel, neue Therapien zu entwickeln.

Nachwachsende Körperteile

Um Behandlungsmöglichkeiten für bisher unheilbare Krankheiten geht es auch im Ausstellungsbeitrag des Zentrums für Regenerative Therapien Dresden (CRTD). Das DFG-Forschungszentrum und Exzellenzcluster erforscht das Selbstheilungspotenzial des menschlichen Körpers als Grundlage für die Entwicklungen von Therapien. Zu den Tiermodellen, mit denen die Teams arbeiten, gehört der mexikanische Schwanzlurch Axolotl, der für seine erstaunliche Regenerationsfähigkeit bekannt ist und selbst Gliedmaßen und Organe neubilden kann. Das Exponat in der Ausstellung stellt den Axolotl vor und macht verständlich, warum seine Zellen nachwachsen, welche Prozesse dabei ablaufen und was die Forschung daraus für die Entwicklung von Therapien lernt.

Landluft für die Atemwege

Allergische Erkrankungen wie Heuschnupfen und Asthma sind in Deutschland auf dem Vormarsch und plagen inzwischen so viele Menschen, dass man von einer Volkskrankheit sprechen muss. Diese chronisch-entzündlichen Erkrankungen beruhen auf einer Fehlreaktion des Immunsystems, deren genaue Ursachen immer noch nicht bekannt sind. Studien belegen, dass Kinder, die in bäuerlichen Umgebungen aufwachsen, auch im Erwachsenenalter weniger an Allergien leiden. Der Sonderforschungsbereich/Transregio „Allergische Immunantworten der Lunge“ zeigt in der Ausstellung, wie Asthma entsteht, welche Veränderungen dabei in der Lunge ausgelöst werden und wie der „Bauernhofeffekt“ vor Asthma schützen kann.

Knappe Gelder, knappe Gesundheit?

Der Umgang mit dem wachsenden Kostendruck im Gesundheitswesen ist Thema des Exponats, das die Forschergruppe „Priorisierung in der Medizin“ zur Ausstellung beisteuert. Wenn die Krankenkassen zukünftig nicht mehr alle Behandlungsmöglichkeiten in vollem Umfang bezahlen können, muss eine Rangordnung der medizinischen Leistungen festgelegt werden. Das Projekt betrachtet diese Problematik aus philosophischer, rechtlicher, wirtschaftlicher und medizinischer Perspektive und bezieht dabei auch empirische Untersuchungen aus Bevölkerungsbefragungen ein. In der Ausstellung können die Besucherinnen und Besucher an einer solchen Befragung teilnehmen und anschließend die eigene Meinung mit der der Gesamtbevölkerung vergleichen.

Pandemie-Simulator

Zu jedem Herbst gehört die Vorbereitung auf die winterliche Grippewelle, die in Deutschland in jedem Jahr vor allem bei älteren und chronisch kranken Menschen schätzungsweise rund 10 000 Todesopfer fordert. Je nach Eigenschaften des Virus und Art und Umfang der Schutzmaßnahmen breiten sich die Infektionen unterschiedlich schnell aus. Wie eine Grippe-Pandemie unter verschiedenen Bedingungen verläuft und welche Effekte Gegenmaßnahmen haben, können die Ausstellungsbesucher selbst ausprobieren – anhand einer vereinfachten Modellsimulation mit einer Kleinstadt von 10 000 Einwohnern. Das Exponat ist ein Nachbau aus der Ausstellung „MenschMikrobe – das Erbe Robert Kochs und die moderne Infektionsforschung“, die gemeinsam von der DFG und dem Robert Koch-Institut entwickelt wurde.

Weiterführende Informationen

Informationen und Kontakte zu den vorgestellten Projekten:

Kontakt in der DFG-Geschäftsstelle:

Informationen zur MS Wissenschaft: