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Pressemitteilung Nr. 14 | 19. März 2010
Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2010: Sechs Mal ausgezeichneter Forschernachwuchs

Anerkennung und Ansporn für junge Spitzenwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler

Zwei junge Wissenschaftlerinnen und vier junge Wissenschaftler können sich in diesem Jahr über den Heinz Maier-Leibnitz-Preis freuen. Der zuständige Auswahlausschuss bestimmte jetzt die Trägerinnen und Träger der wichtigsten Auszeichnung für den wissenschaftlichen Nachwuchs in Deutschland für das Jahr 2010. Die Preise gehen an:

  • Dr. Daniel Balzani, Baumechanik, Universität Hannover

  • Dr. Wilhelm Hofmann, Psychologie, Universität Würzburg

  • Dr. Hannah Markwig, Mathematik, Universität Göttingen

  • Dr. Ansgar Reiners, Astrophysik, Universität Göttingen

  • Dr. Sebastian Schmidt-Hofner, Alte Geschichte, Universität Heidelberg

  • Dr. Christina Thiele, Chemie, Technische Universität Darmstadt

Für die diesjährige Auszeichnung mit dem Heinz Maier-Leibnitz-Preis lagen insgesamt 104 Vorschläge aus allen Bereichen der Wissenschaft vor. Gut ein Drittel der Vorgeschlagenen waren Wissenschaftlerinnen. Nach einer Vorauswahl durch den Nominierungsausschuss kamen 50 Vorschläge in die engere Wahl, in der nun die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger bestimmt wurden.

Seit 1977 erhalten in jedem Jahr sechs Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler den Preis, der nach dem früheren DFG-Präsidenten und Atomphysiker Heinz Maier-Leibnitz benannt ist. Im Fokus des Auswahlprozesses stehen die herausragende Qualifikation der Kandidatinnen und Kandidaten und deren eigenständiges wissenschaftliches Profil. Der Preis ist mit je 16 000 Euro dotiert, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung zur Verfügung gestellt werden, und soll die Preisträgerinnen und Preisträger darin unterstützen, ihre wissenschaftliche Arbeit weiterzuverfolgen.

Die diesjährigen Heinz Maier-Leibnitz-Preise werden am 20. Mai 2010 in Bonn verliehen.

Die Preisträgerinnen und Preisträger im Einzelnen:

Daniel Balzani (33), Baumechanik, Universität Hannover

Daniel Balzani gehört im Bereich der Mechanik zur Spitze der deutschen Nachwuchswissenschaftler und hat sich durch sein eigenständiges Profil und vielfältige Kontakte auch international bereits einen Namen gemacht. Vor allem mit seinen Arbeiten zur Entwicklung eines Materialmodells zur Beschreibung des mechanischen Verhaltens arteriellen Gewebes hat er Neuland betreten. Seine Ergebnisse sind nicht nur für die Optimierung medizinischer Behandlungsmethoden von Bedeutung, sondern auch für die allgemeine Materialtheorie. Derzeit verwaltet Balzani die Professur für Baumechanik am Institut für Baumechanik und numerische Mechanik an der Leibniz-Universität Hannover.

Wilhelm Hofmann (33), Psychologie, Universität Würzburg

Als einer der begabtesten und kreativsten Nachwuchswissenschaftler im Bereich der Psychologie in Deutschland erforscht Wilhelm Hofmann den Zusammenhang zwischen impliziten und expliziten Einstellungen und Persönlichkeitseigenschaften. Zudem betreibt er auf hohem Niveau Forschung zu impulsiven und reflexiven Einflüssen auf selbstregulierendes Verhalten. Die Grundlagen für sein vielfältiges Forschungsprogramm legte Hofmann bereits in seiner Dissertation. Seine herausragenden empirischen Untersuchungen und Überblicksarbeiten haben den von ihm erforschten Bereichen wesentliche Impulse gegeben.

Hannah Markwig (29), Mathematik, Universität Göttingen

Hannah Markwig gehört zum weltweit führenden Nachwuchs in der „tropischen Geometrie“, einer neuen Richtung der algebraischen Geometrie mit Verbindungen zur Kombinatorik, deren Impulse von brasilianischen Geometern kamen. Markwigs Beiträge zu diesem aufstrebenden Gebiet finden Anwendung in der enumerativen Geometrie und damit auch bei der mathematischen Formulierung moderner Konzepte der Physik, insbesondere aus der Stringtheorie. Große Fortschritte erzielte Markwig auch bei der computergestützten Umsetzung ihrer Ergebnisse. Hier wirkte sie an der Entwicklung eines Softwarepakets mit, das auch anhand praktischer Beispiele die Überführung von Objekten der tropischen in die algebraische Geometrie und umgekehrt erlaubt. Mit diesen Arbeiten ist die Göttinger Juniorprofessorin hervorragend in die internationale Forschergemeinschaft eingebunden, in der sie hohe Anerkennung genießt.

Ansgar Reiners (36), Astrophysik, Universität Göttingen

Auf dem Gebiet der stellaren Astrophysik hat Ansgar Reiners durch neue Beobachtungs- und Analyseansätze zwei Forschungsbereiche wesentlich vorangebracht: Zum einen entwickelte er ein Verfahren zur spektroskopischen Messung stellarer differentieller Rotation, das für das Verständnis des stellaren Dynamomechanismus zentral ist. Zum anderen gelang ihm mit einem eigenen Verfahren die direkte Messung von Magnetfeldern in sehr kühlen Sternen. Über diese international hoch anerkannten Arbeiten hinaus hat sich Reiners auch bereits in jungen Jahren als akademischer Lehrer und Initiator von Forschungsverbünden einen Namen gemacht.

Sebastian Schmidt-Hofner (33), Alte Geschichte, Universität Heidelberg

Sebastian Schmidt-Hofner gilt als einer der vielversprechendsten Nachwuchswissenschaftler im Bereich der Alten Geschichte mit hoher internationaler Reputation. Zur Erforschung der Spätantike hat der Historiker bereits in seiner Dissertation Grundlegendes geleistet. In ihr stellte er Gesetzestexte in einen breiteren Kontext und ermöglichte damit vielschichtigere Interpretationen dieser wichtigsten spätantiken Quellengattung. Aktuell befasst sich Schmidt-Hofner mit der Raumordnung in den Kulturen des archaisch-klassischen Griechenlands. Dabei nutzt er erstmals systematisch die Methoden moderner Raumsoziologie für die Erforschung antiker Strukturen.

Christina Thiele (36), Chemie, Technische Universität Darmstadt

Christina Thiele hat sich bereits früh als risikobereite und kreative Wissenschaftlerin erwiesen und sich mit ihrer ausgeprägten wissenschaftlichen Eigenständigkeit ein international präsentes Profil erworben. Die Leiterin einer DFG-geförderten Emmy Noether-Nachwuchsgruppe setzte auf verschiedenen Gebieten die NMR-Spektroskopie höchst erfolgreich ein, zunächst in ihrer Dissertation zu metallorganischen Reaktionen, später dann zur Bestimmung der Konfiguration kleiner organischer Moleküle. Auf diesem weltweit nur von wenigen Forschergruppen beherrschten Feld konnte Christina Thiele substanzielle Beiträge leisten.

Weiterführende Informationen

Die diesjährigen Heinz Maier-Leibnitz-Preise werden am 20. Mai 2010, 16.00 Uhr, im Gremiensaal der Deutschen Welle, Kurt-Schumacher-Straße 3, 53113 Bonn, verliehen.

Medienvertreter sind hierzu herzlich eingeladen. Um vorherige Anmeldung wird gebeten bei

Ausführliche Informationen zum Heinz Maier-Leibnitz-Preis und zu den bisherigen Preisträgerinnen und Preisträgern finden sich unter:

Ansprechpartnerin in der DFG-Geschäftsstelle: